Hertha BSC

Hertha und die Last der Länderspielpause

Coach Labbadia hadert bei Hertha BSC mit dem Verlauf der Länderspielpause – und muss zwei kleine Schreckmomente überstehen.

Vladimir Darida von Hertha BSC erzielte für Tschechien ein Elfmetertor gegen Zypern.

Vladimir Darida von Hertha BSC erzielte für Tschechien ein Elfmetertor gegen Zypern.

Foto: Petros Karadjias / dpa

Berlin. Bruno Labbadia wählte zum Wochenstart drastische Worte. „Das ist tödlich, wenn wir das Pressing nicht konsequent umsetzen“, rief Herthas Chefcoach über den Schenckendorffplatz: „Wenn nur drei Spieler mitmachen und zwei zugucken, ist das lebensgefährlich!“ Zu wenig Elan, zu wenig taktische Disziplin, zu wenig Mitdenken – das Fünf-gegen-Fünf seiner Rumpf-Truppe brachte den Fußballlehrer am Montagnachmittag in Rage.

Zwei Profis verletzen sich im Training von Hertha BSC

Länderspielpausen sind für Labbadia auch so schon eine Last, schließlich verfügt Hertha über derart viele Nationalspieler (13), dass ihm kaum noch Personal für ein anständiges Training bleibt. Am Montag standen mit DFB-Team-Rückkehrer Niklas Stark und dem genesenen Javairo Dilrosun 13 Spieler auf dem Platz, nur wurde das Team alsbald wieder dezimiert. Sechser Santiago Ascacibar verletzte sich am Oberschenkel, Rechtsverteidiger Lukas Klünter am Becken. Beide wurden in einem Golfcart in die Kabine chauffiert.

Für Labbadia verkamen die Blessuren fast zur Randnotiz, beide Profis sind momentan nicht erste Wahl. Vor dem zweiten Heimspiel der Saison am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen Aufsteiger VfB Stuttgart treiben den Trainer andere Themen um. „Wir reden nicht miteinander“, bemängelte er mal wieder, „ich möchte mehr von euch hören!“

Das Team von Hertha BSC braucht bessere Abstimmung

Klar ist: Nicht nur die daheimgebliebenen Profis, auch das Hertha-Team als Ganzes braucht eine bessere Abstimmung, muss sich finden und Automatismen entwickeln. Eine Aufgabe, die kaum zu lösen ist, wenn die Mannschaft nicht miteinander trainieren kann.

Statt durch Westend bewegen sich die Berliner Nationalspieler aber nun mal durch die coronageschwängerte Weltgeschichte, was aus Klub-Sicht auch deshalb ärgerlich ist, weil einige von ihnen nicht mal zum Einsatz kommen. Matheus Cunha saß bei Brasiliens „Selecao“ genauso auf der Bank wie Offensivpartner Dodi Lukebakio bei Belgiens „Red Devils“ – auch der Kolumbianer Jhon Cordoba kam noch nicht zum Einsatz. Schlimmer noch: Planmäßig landet der Sturm-Zugang erst am Donnerstag um 22.30 Uhr in Berlin.

Flüge und Zeitumstellung als zusätzliche Belastung

„Manche Spieler können das gut verkraften“, sagte Ex-Profi Labbadia, „aber für andere sind der Flug und die Zeitumstellung eine Belastung.“ Wie es sich bei Cordoba verhält, müssen sie bei Hertha erst noch herausfinden, aber eines ist für den Coach so oder so klar: „In einem Turn mit drei Länderspielen wird bei den Nationalteams so gut wie gar nicht trainiert, deshalb hätte ich ihn lieber hier gehabt oder spielen sehen.“

Immerhin: Ein paar verhalten positive Nachrichten gab es in der Länderspielpause auch. Zugang Matteo Guendouzi sammelte Praxis bei Frankreichs U21. Vladimir Darida war von den Corona-Fällen im tschechischen Team nicht betroffen. Und nach wie vor sieht es so aus, als könnte das Spiel gegen Stuttgart vor Zuschauern stattfinden.

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