Bundesliga

Vom Derby direkt in den Kreißsaal: Herthas Cunha ist Vater

Nach dem Derby fährt Herthas Matheus Cunha direkt zu seiner Frau ins Krankenhaus. Die beweist gutes Timing – auch dank Coach Labbadia.

Schon gegen Hoffenheim deutete Herthas Matheus Cunha nuckelnd die Geburt seines Kindes an. Im Derby folgte der Jubel mit der „Babyschaukel“.

Schon gegen Hoffenheim deutete Herthas Matheus Cunha nuckelnd die Geburt seines Kindes an. Im Derby folgte der Jubel mit der „Babyschaukel“.

Foto: ThorstenWagner / picture alliance / Pressebildagentur ULMER

Berlin. Diese Nacht wird Matheus Cunha nie vergessen: Los ging es für den Brasilianer am Freitagabend mit Herthas 4:0-Sieg im Derby gegen den 1. FC Union, bei dem er per Flachschuss den dritten Treffer beisteuert. Doch während seine Kollegen später gemeinsam feierten, widmete sich der Angreifer schon der nächsten Herausforderung – der Geburt seines ersten Kindes.

Kurz nach seiner Auswechslung in der 66. Minute meldete sich Cunha bei Hertha-Coach Bruno Labbadia und gab das Signal, dass er zu seiner Freundin Gabriela ins Krankenhaus muss. „Ich habe ihn nicht deswegen ausgewechselt“, sagte der Trainer, „aber nur fünf, sechs Minuten danach war es so weit.“

Fünf Minuten zwischen Auswechslung und Aufbruch

Cunhas Nachwuchs hielt die Hertha-Familie schon länger in Atem. „Wir waren schon seit über einer Woche ein bisschen am Zittern“, verriet Labbadia: „Ich habe versucht, seine Frau zu bestechen, dass sie das Hoffenheim-Spiel noch aushält.“ Doch auch danach wollte das Kind noch nicht das Licht der Welt erblicken, also musste Labbadia der werdenden Mutter „noch mal etwas versprechen, wenn sie es schafft, über das Derby hinaus stillzuhalten“.

Und: Gabriela Nogueira hielt sich an den Deal. Samstagmittag postete der stolze Papa Cunha ein Bild aus dem Kreißsaal, verriet Name (Levi) und Zeitpunkt der Geburt (6.35 Uhr). „Mein Gott, danke“, schrieb das 20 Jahre alte Ausnahmetalent.

„Ich freue mich für Matheus total“, sagte Labbadia, „es ist sein erstes Kind, das ist etwas ganz, ganz besonderes.“ Cunha sei erstaunlich entspannt mit der Situation umgegangen, habe unbedingt spielen wollen. Ein Wunsch, dem der Coach gern nachkam, und ein Baustein einer ungewöhnlichen Geschichte.

„Ein Derby zu gewinnen, ein Tor zu machen und dann Vater zu werden – das ist einiges, was er seinem Kind in ein paar Jahren erzählen kann“, sagte Labbadia.