Bundesliga

Hertha bekommt weitere 150 Millionen Euro von Windhorst

Hertha erhält weitere 150 Millionen Euro von Investor Tennor. Während die Konkurrenz sparen muss, können die Berliner investieren.

Hertha-Investor Lars Windhorst will mit den Berlinern langfristig in die Champions League vorstoßen.

Hertha-Investor Lars Windhorst will mit den Berlinern langfristig in die Champions League vorstoßen.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Was sich seit Monaten angekündigt hat, ist seit Mittwoch perfekt: Hertha BSC bekommt von Investor Lars Windhorst und dessen Beteiligungsgesellschaft Tennor weitere 150 Millionen Euro. Wie der Fußball-Bundesligist bekannt gab, fließen 50 Millionen Euro bereits im Juli, ehe der Rest im Oktober folgt. Anders ausgedrückt: Die Berliner können eine weitere Transferoffensive starten.

Im Gegenzug für das frische Eigenkapital erhält Tennor nun insgesamt 66,6 Prozent Anteile an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA. Rechtlich bleibt die Entscheidungsgewalt jedoch beim Stammverein, der in der ausgegliederten Profi-Abteilung als alleiniger Komplementär auftritt. Die in Deutschland gültige 50+1-Regel wird nicht verletzt. Jene bezieht sich nicht auf die Kapital-, sondern die Stimmenmehrheit.

Herthas Wert wächst gegen den Trend

„Hertha stand wirtschaftlich in seiner Geschichte nie besser da“, sagte Klub-Präsident Werner Gegenbauer. Finanz-Chef Ingo Schiller freute sich zudem über das günstige Timing: „Die Ausweitung des Engagements gerade zum jetzigen Zeitpunkt ist ein starkes Zeichen unseres Partners“, sagte er, „es bietet uns die Möglichkeit, die Zukunft mit noch stärkerem Rückenwind zu gestalten.“

Der Berliner wittern inmitten der Corona-Krise einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Während viele Konkurrenten wie Schalke oder Eintracht Frankfurt aufgrund fehlender Einnahmen einen drastischen Sparkurs einschlagen müssen, kann der Hauptstadtklub investieren.

Bemerkenswert ist die Rechnung hinter dem erneuten Investment. Im Juni 2019 zahlte Tennor für 37,5 Prozent der KGaA-Anteile 125 Millionen Euro. Im November erhielt die Gesellschaft weitere 12,4 Prozent, diesmal für 99 Millionen Euro. Am 1. Juli 2020 kosteten die 16,6 Prozent das Windhorst-Lager nun satte 150 Millionen Euro. Der zugrundeliegende Gesamtwert der Anteile wäre somit binnen einen Jahres von rund 330 Millionen auf gut 900 Millionen angewachsen – trotz Corona.

Lehmann wird Aufsichtsrat, Kosicke Tennor-Berater

So oder so: Windhorst lässt seinen Worten mit der erneuten Finanzspritze Taten folgen. „Dies unterstreicht unser langfristiges Engagement“, sagte er. An seinen Sitzen im Aufsichtsrat wird die erhöhte Beteiligung nichts verändern, es bleibt bei vier von neun Posten, die am Mittwoch offiziell mit zwei neuen Kandidaten besetzt wurde: Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann und Wirtschaftsanwalt Thomas Werlen. Zudem wird der renommierte Berater Marc Kosicke, zu dessen Klienten die Trainer Jürgen Klopp und Julian Nagelsmann zählen, in beratender Funktion für Tennor tätig sein. (mit dpa)

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