Trainer Babbel lobt Patrick Ebert

(ub) – Das war kurz und kompress: Gerade 45 Minuten dauerte die Trainingseinheit am Donnerstag bei Hertha BSC. Mit Blick auf seine Nationalspieler, die am Mittwoch im Einsatz gewesen waren, hatte Trainer Markus Babbel den Termin auf 15 Uhr gelegt. So haben die Herthaner international abgeschnitten:

Fanol Perdedaj kam mit der deutschen U 20 gegen Italien in Oberhausen zu einem 3:1 (na bitte Herr Löw, geht doch). Perdedaj spielte 78 Minuten auf der Doppel-Sechs. Ebenfalls im Einsatz für die erste Hälfte war der derzeit ausgeliehene Shervin Radjabali-Fardi als linker Verteidiger. Manndecker Sebastian Neumann durfte bei seinem zweiten U 21-Länderspiel in den letzten 26 Minuten ran, in Athen gab es ein mausgraues 0:0 gegen Griechenland. Adrian Ramos kann sagen, er habe im Estadio Bernabeu in Madrid 0:0 gegen den Weltmeister gespielt. Dass Kolumbien kurz vor Ende das 0:1 der Spanier kassierte, ist ihm nicht anzurechnen. Der Hertha-Stürmer war nach 58 Minuten als einzige Sturmspitze (ob sein Vereinstrainer hingeschaut hat?) ausgewechselt worden. Über Rob Friend und dessen 45-Minuten-Auftritt beim 0:1 von Kanada in Griechenland hatten wir bereits am Mittwoch gesprochen. Der einzige Herthaner, der über die volle Spielzeit ging, war Manndecker Roman Hubnik. Er verlor mit Tschechien in Kroatien (mit dem Ex-Herthaner Josip Simunic) 2:4. Nicht rechtzeitig zurück nach Berlin geschafft, hat es Levan Kobiashvili. Er hatte mit Georgien in Limassol 2:1 gegen Armenien gewonnen und dabei 57 Minuten gespielt. „Das war verabredet, die Flugpläne von Zypern liegen ungünstig“, erklärte Babbel.

Somit bestand das Training aus Gymnastik und Stretching. Zum Teil an der Spielfeld-Umrandung, an der heute nur einige wenige Trainingskiebitze lehnten, zum Teil auf vom Trainer ausgelegten blauen Matten. Dazu eine knappe Viertelstunde Joggen ums Trainingsareal – aktive Erholung für die Mannschaft. Der genaue Beobachter hätte vorher wissen können, was mir am Ende auffiel: Bei dem Material, das mit auf den Platz gebracht worden war, war kein Ball dabei. Und statt Fußballschuhen hatte alle Profis Laufschuhe an.

Für die Journalisten gab es im Anschluss beim Trainer lediglich noch ein Thema: Wie hat er Patrick Ebert am Mittwochabend beim Test der U23 gegen Schöneiche (3:0) gesehen? Ebert hatte dort nicht wie in den anderen Test im zentralen Mittelfeld agiert, sondern auf seiner angestammten rechten Außenbahn. @apollinaris hatte die derzeitige Verfassung vom Publikumsliebling nach seiner langen Knieverletzung gestern kritisch beurteilt. Babbel vermied jegliche Wertung: „Es war wichtig, dass Patrick 90 Minuten Einsatzzeit erhalten hat. Leider sind ja die beiden vorigen Spiele der U23 ausgefallen. Er hat bei den Zweikämpfen nicht zurückgezogen, ist da immer rein gegangen.“

Reicht es für den 18er-Kader am Sonntag gegen den Karlsruher SC? Babbel: „Ja, jetzt ist Patrick auch eine Option für uns.“ Reicht es bei schon für die Startelf? (Ebert mit der Nr. 20 immer vorn dabei/alle Fotos: ub) Da kam keine verbale Antwort. Aber das leichte Kopfschütteln des Trainers, war auch so zu verstehen.