Hertha BSC

Hertha-Fans bieten in der Corona-Krise ihre Hilfe an

In schwierigen Zeiten stehen auch die Herthaner zusammen. Fans bilden ein Hilfe-Netzwerk, Vladimir Darida ruft zu Solidarität auf.

Vladimir Darida fordert alle Hertha-Fans, und nicht nur die, zu Solidarität auf..

Vladimir Darida fordert alle Hertha-Fans, und nicht nur die, zu Solidarität auf..

Foto: Daniel Karmann / dpa

Berlin. Einkaufen gehen, Pakete abholen, sich um Medikamente kümmern – Hilfe kann in Zeiten der Corona-Krise vielfältig aussehen. Zu jenen, die ihre Dienste anbieten, gehören jetzt auch Fans von Hertha BSC. Auf der Facebook-Seite des Vereins können Interessierte der Gruppe „Herthaner helfen“ beitreten, um in ihrer Umgebung jenen unter die Arme zu greifen, die darauf angewiesen sind.

Herthas Spieler rufen ebenfalls zu Solidarität auf. „Seid rücksichtsvoll. Wir schaffen das zusammen“, erklärt Mittelfeldspieler Vladimir Darida (29) in einer Videobotschaft, die der Verein veröffentlichte. Der Tscheche hält sich derzeit wie seine restlichen Mitspieler in den eigenen vier Wänden auf. Zum Wochenbeginn meldete auch der Berliner Bundesligist seinen ersten Corona-Fall. Ein namentlich nicht genannter Spieler hatte sich mit dem Virus infiziert.

Hertha hat Lizenzunterlagen für nächste Saison eingereicht

Seitdem befinden sich Mannschaft, Mitarbeiter und Betreuer in zweiwöchiger Quarantäne. Frühestens Anfang April könnten die Spieler wieder das Mannschaftstraining aufnehmen, aber ob das tatsächlich möglich sein wird, kann derzeit niemand sagen. Bis die Situation weniger kritisch ist, sind alle Spieler angehalten, sich individuell fit zu halten. Wie das aussehen kann, zeigte Matheus Cunha (20) über seine sozialen Netzwerke. Herthas Winterzugang, der noch im Hotel wohnt, radelt auf der Dachterrasse auf einem Ergometer sitzend dem Sonnenuntergang entgegen, vor ihm die Skyline Berlins. Das Ambiente lädt zu Urlaubsgefühlen ein, aber die könnten dieser Tage ferner nicht sein.

Die Stimmung unter den Bundesligisten ist angespannt. Die deutsche Fußball-Liga DFL) hatte in einer Sondersitzung Anfang der Woche beschlossen, vorerst bis zum 2. April mit dem Spielbetrieb auszusetzen. Dass es danach aber weitergeht, ist mehr als unwahrscheinlich. Die Pause dürfte noch länger ausfallen, was viele Vereine vor wirtschaftliche Probleme stellen wird. Die nächste Tranche an Fernsehgeldern steht noch aus, etliche Klubs benötigen sie, um laufende Kosten zu decken. Doch wenn nicht gespielt wird, müssen die Sender auch nicht zahlen. Herthas Manager Michael Preetz hatte gesagt, auch die Berliner seinen von den Ausfällen „recht empfindlich getroffen“.

Olympiastadion-Chef bietet Hertha Mietminderung an

Ungeachtet der Krise hat Hertha bei der DFL fristgerecht die Lizenzunterlagen für die kommende Spielzeit eingereicht. Beantragt wurde die Spielgenehmigung für die Erste und Zweite Liga, wie Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller bestätigte. „Aber alles auf dem Klinkenstand von vor zwei Wochen“, sagt Schiller. Das heißt, niemand weiß derzeit, wie es um die wirtschaftliche Situation von Klubs wie Hertha im Mai oder Juni bestellt ist. Gut möglich, dass auch bis dahin noch nicht wieder gespielt wird. Dann dürfte sich die Finanzlage bei den meisten drastisch verschärft haben.

Vor diesem Hintergrund kommt Hertha entgegen, dass Timo Rohwedder, der Chef des Berliner Olympiastadions, dem Bundesligisten eine Mietminderung in Aussicht stellt. Herthas Mietvertrag für das Olympiastadion gilt bis 2025, der Klub zahlt etwas mehr als fünf Millionen Euro pro Jahr. Da der Berliner Senat den Sportbetrieb in der Stadt bis 19. April gestoppt hat, wird es erst einmal keine Heimspiele geben. Schon gar nicht mit Zuschauern. Auch ausbleibende Ticketverkäufe machen Vereinen wie Hertha zu schaffen.

Die DFL wird vielen von ihnen beim Lizenzierungsverfahren entgegenkommen müssen, die Bereitschaft dazu haben die Verantwortlichen dem Vernehmen nach schon signalisiert. Wie das im Detail aussehen könnte, ist aber genauso unklar wie alles andere, was mit der Corona-Krise im Zusammenhang steht.