Hertha BSC

Hertha BSC: Die Fragezeichen hinter Cunha werden größer

Hertha BSC muss in Köln wohl erneut auf seinen wichtigsten Spieler verzichten. Auch Mittelfeld-Herzstück Darida droht auszufallen.

Matheus Cunha (Mitte) ist mit sechs Saisontoren und vier Vorlagen der derzeit beste Scorer von Hertha BSC. 

Matheus Cunha (Mitte) ist mit sechs Saisontoren und vier Vorlagen der derzeit beste Scorer von Hertha BSC. 

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin. Die Einleitung verkam beinahe zum Hauptteil. Als Herthas Pressesprecher zu Beginn der virtuellen Medienrunde am Donnerstag die Namen der verletzten Berliner Profis aufzählte, brauchte er einen langen Atem. Dedryck Boyata, Javairo Dilrosun, Marvin Plattenhardt fallen für den Krisengipfel am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) beim 1. FC Köln definitiv aus, hinter den Einsätzen von Matheus Cunha, Vladimir Darida und Jessic Ngankam stehen große Fragezeichen. Nicht zu vergessen: Mit Marton Dardai und Eduard Löwen fehlen zwei weitere Kandidaten für den Spieltagskader.

Angesprochen auf die vielen Blessuren pustete Trainer Bruno Labbadia erstmal kräftig durch. „Für uns bedeutet das, dass wir noch enger zusammenrücken müssen“, sagte er – wohlwissend, dass die Ausfälle zur Unzeit kommen, nämlich pünktlich zur englischen Woche. Nach Köln heißen die Gegner Hoffenheim (Dienstag, 20.30 Uhr) und Bremen (Sonnabend, 18.30 Uhr). Spiele, in denen die Berliner dringend punkten müssen und jede Kraft gebrauchen können.

Hertha BSC hat kaum Ersatzkandidaten für den Brasilianer

In Bezug auf Cunha (Leistenschmerzen), Darida (Fußprobleme) und Ngankam (muskuläre Probleme) kickt die Hoffnung allerdings mit. Noch hoffen sie bei Hertha auf eine rechtzeitige Genesung des Trios. In Bezug auf Cunha klang Labbadias Erwartung jedoch gedämpft. „Er hat noch nicht wieder mit der Mannschaft trainiert“, sagte er, „deshalb ist es sehr fraglich, ob er eine Rolle spielen kann.“

Wie dringend das Team den Brasilianer braucht, zeigte das jüngste 0:1 in Bielefeld, als es Hertha nicht nur an kreativen Ideen, sondern auch an Emotionalität fehlte. Zwei Qualitäten, die Cunha stärker verkörpert als jeder andere Spieler im Kader.

Weil auch Vertreter Dilrosun nicht zur Verfügung steht, hatte Labbadia in Bielefeld Maximilian Mittelstädt auf die linke Außenbahn beordert, doch der ist nun als Plattenhardt-Ersatz in der Abwehr gefordert. Sollte mit Ngankam der nächste potenzielle Linksaußen ausfallen, müsste der Coach erfinderisch werden.

Talent Luca Netz darf auf weiteren Einsatz bei Hertha BSC hoffen

Eine Option wäre der fußballerisch limitierte Mathew Leckie, eine andere der junge Luca Netz (17). Theoretisch wäre auch ein Seitentausch von Dodi Lukebakio denkbar, für die rechte Außenbahn stünde dann Deyovaisio Zeefuik zur Verfügung. Unterschiedliche Lösungen, die allerdings eins gemeinsam haben: Besonders überzeugend wirken sie nicht.

Sollten sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigen, wäre Hertha jedoch nicht nur auf dem Flügel geschwächt, sondern auch im Zentrum. Ohne Laufwunder Darida dürften im Berliner Spiel noch mehr Lücken klaffen als ohnehin schon, von seiner Bedeutung als Vorbereiter ganz zu schweigen. In dieser Saison hat der Tscheche bereits fünf Assists auf dem Konto. Im Fall der Fälle würde seine Rolle wohl Mattéo Guendouzi übernehmen.

Manager von Hertha BSC appelliert an Teamwork

Ganz gleich, welche Formation Labbadia gegen den Tabellen-16. wählt: Wichtig wird sein, dass seine Elf deutlich besser zusammenarbeitet als zuletzt. Die Dinge auf dem Platz auch gemeinsam zu tun, sei „die große Überschrift über dieser Woche“, sagte Manager Michael Preetz. In einem Gespräch mit dem Team habe er den „Spielern verstärkt vor Augen geführt, dass sie immer dann gut aussahen, wenn sie im Block gearbeitet haben. Darauf wird es ankommen.“

Angesprochen auf den bisherigen Saisonverlauf, warb Preetz erneut um Geduld. „Das Ergebnis ist bis hierhin enttäuschend“, sagte er, „aber eine neu zusammengestellte Mannschaft muss die Möglichkeit haben, miteinander zu arbeiten.“ Über den Faktor Zeit könne ein Team wachsen, doch auch der Manager weiß: „Die Bundesliga ist ein wahnsinnig schnelles Geschäft.“

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