Tag vier: Friend spricht, einer humpelt

(sto) – Das Trainingslager von Portimao meldet den ersten Verletzten. Beim allabendlichen Duell auf dem Tennisplatz hat sich am Dienstag das hoffnungsvolle, jedoch schon einigermaßen in die Jahre geratene Talent Sven Goldmann (46) einen Muskelfaserriss in der rechten Wade zugezogen. Mannschaftsarzt Ulrich Schleicher stellte die Diagnose – und anschließend zufrieden fest: „Von solchen Menschen lebe ich – die Sport treiben, ohne ausreichend fit zu sein.“ Von Physiotherapeut Jörg Blüthmann bekam Goldmann einen Verband angelegt – und sonst nur doofe Sprüche zu hören.

„Treppen hochgeloofen?“, fragte Zeugwart Hendrik Herzog, ehe er wortreich ausführte, wie er in Hamburg vor vielen Jahren einmal mit gebrochenem Kiefer noch 25 Minuten durchhielt, weil Hertha schon dreimal gewechselt hatte (im gemeinsamen Luftkampf mit Hasan Salihamidzic hatte Sixten Veit den Ellbogen ausgefahren). Und Michael Preetz spottete: „Tanzt du?“ Wer den Schaden hat. . . Aber auch ich bekam mein Fett weg: „Sie sind also der Mann, der Kollegen verletzt“, geißelte mich Präsident Werner Gegenbauer auf der Terrasse des Teamhotels.

Zum Glück bekam Rob Friend das nicht zu hören, der anschließend – *trommelwirbel* – sein Schweigen brach. Was er konkret sagte, lest ihr in der Print- oder Onlineausgabe der Morgenpost. Der gute Rob hat sich mal so einiges von der Seele geredet!

Das vorangegangene Training war mal wieder nicht dazu angetan gewesen, seine angespannte Gefühlslage zu bessern. Das für Nordamerikaner gängige F-Wort hallte laut über den Platz, als er in den Duellen zwei gegen zwei (aufs Drittelfeld) Mal um Mal nicht ins Tor traf. Die Minispielchen waren der Höhepunkt einer enorm anstrengenden Einheit am Vormittag – weswegen Markus Babbel den Jungs für den Nachmittag auch frei gab.

…und schon wieder Lob für Goalgetter Kaka

Mit leerem Blick marschierten sie einer nach dem anderen vom Platz, ein Neumann, ein Knoll, ein Ebert, ein Niemeyer. Nur einer strahlte: Kaka. Dreimal traf der gelernte Abwehrspieler, „sehr gut, sehr gut“, lobte ihn Raffael, als sie gemeinsam Richtung Hotel liefen. Auf meine Frage, ob Kaka (Foto: sto) fortan wie ja bekanntlich im Nationalteam auch im Verein gemäß seiner offenkundigen Stärke in der Offensive eingesetzt werde, antwortete Babbel schlagfertig: „Das sollten wir wohl tun. Ja, er hat sehr gut gespielt.“ Um bei vollem Ernst zu loben: „Seine Einstellung ist sensationell und eine Tugend. Obwohl seine Situation alles andere als einfach ist, lässt er sich nie hängen. Es macht mir Freude, da zuzuschauen. Und ihm tut es sicher auch gut, wenn er vorne solche Highlights reinhaut.“

Um euch ein paar weitere Impressionen zu vermitteln: Auf Zuspiel von Raffael bezwang Kaka per Flachschuss Maikel Aerts – und der Holländer war sauer auf Nikita Rukavytsya, mahnte den Australo-Ukrainer zu besserem Defensivverhalten. Patrick Ebert und Roman Hubnik lieferten sich heiße Schussduelle (man beachte die Dynamik der wild fliegende Haare – nein, nicht beim Mann rechts; Foto: sto), grätschten und blockten um die Wette. Auch Ronny blockte Knoll, Team blau blieb in der Sequenz umjubelt ohne Gegentor. Torlos endete auch das direkte Duell Friend (mit Niemeyer) gegen Lasogga (mit Beichler) – und machte der 19-Jährige den Österreicher an, als der den Ball nicht wunschgemäß servierte!

Kaka gelangen anschließend gleich zwei Tore gegen Rukavytsya (der träumt heute schlecht) und Perdedaj, davon eines in den oberen rechten Winkel. Dann traf auch Ronny noch durch Knoll und Morales hindurch, Burchert fluchte – und Team blau reklamierte lautstark „einen leichten Sieg“ für sich.

Verkehrsführung auf Portugiesisch

Als Rausschmeißer für heute noch das folgende Bild, das dokumentiert, dass in Portugal die Einfahrt in Einbahnstraßen in entgegengesetzter Fahrtrichtung nur bei risikobewusster Geschwindigkeit zu erfolgen hat.