Hertha BSC

Hertha-Zugang Richter: „Ich will sofort Vollgas geben“

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Marco Richter (M.), Offensiv-Zugang von Hertha BSC, war bei den Olympischen Spielen für Deutschland im Einsatz.

Marco Richter (M.), Offensiv-Zugang von Hertha BSC, war bei den Olympischen Spielen für Deutschland im Einsatz.

Foto: Andre Penner / dpa

Für Offensiv-Allrounder Marco Richter markiert der Wechsel zu Hertha BSC einen Neustart. Hier spricht er über seine Ziele.

Berlin. Als Marco Richter (23) seinen ersten offiziellen Medientermin bei Hertha BSC absolviert, steht dem Zugang der Schweiß auf der Stirn. Kein Zeichen von Nervosität, sondern nur die Folgen der soeben absolvierten Trainingseinheit.

„Ich will von Anfang an Gas geben“, sagt der Offensiv-Neuling am Dienstagvormittag. Richter wirkt locker und sympathisch, gibt sich eloquent, lacht viel. Dennoch: Für den U21-Europameister und Olympia-Teilnehmer, der für sieben Millionen Euro vom FC Augsburg kam, ist Hertha BSC eine neue Herausforderung. Der Wechsel nach Berlin ist für ihn die erste Standortveränderung als Profi. Richter über…

… seine ersten Eindrücke bei Hertha BSC: Es ist alles sehr, sehr positiv. Zum Glück kannte ich den einen oder anderen Spieler von den U-Nationalmannschaften, das macht es für mich ein bisschen einfach. Ich hatte nette und offene Gespräche. Es ist alles ein bisschen größer als in Augsburg, aber daran werde ich mich gewöhnen.

… den Austausch mit Olympia-Kollege Jordan Torunarigha über Hertha: Man soll Wechselgedanken ja lieber für sich behalten. Ich habe ihm nur ein paar kleine Fragen gestellt – wie die Mannschaft tickt, was möglich ist -, aber ich glaube, er hat das nicht richtig gecheckt (lacht). Umso mehr hat er sich gefreut, als ich jetzt in der Kabine stand.

… den Reiz von Hertha BSC: Berlin ist die Hauptstadt und Hertha ein geiler Verein mit einem geilen Team – auch der Trainer ist top. Der Wechsel kommt zur richtigen Zeit. Ich wollte diesen Schritt unbedingt gehen.

… seine Ziele bei Hertha BSC: Wir müssen nach den turbulenten Jahren erst mal Stabilität reinbringen. Der Kader verspricht Großes. Wir haben super Einzelspieler, und ich glaube auch, dass das Team noch enger zusammenrücken wird. Persönlich setze ich mir keine festen Tor- oder Assists-Zahlen. Ich möchte so schnell wie möglich reinkommen. Am besten schon am Sonntag gegen Köln.

… seine Fitness: Ich fühle mich sehr gut. Ich hatte bei Olympia Oberschenkelprobleme, aber die sind vollständig weg. Danach habe ich mich in Augsburg fitgehalten und danach individuell trainiert. Ich bin bereit.

… seine Lieblingsposition: Offensiv traue ich mir eigentlich alles zu. Am liebsten agiere ich als Zehner, aber ich spiele da, wo der Trainer mich braucht. Hauptsache offensiv (lacht).

… seine bisherige Wahrnehmung von Hertha BSC: Maxi Mittelstädt hat mir berichtet, dass die letzten zwei Jahre schwierig waren. Es war eine Mannschaft mit sehr guten Einzelspielern und viel Potenzial – es war auch immer unangenehm, gegen Hertha zu spielen. Warum sie es nicht so auf den Platz gebracht haben, weiß ich nicht. Jetzt ist es jedenfalls ein Ziel, dass wir uns stabilisieren.

… die eigene Entwicklung: Ich habe jetzt 97 Bundesligaspiele, aber ich habe mir mehr Tore und Assists und Einsatzminuten erhofft – vor allem letztes Jahr. Das ist nicht mein Anspruch! Da will ich den nächsten Schritt machen, deswegen kommt der Vereinswechsel zu einem großen Klub zur rechten Zeit. Ich kann überall noch ein bisschen draufpacken und will auch menschlich dazulernen. Es ist das erste Mal, dass ich von meiner Familie weiter weg bin. Das Trainerteam wird mich richtig pushen und alles aus mir herausholen.

… den Tausch mit Arne Maier, der nach Augsburg verliehen wurde: Ich hätte mich gefreut, wenn er hiergeblieben wäre. Wir haben uns bei der U21 und bei Olympia super verstanden. Aber so ist der Fußball. Wir waren trotzdem im Austausch, haben uns Glück gewünscht. Vielleicht übernehme ich seine Wohnung und er meine in Augsburg (lacht).

… die Olympia-Erfahrung: Ich habe ein paar Tage gebraucht, zu das zu verkraften. Man fährt nicht zu Olympia, um in der Gruppenphase auszuscheiden. Wir wollten das Beste geben, das haben wir gemacht, so gut wir konnten. Die Bedingungen mit unserem Kader waren nicht einfach.

… die olympische Gold-Medaille von Herthas Matheus Cunha: Die möchte ich nicht sehen, wir haben ja 2:4 gegen Brasilien verloren. Es freut mich natürlich riesig für ihn. Er ist ein geiler, entspannter Typ.

… seine private Seite: Ich werde wahrscheinlich erst mal viel in der Stadt unterwegs sein, ein bisschen rumschlendern. Ich hoffe, dass meine Familie mich oft besucht. Ich kenne noch nicht viel von Berlin, war bisher nur auf einer Klassenfahrt hier. Ich denke, ich werde auch viel mit der Mannschaft unternehmen, mit Jordan, Maxi Mittelstädt, Niklas Stark oder Lukas Klünter.

… den Traum von der A-Nationalmannschaft: Ich durfte bei der U21-EM und bei Olympia für Deutschland spielen. Ich will mich bei Hertha weiterentwickeln und mit Leistung auf mich aufmerksam machen. Die A-Nationalmannschaft ist für mich ein großes Ziel.

… Herthas Auftaktspiel in Köln: Es kribbelt unglaublich, das kann ich nicht in Worte fassen. Es ist etwas Neues mit einer neuen Mannschaft. Ich hoffe, dass ich am Sonntag schon dabei bin, auch wenn erst zwei Trainingstage um sind. Ich brenne richtig und will von Anfang an Vollgas geben.

… Erfolgsdruck: Der Start ist extrem wichtig. Köln ist auf jeden Fall schlagbar. Wir stellen uns gut auf den Gegner ein und haben gute Trainingseinheiten gehabt – mit viel Tempo und viel Kampf. Das einzige Ziel, ist den Dreier einzufahren.

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