Hertha BSC

Herthas Mittelstädt setzt auf maximale Attacke

Herthas Maximilian Mittelstädt will in seiner sechsten Saison mehr Verantwortung übernehmen und kämpft um einen Stammplatz.

Maximilian Mittelstädt will bei Hertha BSC mehr Verantwortung übernehmen.

Maximilian Mittelstädt will bei Hertha BSC mehr Verantwortung übernehmen.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Die Ansage war klar. „Maxi, dreh auf“, schallte es am Donnerstagmorgen über den Schenkendorffplatz. Und Maximilian Mittelstädt drehte auf, dribbelte an diversen Dummy-Gegnern vorbei und beförderte den Ball in das kleine Tore mit dem grünen Leibchen. Trainingsaufgabe erfüllt.

Doch die Ausgangsforderung an den Verteidiger von Hertha BSC hat noch eine zweite, tiefergehende Ebene. In dieser Saison, seiner bereits sechsten im Dress des Hauptstadtklubs, soll endlich der ganz große Durchbruch gelingen. „Klar, wenn man in seine sechste Saison geht, will man natürlich auch seinen Stammplatz haben“, sagt der 23-Jährige.

Bislang standen da meist Teamkollege Marvin Plattenhardt oder die eigene Gesundheit (diverse Verletzungen, Corona-Infektion, Pfeiffersches Drüsenfieber) im Weg. Mittelstädts Vorteil ist, dass er nicht nur als Linksverteidiger auflaufen kann, sondern auch auf dem Flügel einsetzbar ist. Allerdings fehlt dem Hertha-Eigengewächs, das im März 2016 sein Bundesliga-Debüt gegeben hatte, die Schnelligkeit eines Javairo Dilrosun oder eines Matheus Cunha, die an Mittelstädts Stelle auf der linken Außenbahn wirbeln.

Hertha bestreitet Heimspiel gegen Frankfurt vor 4000 Fans

Dass der Linksfuß noch Luft nach oben hat, sieht auch Bruno Labbadia. „Er ist sehr talentiert, bringt viel Power mit. Er ist dynamisch und laufstark, hat aber noch ein ganzes Stück an Entwicklungspotenzial“, sagt der Trainer. Dass Mittelstädt auf die Frage, wo er sich noch steigern kann, genau die Dinge nennt, die auch sein Coach aufführt, zeigt, dass dem Profi deutlich gemacht wurde, was von ihm erwartet wird.

„Ich muss körperlich auf jeden Fall zulegen, damit ich in Zweikämpfen noch robuster und im Defensiven noch stabiler werde“, weiß Mittelstädt. „Auch in der Offensive gibt es Verbesserungsbedarf, vor allem, wenn ich links hinten spiele, dass ich mit sehr viel Zug nach vorne gehe und meine Flanken oder der letzte Pass noch genauer werden.“

Eine Tendenz, wem Labbadia auf der linken Abwehrseite zum Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal gegen Braunschweig (11. September) und in den ersten Bundesliga-Spielen bei Werder Bremen (19. September) und vor 4000 Zuschauern im Olympiastadion gegen Eintracht Frankfurt (25. September) das Vertrauen schenkt, zeichnet sich noch nicht ab. Im Test gegen Ajax Amsterdam (0:1) durfte Plattenhardt ran, gegen PSV Eindhoven (0:4) Mittelstädt. Im Training variiert die Besetzung. „Es ist mein Ziel, mich in der verbleibenden Vorbereitung so zu präsentieren, dass ich dann die ersten Partien von Anfang an spielen und mich dann auch über die Saison als Stammspieler etablieren werde“, sagt Mittelstädt selbstbewusst.

Hertha-Profi Mittelstädt träumt von der Nationalmannschaft

Er will mehr Verantwortung übernehmen, nicht mehr zu den jüngeren Spielern zählen, lieber einer der Erfahrenen sein. Er sei „für sein Alter sehr professionell“, hat auch Trainer Labbadia festgestellt. Und seinen Linksverteidiger in die Pflicht genommen, auf dem Platz noch lautstärker aufzutreten. „Das sehe ich als meinen nächsten Entwicklungsschritt“, sagt Mittelstädt.

Bevor dann noch der ganz große Traum in Angriff genommen wird: die olympischen Sommerspiele im kommenden Jahr in Tokio. Mit U21-Trainer Kuntz steht der einstige Nachwuchs-Nationalspieler im engen Austausch. Aber das soll’s nicht gewesen sein. „Mein Ziel ist es, auch irgendwann mal bei der A-Nationalmannschaft dabei zu sein“, sagt der Berliner. Dass er sich dafür bei Hertha in den Vordergrund spielen und als Stammspieler überzeugen muss, weiß Mittelstädt. Deshalb gilt jetzt das Motto: Maximale Attacke.

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