Hertha BSC

Erster Hertha-Sieg seit sieben Wochen: Der Befreiungsschlag

Hertha BSC feiert beim 3:0 in Augsburg den ersten Sieg seit sieben Wochen. Nach Cunha und Lukebakio trifft auch Joker Piatek.

Krzysztof Piatek bejubelt sein erstes Saisonstor für Hertha BSC. Das freute auch Bruno Labbadia, der seinen 100. Sieg als Bundesliga-Trainer feierte.

Krzysztof Piatek bejubelt sein erstes Saisonstor für Hertha BSC. Das freute auch Bruno Labbadia, der seinen 100. Sieg als Bundesliga-Trainer feierte.

Foto: Hertha BSC

Augsburg/Berlin. Das Warten ist vorbei: Hertha BSC hat im Nebel von Augsburg den ersten Sieg seit sieben Wochen gefeiert. Beim Überraschungsteam der Fußball-Bundesliga gewann der Hauptstadtklub am Sonnabend verdient mit 3:0 (1:0) – ein Erfolg, der die Berliner sehr erleichterte. „Das tut unfassbar gut“, sagte Torwart Alexander Schwolow, der erstmals in dieser Saison ohne Gegentor blieb.

Auch Dodi Lukebakio betonte, wie wichtig der erste Dreier seit dem ersten Spieltag war. „Wir gehen jetzt mit einem Sieg in die Länderspielpause“, sagte der Torschütze des 2:0, „besser hätte es nicht sein können.“ Zuversichtlich stimmte vor allem die starke Mannschaftsleistung der Berliner. „Das war ein sehr souveräner Sieg“, lobte Trainer Bruno Labbadia, „für mich ist das hoch einzuschätzen, weil Augsburg normalerweise wenig zulässt.“ Zur Erinnerung: Die Schwaben standen vor dem siebten Spieltag auf Platz sechs.

Hertha hingegen sprang vorerst auf Rang zwölf, weil es anders als in den vergangenen Wochen nicht die Berliner waren, die sich unglückliche Fehler erlaubten, sondern der Gegner. Der Führung durch Matheus Cunha (44., Elfmeter) ging ein ungeschicktes Foulspiel von Felix Uduokhai voraus, ehe Augsburgs Kapitän Jeffrey Gouweleeuw den zweiten Treffer quasi vorbereite (52.) und Joker Krzysztof Piatek den Endstand besorgte (86.).

Zugang Guendouzi bei Hertha BSC erstmals in der Startelf

Seine Anfangsformation hatte Labbadia nach dem mutmachenden 1:1 gegen Wolfsburg auf zwei Positionen verändert. Zugang Mattéo Guendouzi ersetzte im zentralen Mittelfeld seinen angeschlagenen Landsmann Lucas Tousart und wusste bei seinem Startelf-Debüt absolut zu überzeugen; hinten links erhielt Marvin Plattenhardt den Vorzug vor Maximilian Mittelstädt. Der Standard-Experte verhalf den Berlinern zur ersten guten Gelegenheit: Hereingabe Plattenhardt, Kopfball Niklas Stark, doch Augsburgs Keeper Rafal Gikiewicz wusste den noch abgefälschten Versuch zu entschärfen (27.).

Dass zu diesem Zeitpunkt schon eine knappe halbe Stunde gespielt war, sagte viel über den ersten Durchgang aus, in dem sich die Partie als das erwartete Geduldsspiel entpuppte. Augsburg stand tief und kompakt, verdichtete geschickt das Mittelfeld – eine Taktik, gegen die Hertha zunächst kein Durchkommen fand. Die einzigen Tor-Annäherungen blieben ein Distanzschuss (15.) und ein Freistoß (19.) von Cunha.

Kurz vor der Pause dann ein kurzer Schock-Moment, als der Augsburger Tor-Jingle ertönte, weil André Hahn einen 15-Meter-Schuss sehenswert ins Berliner Netz gewuchtet hatte (40.). Einziges Manko: Der Stürmer hatte zuvor hauchzart im Abseits gestanden – Schiedsrichter Frank Willenborg gab den Treffer nicht.

Joker Piatek erzielt erstes Saisonstor für Hertha BSC

Vier Minuten später stand der Unparteiische erneut im Mittelpunkt, und wieder lag der Referee richtig. Augsburgs Innenverteidiger Uduokhai (23), tags zuvor von Bundestrainer Joachim Löw ins Nationalteam berufen, hatte Hertha-Stürmer Jhon Cordoba bei einem Klärungsversuch im Strafraum von hinten in die Beine getreten, als der Kolumbianer gedankenschnell zwischen Ball und Verteidiger gespritzt war (41.). Den fälligen Strafstoß verwandelte Cunha, der Keeper Gikiewicz mit verzögertem Anlauf cool verlud – 1:0 (44.). Die verdiente Führung für die aktivere Mannschaft, und das vierte Saisontor für Cunha.

Dass Cordoba danach nicht mehr weiterspielen konnte, verlieh dem Treffer zwar einen Wermutstropfen, doch Joker Krzysztof Piatek sorgte nach dem Seitenwechsel dafür, dass der Stammstürmer nicht groß vermisst wurde. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff flankte der Pole von der rechten Seite in den Strafraum, wo Hertha erstaunliche Mithilfe bekam. Statt die Hereingabe zu klären, stoppte Verteidiger Gouweleeuw den Ball mustergültig für den lauernden Lukebakio, der das Spielgerät geschickt an Gikiewicz vorbeispitzelte – 2:0 (52.).

Hertha BSC landet ein letztes Mal in Tegel

Entschieden war die Partie damit noch nicht, doch absehen von einer Co-Produktion der Joker Alfred Finnbogason und Florian Niederlechner (61.) brachte Augsburg nicht mehr viel zustande. Anders die Gäste, die zu immer mehr Leichtigkeit fanden. Vor allem der zuletzt frustrierte Piatek nutzte die Gunst der Stunde: Auf einen knackigen Pfostenschuss (64.) ließ er fünf Minuten vor Schluss nach einem Konter das 3:0 folgen. Aus vollem Lauf drosch er den Ball aus der rechten Strafraumhälfte flach ins lange Eck (85.).

Dementsprechend zufrieden traten die Profis die Reise nach Berlin an, wo sie ein letztes Mal auf dem Flughafen Tegel landeten. So kurz wie am späten Sonnabend wird der Weg für die Charlottenburger fortan nie wieder sein. Ihrem Ziel vom erfolgreichen Fußball sind sie dafür ein deutliches Stück näher gekommen.

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