Cottbus - wenn ein kleines Dorf aus der Lausitz die Hauptstadt erzittern lässt

(sto) – Neulich wurde Patrick Ebert am Rande des Trainingsplatzes nach seiner bleibendsten Erinnerung an Spiele gegen Cottbus gefragt. Ehe er an zweiter Stelle das 3:1 aus dem Fast-Meister-Frühjahr 2009 und dann auch das phasenweise sehr beeindruckend errungene 1:0 aus dem Hinspiel dieser Saison anführte, nannte Ebert diesen Moment: Als Marko Pantelic im Oktober 2007 in der Nachspielzeit beim Stand von 0:0 einen Elfmeter derart sinnfrei gegen die Latte nagelte, dass der Ball gefühlt noch heute in der Umlaufbahn kreist.

Ich fand das typisch: Werden Herthaner auf Cottbus angesprochen, zittern ihnen zuerst einmal die Knie. Der Zugereiste in mir staunt darüber. Hier die Hauptstadt, dort die Lausitz – da scheinen die Rollen auf den ersten Blick klar verteilt: Wir Chef, ihr nix. Stattdessen ist das Gegenteil der Fall. Dieser kleine Klub aus dem tiefen Osten hat es soundsooft geschafft, Hertha zu ärgern – und sich so über die Jahre das Image eines veritablen Angstgegners erarbeitet. Die Bilanz aus Berliner Sicht nach bis dato 13 Aufeinandertreffen: Fünf Siege, ein Unentschieden, sieben Niederlagen.

Preetz mag nicht zurückschauen

Was aber sagt uns das für Montag? Vehement hat Michael Preetz heute auf der Pressekonferenz jedwede Rückblicke abgelehnt. Alles Vergangenheit, bürstete er jeden Fragesteller ab, der ihm mit irgendwas aus der Historie kommen wollte. „Was gewesen ist, ist uninteressant. Es zählt nur dieses Spiel von zwei Mannschaften, die so sind, wie sie aktuell sind“, sagte er. Das Hinspiel erhob er zum „bis heute besten Auswärtsspiel unserer Mannschaft in dieser Saison“. Sind wir uns einig darin, dass wir darin das Bestreben erkennen, die nicht gerade für ihr bärenstarkes Nervenkostüm berühmten Hertha-Profis nicht noch unruhiger werden zu lassen?

Wie würdet ihr die Aufgabe Cottbus am Montag angehen? Auf sie mit Gebrüll? Oder seht ihr die Gäste in der Pflicht etwas anzubieten, weil sie unbedingt gewinnen müssen, wenn sie weiter im Aufstiegsrennen bleiben wollen? Ist der Gegner ob seiner jüngsten Ergebnisse angeschlagen – oder gerade deshalb gefährlich, weil unberechenbar? Kurz gesagt: Berliner, Brandenburger – sagt dem Franken, ob euch beim Gedanken an Cottbus auch diesmal die Knie weich werden.

P.S.: Des Weiteren würde ich @Blauer Montag’s These aus dem vorangegangenen Blog gern hierher ziehen: Ich erwarte ein knüppelhartes Kampfspiel am Montag.In diesem Kampf würde ich nur ungern die beiden zur Zeit wichtigsten Spieler gefährden. Auch Domo, Ramos oder Ruka sollten in der Lage sein, gegen Cottbus ein Tor zu erzielen. Stimmt ihr zu?