Hertha BSC

Hertha BSC verspielt den Sieg in Mainz in letzter Sekunde

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Inga Böddeling
Der Mainzer Anthony Caci (l.) verdarb Hertha BSC den Sieg.

Der Mainzer Anthony Caci (l.) verdarb Hertha BSC den Sieg.

Foto: Thomas Frey / dpa

Hertha BSC kassiert gegen Mainz 05 den späten Ausgleich und muss sich am Ende mit einem 1:1 begnügen.

Berlin.  Oliver Christensen konnte es nicht fassen. Wütend gestikulierend marschierte der Torhüter von Hertha BSC durch seinen Strafraum. Ein Gegentor. In der allerletzten Minute. Nachdem der Däne in den vorangegangenen 90 Minuten so gut wie nichts zu tun hatte. Das schmeckte dem 23-Jährigen überhaupt nicht. Und trotzdem musste sich der Berliner Fußball-Bundesligist am Freitagabend mit einem 1:1 (1:0) beim FSV Mainz 05 begnügen.

„Bitter, ärgerlich, dass wir das Spiel heute nicht gezogen haben“, sagte Trainer Sandro Schwarz, der sich bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte mehr erhofft hatte. Zerknirscht ergänzte der 43-Jährige: „Wir haben uns beeindrucken lassen. Wir haben in der ersten Halbzeit sehr ordentlich gespielt. Und zweite Halbzeit war es mehr ein Ringkampf.“

Lucas Tousart trifft zur Führung für Hertha BSC

Mainz überließ Hertha den gestalterischen Part, hatte erst mal nicht so viel Interesse an Ballbesitz. Darauf mussten sich die Berliner einstellen, brauchten deshalb gut 20 Minuten, um ins Spiel zu kommen. Chidera Ejuke war es, der sich als Erster in die Nähe des gegnerischen Kastens traute. Sein Schuss ging aber gut fünf Meter daneben (28.).

Zwei Minuten später machte es der Flügelspieler besser – als Vorbereiter. Ejuke profitierte von einem schwachen Klärungsversuch, den der Mainzer Maxim Leitsch vor die Füße des Nigerianers spielte. Herthas Offensivmann flankte in die Mitte und fand dort Lucas Tousart, der ungehindert einköpfte – 1:0 (30.).

Eine Führung, die sich nicht unbedingt angekündigt hatte, die aber auch nicht unverdient war. Der Hauptstadtklub war geduldig geblieben und hatte sich mit der ersten wirklich gefährlichen Torchance belohnt. Sehr zur Freude von Trainer Schwarz, der strahlend an der Seitenlinie stand.

Viele Gelbe Karten für Hertha BSC

Das Lachen wäre fast noch breiter geworden, als wieder Ejuke nach einem Zuspiel von Wilfried Kanga nur an 05-Keeper Robin Zentner scheiterte (41.). Herthas Christensen im Tor gegenüber hatte da eine entspanntere erste Hälfte. Der Däne kam nicht einmal richtig in Bedrängnis.

Torchancen blieben auch im zweiten Durchgang Mangelware. Stattdessen musste Hertha-Trainer Schwarz wechseln, brachte Marton Dardai für den angeschlagenen Marc Kempf (46.), der in der ersten Halbzeit umgeknickt war.

Auch in neuer Besetzung hielt sich die Defensive wacker. Und weil Hertha die Mainzer Offensivbemühungen früh unterbrach, entwickelte sich das Spiel zum Abnutzungskampf im Mittelfeld. Viele Fouls, viele Diskussionen, die eine oder andere Gelbe Karte für Marvin Plattenhardt, Dodi Lukebakio, Dardai und Ex-Mainzer Jean-Paul Boetius, der den erkrankten Suat Serdar ersetzte.

Plattenhardt moniert zwei verlorene Punkte

Die Kontrolle, die die Berliner über weite Strecken der Partie behielten, ging flöten. Mainz konnte aber keinen richtigen Nutzen daraus ziehen. Bis der Druck in den vier Minuten Nachspielzeit immer größer wurde. Hertha prügelte die Bälle hinten raus, schaffte es aber nicht, sich endgültig zu befreien.

Und so fielen die Berliner zurück in alte Muster und kassierten den späten Ausgleich. Im Gewimmel im Fünfmeterraum war es schließlich Anthony Caci, der den Ball über die Linie drückte (90.+4). „In der zweiten Halbzeit hatten wir nicht so viel Zugriff wie in der ersten Halbzeit“, zog Kapitän Marvin Plattenhardt ein gefrustetes Fazit. „Da haben die Mainzer natürlich Druck aufgebaut. Bitter, zwei verlorene Punkte.“ Mit denen Hertha nun in die anstehende Länderspielpause gehen muss.

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