Hertha BSC

Preetz: „Stellen Nationalspieler schweren Herzens ab“

Hertha BSC muss seine Nationalspieler erneut zu den Auswahlteams entsenden. Grund dafür ist das Gesundheitsamt Charlottenburg.

Michael Preetz, Manager von Hertha BSC, ist nicht glücklich über die erneute Abstellung der Berliner Nationalspieler.

Michael Preetz, Manager von Hertha BSC, ist nicht glücklich über die erneute Abstellung der Berliner Nationalspieler.

Foto: Swen Pförtner / picture alliance/dpa

Berlin. Der „Bremer Weg“ kommt für Hertha BSC nicht infrage: Anders als Bundesliga-Rivale SV Werder müssen die Berliner ihre Fußball-Nationalspieler in der bevorstehenden Länderspielpause zu den jeweiligen Auswahlteams abstellen.

Selbst in der Hand haben die Verantwortlichen des Hauptstadtklubs das Vorgehen allerdings nicht – genauso wenig wie die Bremer. „Werder reagiert auf die örtliche Verordnung des Gesundheitsamts in Bremen“, machte Hertha-Manager Michael Preetz am Donnerstag klar: „Das sieht ganz offensichtlich vor, dass Nationalspieler, die aus Risikogebieten nach Bremen zurückreisen, mindestens fünf Tage in Quarantäne gehen müssen. Für einen solchen Fall sieht das Fifa-Zirkular vor, dass der betreffende Verein seine Spieler nicht abstellen muss.“

Auf Hilfe vom Gesundheitsamt wartet Hertha BSC bislang vergeblich

In Berlin gelten hingegen andere Regelungen, weshalb Hertha mit seinen zahlreichen Nationalspielern keine Handhabe hat. „Wenn das Gesundheitsamt in Charlottenburg für Hertha BSC einen ähnliche Verordnung verfügen würde, würde wir ganz genauso reagieren“, sagte Preetz: „Dann würden wir unsere Nationalspieler nicht abstellen.“

Noch aber gilt in Charlottenburg die gleiche Verordnung wie während der vergangenen Länderspielpause im Oktober. Jene besagt, dass sich Spieler, die aus Risikogebieten zurückkehren, aus der Quarantäne befreien können, wenn sie einen negativen Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. „Vor diesem Hintergrund werden wir schweren Herzens unsere Nationalspieler abstellen“, sagte Preetz.

Zuletzt hatte Hertha zwölf Profis entsenden müssen, was die Trainingsbedingungen für Trainer Bruno Labbadia massiv eingeschränkt hatte. Für die Berliner sind gemeinsame Übungseinheiten auch deshalb extrem wichtig, weil sich die neu zusammengestellte Mannschaft nach dem Stolperstart in der Bundesliga schnellstmöglich finden muss.

Hertha BSC kann während Länderspielpause nur eingeschränkt trainieren

Hinzu kommt: Bei jeder Abstellung reist eine erhöhtes Corona-Infektionsrisiko mit. So war Hertha-Zugang Mattéo Guendouzi nach seinem jüngsten Einsatz für Frankreichs U21 positiv auf Covid-19 getestet worden. Der Mittelfeldspieler hatte sich daraufhin für zehn Tage in Quarantäne begeben müssen.

Neben Werder kann unter anderem auch Aufsteiger Arminia Bielefeld von der Regelung des örtlichen Gesundheitsamts profitieren. Sport-Geschäftsführer Samir Arabi sagte am Donnerstag, dass „bis auf die Spieler der deutschen U21 (Amos Pieper und Hertha-Leihgabe Arne Maier, d. Red.) alle nominierten Spieler in Risikogebiete reisen würden. Von daher werden wir sie nicht abstellen.“

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