Hertha BSC

Hertha BSC mit nur noch neun Spielern: Wer füllt die Lücken?

Neun Profis bei Nationalteams, vier angeschlagen: Hertha BSC hat Probleme, für den Test beim HSV eine komplette Elf zu finden.

Ersatztorwart Nils Körber (l.) muss bei Hertha BSC aktuell häufiger als Feldspieler aushelfen – so wie hier im Duell mit Matheus Cunha.

Ersatztorwart Nils Körber (l.) muss bei Hertha BSC aktuell häufiger als Feldspieler aushelfen – so wie hier im Duell mit Matheus Cunha.

Foto: O.Behrendt via www.imago-images.de / imago images/Contrast

Berlin. Das Bild mutete skurril an. Lediglich neun Feldspieler hatten sich am Dienstagvormittag auf dem Trainingsplatz von Hertha BSC eingefunden, eine Konstellation, die eine ambitionierte Übungseinheit quasi unmöglich machte. An praxisnahe Spielformen war beim Fußball-Bundesligisten jedenfalls nicht zu denken, stattdessen blieb der Rumpftruppe nichts anderes übrig, als ihre Angriffsspielzüge gegen eine Armada hüftsteifer Gegner aus Metall zu üben, nämlich zahlreiche gelblackierte Trainingsdummys.

Trainer Bruno Labbadia nahm die widrigen Umstände mit Fassung, kam aber nicht umhin, kurzzeitig mit dem Kopf zu schütteln. „Das ist nicht optimal“, sagte er, „wir verlieren im Grunde 14 Tage unserer Vorbereitung.“

Jetzt fehlen Hertha BSC auch noch Stark, Rekik und Lukebakio

Ursache dafür sind die zahlreichen Länderspiele, für die Hertha neun Profis zu ihren jeweiligen Nationalteams entsenden musste. Als wäre das nicht ungünstig genug, meldeten sich am Dienstag auch noch drei weitere Spieler ab. Abwehrspieler Niklas Stark hat mit einem leichten Infekt zu kämpfen, Verteidiger Karim Rekik mit Problemen in der Leiste und Angreifer Dodi Lukebakio mit dem Sprunggelenk.

Weil darüber hinaus auch Abwehrchef Dedryck Boyata (Achillessehne) pausieren muss, bleibt Labbadia derzeit nur ein einziger Innenverteidiger: Jordan Torunarigha. Eine Reihe davor sieht es nicht viel besser aus. Einziger zentraler Mittelfeldspieler ist aktuell Lucas Tousart, der seine ansehnlichen Diagonalbälle nur auf die verbliebenen Außenbahnspieler Jessic Ngankam und Mathew Leckie schlagen kann.

Mit Blick auf den letzten Härtetest am Sonnabend (17 Uhr) beim Hamburger SV musste Labbadia daher fast schmunzeln. „Wir hoffen, dass wir zumindest elf Spieler zusammenbekommen“, sagte der Coach, „aber es besteht die Chance, dass der eine oder andere Nationalspieler bis dahin zurückkommt.“ Eine Hoffnung, die vor allem auf dem niederländischen U21-Trio Deyovaisio Zeefuik, Javairo Dilrosun und Daishawn Redan ruht, das am Freitag in Belarus antreten soll, einem Land also, das in der Corona-Pandemie als Risikogebiet eingestuft wird. Herthas Verantwortliche befinden sich daher im Dialog mit dem niederländischen Verband, doch ob die Profis tatsächlich vorzeigt nach Berlin zurückkehren, ist noch unklar.

Auch U23-Spieler von Hertha BSC stehen nicht zur Verfügung

Ob mit oder ohne Holland-Fraktion: Labbadia muss erfinderisch werden – zumal das Profi-Training nicht ohne weiteres mit Nachwuchsspielern aufgefüllt werden kann. Erstens wegen der Corona-Bestimmungen; und zum anderen, weil Herthas U23 in der Regionalliga am Mittwoch und Sonnabend Pflichtspiele absolviert. „Darauf müssen wir Rücksicht nehmen“, sagte Labbadia, „diese Jungs können wir nicht Donnerstag oder Freitag bei uns Elf-gegen-elf spielen lassen.“

Stattdessen will der Trainer die Zeit nutzen, um mit den verbliebenen Profis individuell zu arbeiten und längere Gespräche zu führen. Bei seinem Amtsantritt zu Beginn der Corona-Pandemie sei die Trainingssituation ähnlich vertrackt gewesen, gibt Labbadia zu bedenken, „und damals haben wir das Optimum daraus gemacht. So gehen wir es auch jetzt wieder an.“

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