Hertha BSC

Wird Boateng jetzt ein Kandidat für Hertha?

Beim FC Bayern scheint man die Zukunft ohne Jérome Boateng zu planen. Im Lager von Hertha BSC weckt das Fantasien.

Das bisher letzte Wiedersehen mit seinem Heimatklub: Anfang Oktober gewannen Jérome Boateng (hinten) und der FC Bayern gegen Hertha BSC und Jhon Cordoba mit 4:3.

Das bisher letzte Wiedersehen mit seinem Heimatklub: Anfang Oktober gewannen Jérome Boateng (hinten) und der FC Bayern gegen Hertha BSC und Jhon Cordoba mit 4:3.

Foto: Matthias Schrader / picture alliance/AP Photo

Berlin. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Die Nachricht, dass der FC Bayern den auslaufenden Vertrag von Jérome Boateng wohl nicht verlängern wird, war am Donnerstag kaum im Netz, da trommelten die ersten Hertha-Fans schon für eine Rückholaktion des verlorenen Sohnes. Tatsächlich scheint die Chance ja denkbar günstig: Boateng (32), gebürtiger Berliner und einst ausgebildet in Westend (2007 gab er im Hertha-Trikot sein Bundesligadebüt), wäre im kommenden Sommer ablösefrei.

Und was wäre das für eine Geschichte, wenn der Innenverteidiger am Ende seiner furiosen Karriere zu seinem Heimatverein zurückkehren würde? Gewonnen hat er so ziemlich alles, was es zu gewinnen gibt – verdient haben sollte er auch genug. Käme er nun noch mal zu Hertha, um dem Klub auf dem Weg Richtung Europa etwas Anschubhilfe zu geben, hätte er den Helden-Status im blau-weißen Lager sicher. Es wäre der Traum eines jeden Fußball-Romantikers.

Für Hertha BSC wäre Boateng ein Gewinn

Dass Hertha von Boatengs Klasse profitieren könnte, steht außer Frage. Sportlich zählt er noch immer zum Besten, was Fußball-Deutschland zu bieten hat, hinzu kommen seine Erfahrung, seine Vorbildwirkung und seine Qualitäten als Anführer. Ein Profil, das dem jungen Berliner Team gut täte – ganz zu schweigen von seiner Popularität, die dem Klub viel Aufmerksamkeit bescheren würde.

Lars Windhorst würde all das wohl gefallen, und durch die Millionen des Investors scheint eine Verpflichtung Boatengs theoretisch sogar möglich. In der Praxis sprechen jedoch diverse Gründe gegen ein zweites Boateng-Kapitel in Berlin.

Das Ausland zieht wohl mehr als Hertha BSC

Mit einem kolportierten Gehalt von zwölf Millionen Euro schwebt Boateng in Sphären, die das Geld-Gefüge im Hertha-Kader komplett sprengen würden. Zudem macht der Titelsammler (Weltmeister 2014, Champions-League-Sieger 2013 und 2020, acht Meisterschaften, fünf DFB-Pokal-Siege) nicht den Anschein, als wolle er sich schon als „Entwicklungshelfer“ betätigen – noch scheint Boateng ein paar Jahre auf höchstem Niveau im Tank zu haben. Nicht zu vergessen: Statt über Berlin sprach er zuletzt eher über einen möglichen Wechsel ins Ausland.

So viel Charme Boatengs Rückkehr zu Hertha auch haben mag, so unwahrscheinlich ist sie auch. Oder wie Twitter-User „Karl Knaller“ schrieb: „Es wäre ein Traum, aber ich kann mir leider weder vorstellen, dass Hertha sich das leisten kann noch dass Boateng sich das antut. Aber träumen darf man ja.“

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