Patrick Ebert schaut beim Derby zu

(ub) -Noch drei Tage bis zum Derby gegen den 1. FC Union. Die Spannung steigt. Rund 200 Kiebitze schauten beim letzten öffentlich zugänglichen Training von Hertha BSC in dieser Woche zu. So viel wie nie in diesem Jahr. O.k., die Winterferien tragen ihren Teil bei, dass einige Eltern mit ihren Kindern einen Ausflug auf den Schenckendorff-Platz unternommen haben. Die Kollegen vom TV-Sender Sky waren da, ein eher seltener Besuch, dazu andere TV-Stationen mit ihren Kamera-Teams.

Was gab’s zu sehen? Die Profis, die die Kleinen sonst wohl aus dem Fernsehen kennen, ganz nah, wie hier für diesen Trainingsbeobachter (Foto: ub). Trainer Markus Babbel ließ zunächst ähnlich wie am vergangenen Mittwoch trainieren. Eine Einheit mit ausgedehnten Sprint-Anteilen. Schnelle Starts, kurzes Beschleunigen. Gern auch in einem Geschirr, das der startende Profi wie ein Pferd umgehängt bekommt – am anderen Ende der Leder/Gummi-Konstruktion ein Kollege, der seinerseits mit seinem Körper ein Gegengewicht schafft.

Es wurde Zwei-gegen-Zwei gespielt, Angriff gegen Verteidigung. Diese Übung wurde dann verschärft. Drei Stürmer gegen zwei Verteidiger.

Von der Mittellinie ging es los, Cotrainer Rainer Widmayer zählte die Uhr rückwärts in Feldwebel-Manier laut runter – binnen zehn Sekunden musste der Sturm seinen Angriff über 50 Meter inklusive Torschuss abgeschlossen haben – „zehn, neun, acht . . . “

Nicht dabei war Raffael. Trainer Babbel hofft, dass der Brasilianer am Donnerstag wieder trainieren kann.

Verwundert war Babbel, dass Patrick Ebert in der Zeitung gesagt hattte, er wolle sich am Mittwochnachmittag beim 90-Minuten-Test Profis gegen Amateure die nötige Matchpraxis holen (in der Hoffnung, fürs Derby vielleicht in den Kader rutschen zu können). Dem erteilte Babbel eine klare Absage: „Davon habe ich auch gelesen. Aber heute Nachmittag ist kein Training. Und das ist auch kein Wunschkonzert bei uns. Patrick muss sich jetzt einfach mal gedulden.“

Will sagen: Ebert schaut sich Union von der Tribüne aus an.

Noch mehr staunte Babbel (hier bei der Medien-Arbeit/Foto: ub) über die Zukunftsplanung von Lennart Hartmann. Der 19-Jährige, dessen auslaufender Vertrag im Sommer von Hertha nicht verlängert wird, spielt ja bekanntlich derzeit bei den Vancouver Whitecaps aus Kanada vor. Die bestreiten gerade ein Trainingslager in Arizona. Babbel: „Ich muss ja nicht alles verstehen. Aber das verstehe ich überhaupt nicht.“

Was den Trainer dagegen sehr freut: Die Kulisse am Samstag im Olympiastadion. 74.244 – ausverkauft. Babbel: „Ich wünsche mir, dass unsere Leistungen so sind, dass wir noch mehr Spiele in dieser Saison ausverkauft bekommen.“

Jetzt Ihr: Hertha hat im Olympiastadion noch sieben Heimspiele: Union, Cottbus, FSV Frankfurt, Paderborn, Osnabrück, 1860 München und Augsburg.

P.S. Beleg für @Tunnfish oder Hertha-Reporter im Einsatz