Hertha BSC

Dardai: „Herthas Klassenerhalt war ein halbes Wunder“

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Trainer Pal Dardai (45) hat Hertha BSC trotz widriger Umstände zum Klassenerhalt geführt.

Trainer Pal Dardai (45) hat Hertha BSC trotz widriger Umstände zum Klassenerhalt geführt.

Foto: Uli Deck / dpa

Der Coach von Hertha BSC fordert eine schonungslose Kader-Analyse. Ob er weitermachen darf, hängt vom künftigen Manager Bobic ab.

Sinsheim/Berlin. Obwohl Sami Khedira schon bei seinem Abschied an die Rückkehr dachte, ist er (noch) keine Option für Fredi Bobic. „Ich brauche Abstand. Ob ich dann irgendwann als Trainer oder Sportdirektor zurückkomme, wird sich zeigen“, sagte der Fußball-Weltmeister von 2014 nach dem Ende seiner aktiven Karriere im Trikot von Hertha BSC am Sonnabend.

Genau diese Positionen muss Bobic – ab 1. Juni neuer Geschäftsführer Sport der Berliner – aber umgehend besetzten. Bis dahin warten sie in der Hauptstadt gespannt auf auf die Entscheidungen des neuen Lenkers, auch „Retter“ Pal Dardai. „Es wird sich zeigen, was passiert“, sagte der Cheftrainer am Sonntag. Sein Vertrag läuft nun aus.

Trainerfrage bei Hertha BSC weiter offen

Der Ungar gibt sich gelassen. „Solange ich nicht mit einem Union-Trikot über den Kudamm laufe, ist mein Job bei Hertha sicher“, sagte Dardai, der im Fall der Fälle in den Nachwuchs zurückkehren würde: „Ich kann die Ü40 oder die U9 trainieren – ich komme mit allem klar. Hauptsache am Wochenende steht ein Spiel an und ich kann ein bisschen mit dem Schiri meckern.“

Trotz der launigen Worte ist Dardais Zukunft weiter ungewiss, obwohl er seine Mission Klassenerhalt gegen zahlreiche Widerstände erfüllt hat und mehr denn je den Status einer Klub-Ikone genießt. Ähnlich steht es um Sportdirektor Arne Friedrich. Die Perspektive der beiden hängt von Bobic ab, der vom Ligarivalen Eintracht Frankfurt an die Spree wechselt.

Dardai: „Hertha BSC hat noch keine Mannschaft“

Was er mit dem ambitionierten Hauptstadtklub plant, der aufgrund der Millioneninvestitionen von Lars Windhorst ganz andere Ziel als den Kampf gegen den Abstieg hat, ist noch vage. Für Dardai ist allerdings klar, dass zunächst eine schonungslose Analyse der desaströsen Saison her muss. Der Trainer nahm am Sonntag kein Blatt vor den Mund.

„In diesem Moment hat Hertha noch keine Mannschaft. Dass wir den Klassenerhalt vor dem letzten Spieltag geschafft haben, ist ein halbes Wunder. Nun muss man sehen, wer hilft, wer weg muss und wer kommen muss“, sagte Dardai: „Derjenige, der es machen wird, muss alles mit der Lupe untersuchen. Ich hatte so viele taktische Schwierigkeiten wie noch nie zuvor mit einer Mannschaft. Zudem fehlen zwei, drei Typen für die Kabine.“ All diese Themen werden am Pfingstmontag bei einem Gespräch mit Friedrich auf den Tisch kommen.

Trainer von Hertha BSC will Dampf ablassen

Auch Khedira brach nach dem emotionalen Ende seiner Spieler-Laufbahn eine Lanze für Dardai. „Pal hat es geschafft, obwohl es keine einfache Situation war“, äußerte der 34-Jährige: „Er ist eine Hertha-Legende. Er liebt den Verein.“

Zunächst einmal wird Dardai aber seine Freizeit lieben. „Wir haben alle Urlaub verdient“, sagte der Coach: „Mit der Familie auf der Terrasse sitzen, ein Glas Wein trinken und eine Zigarre rauchen – so kann man ein bisschen Dampf ablassen.“

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( sid/BM )