Hertha BSC

„Längst erwachsen“: Boateng sieht sich bei Hertha als Leader

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Zugang Kevin-Prince Boateng (r.) mit Arne Friedrich, dem Sportdirektor von Hertha BSC.

Zugang Kevin-Prince Boateng (r.) mit Arne Friedrich, dem Sportdirektor von Hertha BSC.

Foto: Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH

Jung und wild war gestern: Kevin-Prince Boateng sieht sich gereift – und will bei Hertha BSC eine Führungsrolle übernehmen.

Berlin. Kevin-Prince Boateng nimmt die ihm angedachte Führungsrolle beim Fußball-Bundesligisten Hertha BSC gern an. „Ich weiß, wie man eine Mannschaft führen kann, wie man eine Kabine handhabt. Die Verrückten und weniger Verrückten – mit allen habe ich in meiner Karriere Zeit verbracht“, sagte der 34-Jährige am Donnerstag in einem Interview auf der Klub-Webseite.

Boateng, der ablösefrei vom italienischen Zweitligisten AC Monza kommt, hatte am Mittwoch einen Vertrag über eine Saison unterschrieben und seine Verbundenheit mit einem neuen Tattoo der Hertha-Fahne auf dem Solarplexus bekundet.

Hertha-Trainer Pal Dardai erhofft sich von Boateng, der 1996 als Neunjähriger zur Hertha gestoßen war und 2005 sein erstes Profispiel für die Berliner bestritten hatte, eine Rolle, die in der Rückrunde Sami Khedira übernommen hatte. Der Weltmeister von 2014 beendete aber nach der Spielzeit seine Karriere.

Boateng sieht sich bei Hertha BSC als Entwicklungshelfer

„Wenn alle gesägt hätten, dass ich ein Vollidiot bin, dann wäre ich nicht hier. Ich habe also irgendetwas Gutes hinterlassen. Sie trauen mir zu, dem Verein und der Mannschaft mit meiner Art weiterzuhelfen“, sagte Boateng.

Dabei dachte er auch an seine erste Zeit bis 2007, „denn wenn wir ehrlich sind, war das vielleicht nicht immer so, dass wir auf dem gleichen Nenner gekommen sind. Ich war ein junger Wilder, das ist doch bekannt, aber ich bin längst ein erwachsener Mann und weiß ganz genau, worauf es ankommt.“

Boateng will deshalb seine Rolle auch dann ausüben, wenn er nicht auf dem Platz steht. „Wenn der Trainer mich nicht aufstellt, möchte ich den jungen Spielern helfen. Wir haben einige junge, talentierte Jungs, die ich formen möchte. Ich denke, ich habe das Standing, dass sie mir zuhören und mir auch folgen werden. Pal weiß, dass er mir vertrauen kann und ich die Spieler in die richtige Spur schicken werde.“

Rückkehrer von Hertha BSC hat von Ibrahimovic gelernt

Dass er selbst zu dieser Reife gelangt ist, verdanke er seiner Zeit beim AC Mailand: „Dort bin ich zum Mann gereift und habe begriffen, was es heißt, als Fußballer professionell zu leben.“ 2011 gewann Boateng mit den Mailändern die Meisterschaft, es war sein erster Titel, dem noch der Pokalsieg mit Eintracht Frankfurt 2018 sowie der spanische Meistertitel mit dem FC Barcelona ein Jahr später folgte.

Boateng selbst hat dabei von den älteren Spitzenspielern profitiert. „Von Zlatan habe ich viel gelernt, beispielsweise was es wirklich heißt, Profi zu sein. Er ist so lange einer der besten Stürmer, weil er oft in den Kraftraum geht und unheimlich viel arbeitet“, sagte Boateng über seinen Mailänder Sturmkollegen Zlatan Ibrahimovic.

„Durch Andrea Pirlo bin ich ruhiger am Ball geworden. Wenn man mit solchen Weltklasse-Spielern arbeitet, muss man einfach etwas lernen.“ Allerdings macht Boateng eine Ausnahme: „Von Messi kann man sich eigentlich nichts abschauen, weil du es einfach auf diesem Niveau nicht nachmachen kannst.“

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( dpa )