Hertha BSC

Hertha BSC vor Verpflichtung von Jeff Reine-Adelaide

Der offensive Mittelfeldspieler wäre der nächste Rekordeinkauf von Hertha BSC. Der Konkurrenzkampf im Angriff nimmt Fahrt auf.

Jeff Reine-Adelaide (r.) setzte sich mit Olympique Lyon in der Champions League gegen Juventus Turin durch.

Jeff Reine-Adelaide (r.) setzte sich mit Olympique Lyon in der Champions League gegen Juventus Turin durch.

Foto: Marco Alpozzi/LaPresse / picture alliance / ZUMAPRESS.com

Berlin. Ist er das fehlende Puzzlestück? Hertha BSC steht offenbar kurz vor der Verpflichtung von Jeff Reine-Adélaide vom französischen Erstligisten Olympique Lyon. Die Berliner sind wohl bereit, für den zentral-offensiven Mittelfeldspieler 27 Millionen Euro Ablöse zu bezahlen – eine Summe, die den 22-Jährigen zur teuersten Verpflichtung der Hertha-Historie machen würde.

Als Kandidat galt Reine-Adélaide, der in seinem Heimatland Frankreich sämtliche U-Nationalteams durchlief, schon seit Wochen. Zwischenzeitlich gerieten die Verhandlungen jedoch ins Stocken, weil Lyon deutlich mehr Geld forderte, als Hertha zahlen wollte. Nun berichtet die „Bild“, dass der Deal vor dem Abschluss steht. Nach Morgenpost-Informationen ist die finale Einigung allerdings noch nicht erzielt.

Mit dem vielseitigen Reine-Adélaide (1,84 Meter), in Frankreich zuletzt Teamkollege von Hertha-Zugang Lucas Tousart (23), bekommen die Berliner einen schnellen und technisch versierten Mann für das zentral-offensive Mittelfeld, der auch auf der rechten Außenbahn eingesetzt werden kann. Leidtragender des Transfers könnte Routinier Vladimir Darida (30) sein, der seinen Vertrag erst am Dienstag verlängert hatte. Zudem hätte Bruno Labbadia mit Reine-Adélaide eine Alternative zu Flügelspieler Dodi Lukebakio, der am Mittwoch erstmals ins belgische Nationalteam berufen wurde. Der Konkurrenzkampf in der Offensive bekommt somit eine neue Qualität.

Hertha BSC bekäme eine Alternative zu Routinier Darida

In Herthas Sturm hatte sich der Wettbewerb allerdings schon vorher verschärft – Krzysztof Piatek (25) und Zugang Jhon Cordoba (27) liefern sich ein spannendes Duell um einen Platz in der Startelf. Wer die beiden im Training beobachtet, findet allerdings kaum ein Zeichen von Rivalität. In Trinkpausen unterhalten sich die beiden Angreifer, in Übungsformen geben sie sich kollegial. Erbitterter Kampf sieht anders aus, doch spielen kann wohl nur einer von beiden, schließlich gelten die weiteren Offensivkräfte Matheus Cunha und Dodi Lukebakio als gesetzt.

In den ersten zwei Spielen der Saison stand Platzhirsch Piatek in der Anfangsformation, Zugang Cordoba kam später von der Bank. Dass es dabei bleibt, ist damit nicht gesagt, denn die Formkurven der Stürmer verlaufen derzeit fast gegenläufig. Während Piatek beim 4:1 in Bremen glücklos blieb und beim 1:3 gegen Frankfurt überhaupt keine Bindung zum Berliner Spiel fand, traf Cordoba bei seinem Debüt auf Anhieb und verlieh Hertha gegen Frankfurt deutlich mehr Präsenz.

Im Angriff von Hertha BSC bringt sich Cordoba in Position

Für Trainer Bruno Labbadia stellt sich nun die Frage, wem er am Sonntag (18 Uhr, Sky) beim FC Bayern den Vorzug gibt. Cordoba in die Startelf zu hieven, sei „immer eine Überlegung“, sagte er, „das war es auch am Freitag gegen Frankfurt schon.“

Bislang sprach die Zeit für Piatek. Der Pole gehört bereits seit Winter zum Team, Cordoba erst seit zwei Wochen. „Die Abläufe können bei Jhon noch nicht so drin sind“, sagt Labbadia, „aber in so einem Spiel wie gegen die Bayern können seine Qualitäten zum Tragen kommen.“

Robustheit, Wucht und Aggressivität würden für Cordoba (1,88 Meter) sprechen, zudem hat der Kolumbianer in der Vergangenheit bewiesen, dass er die Bayern ärgern kann. Als Profi von Mainz 05 traf er bereits zweimal gegen den Rekordmeister, schoss den FSV 2016 in München sogar zu einem sensationellen Sieg.

Kehrt Piatek Hertha BSC den Rücken?

Für Piatek hingegen wäre die Allianz Arena Neuland. So richtig angekommen scheint der 24-Millionen-Euro-Einkauf noch nicht bei Hertha, womöglich beschäftigen ihn auch die Avancen aus Italiens Serie A. Dort hatte er bekanntlich seine erfolgreichste Zeit, nach einem glanzvollen Jahr in Genua überzeugt er auch beim AC Mailand. Bei Hertha indes war Coach Jürgen Klinsmann, unter dem Piatek geholt wurde, alsbald Geschichte. Und dass sich Labbadia einen Stürmer à la Cordoba wünschte, wird dem Nationalspieler nicht entgangen sein.

Dass er Hertha noch verlässt, darf allerdings bezweifelt werden, denn Cordoba allein wird den hohen Ansprüchen in Westend nicht gerecht. Sollte Manager Michael Preetz einen Abnehmer für Piatek finden, bräuchte er einen sicheren Ersatz in der Hinterhand. Das Transferfenster ist nur noch bis Montag geöffnet.

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