Hertha BSC

Manager Preetz stärkt Coach Labbadia den Rücken

Manager Preetz versucht eine Trainer-Diskussion bei Hertha BSC im Keim zu ersticken. Mit den Profis sieht er indes Gesprächsbedarf

Geraten zunehmend in die Kritik: Michael Preetz und Bruno Labbadia (v.l.), Manager und Trainer von Hertha BSC. 

Geraten zunehmend in die Kritik: Michael Preetz und Bruno Labbadia (v.l.), Manager und Trainer von Hertha BSC. 

Foto: ODD ANDERSEN / AFP

Berlin. Der Druck steigt, die Fragen nach den Konsequenzen werden lauter: Hertha BSC droht nach dem jüngsten 0:1 in Bielefeld in unruhige Gewässer abzudriften. Eine Diskussion über eine mögliche Trennung von Trainer Bruno Labbadia versuchte Manager Michael Preetz jedoch im Keim zu ersticken. „Wir sehen, wie Bruno alle Themen angeht und sind total von ihm überzeugt“, sagte er der „Sport Bild“: „Das ist in den vergangenen Wochen, in denen es nicht die gewünschten Ergebnisse gab, noch mal sehr deutlich geworden.“

Als Tabellenzwölfter liegen die Berliner in der Fußball-Bundesliga klar hinter den eigenen Ambitionen zurück, zumal neben den erhofften Ergebnissen zuletzt auch die angestrebte Entwicklung ausblieb. Eine klare Spielidee ist nach wie vor kaum zu erkennen.

Mehr als den Trainer nimmt Preetz die Spieler in die Verantwortung. „Es ist definitiv nicht akzeptabel, wenn man ein Spiel verliert und sich danach eingestehen muss, dass der Gegner den Sieg letztlich mehr gewollt und mehr investiert hat“, sagte der frühere Profi.

Dass er selbst immer stärker in die Kritik gerät, ist Preetz nicht entgangen, doch Spekulationen um seine Zukunft will er nicht an sich heranlassen. „Das beschäftigt mich nicht. Ich konzentriere mich auf unsere Aufgaben, die in einer turbulenten Zeit durch die Auswirkungen und Begleitumstände der Corona-Pandemie nicht einfacher werden“, sagte er: „Auf diese Dinge habe ich einen Einfluss – in alles andere investiere ich keine Kraft.“

Seit dem Einstieg von Investor Lars Windhorst im Sommer 2019 hat der Manager kräftig eingekauft und rund 140 Millionen Euro für Zugänge ausgegeben. An individueller Qualität mangelt es dem Team nicht, dafür aber an Erfahrung - insgesamt wirkt Herthas Kader nicht gut austariert. Ein Defizit, das vor allem Preetz zu verantworten hat. Geldgeber Windhorst sieht den 53-Jährigen spätestens seit der Bewertung durch Ex-Coach Jürgen Klinsmann kritisch. Angesichts der Stagnation bröckelt der Rückhalt auch in Herthas Führungsgremien.

An den Zielen hält Preetz derweil fest. Er sehe Hertha BSC in fünf Jahren „als einen Verein, der jede Saison ein ernstes Wort um die Vergabe der internationalen Plätze mitredet. Das ist weder ein Bremsen noch Träumerei, sondern ein realistisches Ziel“, sagte er. Ob auch andere Entscheider im Verein so lange Geduld haben, darf zumindest bezweifelt werden.