Hertha BSC

Hertha-Manager Bobic: „Nicht tönen, sondern arbeiten“

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Fredi Bobic ist seit 1. Juni Sport-Geschäftsführer von Hertha BSC.

Fredi Bobic ist seit 1. Juni Sport-Geschäftsführer von Hertha BSC.

Foto: Jan-Philipp Burmann / Hertha BSC/Pool

Der neue Sport-Geschäftsführer von Hertha BSC spricht bei seiner Vorstellung über seine Pläne, Vorstellungen und Ansätze.

Berlin. Entspannt, klar, zielstrebig: Fredi Bobic hat sich bei seiner offiziellen Vorstellung als neuer Sport-Geschäftsführer von Hertha BSC den Fragen der Berliner Medien gestellt. Auf einer virtuellen Pressekonferenz sprach der 49 Jahre alte Ex-Profi am Dienstag über Personalentscheidungen, Visionen und vieles mehr. Bobic über:

… seine Beweggründe für den Wechsel von Frankfurt zu Hertha BSC:

„Es gibt verschiedene Zeitfenster im Leben. Die Entscheidung ist eigentlich schon im Februar 2020 gefallen – da war Hertha noch gar kein Thema. Für mich ging es in erster Linie um eine persönliche Veränderung. Dadurch, dass meine Familie in Berlin lebt, sind die Wege nicht mehr so weit, und ich muss nicht mehr so viel fliegen, aber natürlich geht es in erster Linie um den Sport und Hertha BSC. Da will ich mitgestalten.“

… seine Ziele mit Hertha BSC:

„Man kann Erfolg mit Titeln umschreiben, aber wir sollten nicht groß tönen, sondern erstmal anfangen. Ich bin total heiß, meine Vorstellungen einzubringen. Ich bringe Erfahrung aus zwölf Jahren und drei verschiedenen Klubs mit und konnte mich weiterentwickeln. Klar ist aber auch: Es geht nicht nach dem Motto copy and paste, sondern nur mit harter Arbeit.“

„Ich bin ambitioniert. Wir wollen was erreichen. Wir wollen überall besser werden.“

… den Verbleib von Sportdirektor Arne Friedrich bei Hertha BSC:

„Das war mir sehr wichtig. Er ist eine Klub-Legende, empathisch und hungrig auf Erfolg – er tut uns gut! Für mich ist er der wichtigste Ansprechpartner, wenn es um den Sport geht.“

… eine Spielphilosophie für Hertha BSC:

„So etwas muss man erstmal entwickeln, und das braucht Zeit. In Frankfurt haben wir uns über Spielerprofile, Trainingsinhalte, Spielsysteme und vieles mehr Gedanken gemacht. Dieser Prozess hat zwei Jahre gedauert. Auch bei Hertha wird das viel Zeit in Anspruch nehmen.“

… seine ersten Pläne für Hertha BSC:

„Wichtig ist erstmal, Stabilität reinzubekommen. Hertha war gefühlt zwei Jahre im Abstiegskampf, das wollen wir nicht mehr sehen. Es gab fünf Trainerwechsel in zwei Jahren, da ist es nicht einfach, Spieler zu entwickeln. Wir müssen noch nicht über große Ziele reden. Kontinuität ist unsere wichtigste Aufgabe.“

… Dirk Dufner, den künftigen Kaderplaner von Hertha BSC:

„Er hat richtig Lust, Euphorie und Feuer. Dirk Dufner verfügt über ein unfassbar großes Netzwerk und ist ein fleißiger Arbeiter. Ich kenne ihn seit 25 Jahren. Wir sind befreundet, aber fetzen und trotzdem – das ist gut so. Bei 1860 München und in Freiburg hat er einen überragenden Job gemacht. Er wird die Strukturen im Bereich Kaderplanung anpassen. Hinzu kommt mit Babacar Wane (bislang Eintracht Frankfurt, Anm. d. Red.) ein neuer Chefscout.“

… die Kaderplanung von Hertha BSC:

„Ich möchte in der Breite mehr Qualität haben. Wir wollen Spieler, die uns erst auf dem Platz und später vielleicht auch beim Verkauf helfen. Außerdem wollen wir noch besser ausbilden. Die Akademie spielt für mich eine zentrale Rolle. Wir wollen ein Ökosystem schaffen, in dem sich die Spieler wohlfühlen.“

„Es wird Veränderungen geben, aber es wird auch ein verdammt langer Sommer. Wir müssen geduldig, kreativ und fleißig sein – und im richtigen Moment zuschlagen.“

… seine Vision von Hertha BSC:

„Visionen haben viele, ich bin mehr einer, der in der Realität lebt.“

… den Austausch mit Lars Windhorst, dem Investor von Hertha BSC:

„Ich habe mich bereits mit ihm getroffen. Wir haben uns kennengelernt und uns gut zugehört, das waren angenehme, gute Gespräche. Jemand, der so viel Eigenkapital in einen Verein buttert, verlangt natürlich auch etwas. Aber es gibt Grenzen. Es sollte auf jeden Fall ein Miteinander sein – und das Gefühl habe ich gerade mit ihm.“

… der Traum von einem eigenen Stadion für Hertha BSC:

„Das ist eine Vision, über die man reden kann – das ist angebracht und zeitgemäß. Ich liebe zwar auch das Olympiastadion, aber für ein eigenen Stadion kämpfe ich gern mit an der Front. Ich weiß aber auch aus anderen Bau-Projekten: Das wird kein einfacher Weg.“

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