Bundesliga

Bernstein will Vorbehalte abbauen

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Von David Langenbein, dpa
Der neugewählte Präsident des Sportclubs Hertha BSC, Kay Bernstein

Der neugewählte Präsident des Sportclubs Hertha BSC, Kay Bernstein

Foto: Britta Pedersen/dpa/Archivbild

Hertha BSC hat aufregende Tage hinter sich: Neuer Präsident, erstes Trainingslager mit dem neuen Trainer Sandro Schwarz. Um den Club herrscht zarte Aufbruchsstimmung. Für Boss Bernstein gehen die Gespräche weiter, Schwarz muss einen noch größeren Kader managen.

Berlin. Herthas neuer Trainer Sandro Schwarz zog nach dem ersten Trainingslager ein positives Fazit, Präsident Kay Bernstein treibt seine Kommunikationsoffensive zum Neustart beim Hauptstadtclub voran. Der 41 Jahre alte Bernstein saß am Samstag beim 1:0-Testspielsieg der Berliner beim Viertligisten SV Babelsberg 03 auf der Tribüne neben Geschäftsführer Fredi Bobic.

Auch in einem Interview mit der «Bild am Sonntag» machte Bernstein deutlich, wie wichtig ihm ein guter Austausch mit Bobic ist. «Wir werden bestimmt die eine oder andere gemeinsame Autobahnfahrt zu Auswärtsspielen machen, um uns wirklich kennenzulernen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen», sagte er dem Blatt.

Ebenso bekräftigte er sein Bestreben nach einer verbesserten Kommunikation mit Millionen-Investor Lars Windhorst: «Wo können wir ihn einbinden, informieren? Gibt es ein monatliches Treffen? Es wird darum gehen, wie wir vernünftig miteinander umgehen.»

Zugleich gab sich Bernstein Mühe, die an einigen Stellen entstandenen Untergangsszenarien nach der Wahl eines Ex-Ultras zum Präsidenten zu entkräften. «Ich habe die Hoffnung, Ängste, Zweifel und Vorbehalte abbauen zu können», sagte der Kommunikationsmanager.

Nein, er werde Pyrotechnik nicht ohne weiteres zulassen, aber eine Debatte über den verantwortungsvollen Umgang mit ihr, wünsche er sich. «Pyro ohne Hitze, mit Unterstützung von Brandmeistern, in bestimmten Zonen dafür. Wie könnte das in den Spieltag eingebunden werden? Ich wünsche mir hier eine offene Diskussion um die Machbarkeit unter klar besprochenen Bedingungen», sagte der Ex-Ultra.

Ja, Kritik an Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp und dem umstrittenen Konstrukt RB Leipzig müsse möglich sein. Aber: «Dietmar Hopp im Fadenkreuz ist keine freie Meinungsäußerung. Kritik ja, Beleidigungen nein.»

In der ersten Woche nach seiner Wahl lag der Fokus viel auf Bernstein, sportlich bereitete sich die Mannschaft fast im Windschatten im Olympischen und Paralympischen Trainingszentrum in Kienbaum auf die neue Spielzeit vor.

Trainer Schwarz war zufrieden, auch mit dem Auftritt seiner Mannschaft beim Regionalligisten Babelsberg nach intensiven Trainingstagen. «Wie wir vorwärts verteidigt haben, Balleroberungen hatten in der gegnerischen Hälfte, Fußball gespielt, im Positionsspiel gut, die Räume gefunden, gute Spielverlagerung. Von daher war das ordentlich», sagte der Coach. Das Zusammenspiel zwischen Torschütze Marco Richter und Neuzugang Jonjoe Kenny beispielsweise funktionierte schon gut.

Am Sonntag gab es für die Profis einen freien Tag - «wichtig für den Kopf», wie Schwarz sagte. Montag geht es in die Trainingswoche mit einem leichten Schwerpunkt auf das offensive Umschalten. Dann kehren auch die Nationalspieler zurück und der Kader wird vorerst noch größer. «Wir werden dann natürlich auch Entscheidungen treffen müssen, was sinnvoll ist», sagte der 43-Jährige. «Aber mit Ruhe und Gesprächen.»

( dpa )