Bundesliga

Hertha BSC hofft zum Geisterspiel auf Rückkehr von Boyata

Herthas Profis versuchen, sich auf das anstehende Geisterspiel in Hoffenheim einzustellen – und hoffen auf einen Rückkehrer.

Geht dorthin, wo es weh tut: Hertha-Verteidiger Deryck Boyata (M.).

Geht dorthin, wo es weh tut: Hertha-Verteidiger Deryck Boyata (M.).

Foto: Maja Hitij / Bongarts/Getty Images

Berlin. Wirklich kalt war es nicht an diesem Mittwochvormittag, ein bisschen windig vielleicht, aber angenehm. Die Sonne schien ab und zu durch den wolkenverhangenen Märzhimmel, trotzdem trugen mehrere Fußballer von Hertha BSC Handschuhe, dazu lange Trainingskleidung. Zum Schutz gegen das Corona-Virus?

„Wir machen uns seit ein paar Tagen schon Gedanken, weil wir die Saison zu Ende spielen wollen“, sagt Maximilian Mittelstädt (22). Ob es dazu kommt, weiß derzeit niemand. Die Deutsche Eishockey Liga hatte am Dienstag als erste Profiliga in Deutschland ihre Spielzeit vorzeitig beendet ohne einen Meister zu ermitteln. Andere könnten demnächst gezwungen sein, nachzuziehen.

Mittelstädt: „Müssen umso konzentriert sein“

So weit ist der Fußball noch nicht, aber der kommende Spieltag wird gänzlich anders ablaufen als in der Vergangenheit. Alle Spiele werden ohne Zuschauer ausgetragen, auch die Partie zwischen Leipzig und Freiburg wurde inzwischen zum Geisterspiel erklärt. Hertha wird am Sonnabend in Hoffenheim (15.30 Uhr, Sky) ebenfalls vor leeren Rängen spielen. Zugelassen sind nur wenige Journalisten sowie Betreuer und Sicherheitskräfte.

„Vor leerem Stadion zu spielen ist für mich neu und ich bin gespannt was das für Auswirkungen auf die Leistung der Mannschaften hat“, sagt Mittelstädt. Der vermeintliche Heimvorteil dürfte dadurch zu einer Marginalie verkommen, die leeren Stadien stellen die Spieler plötzlich vor ganz andere Herausforderungen. Anweisungen, die ansonsten im Lärm der Tausenden untergehen, werden hörbar sein, auch für den Gegner. Und dann ist da der Spannungsabfall, das Ambiente gleicht einem Trainingsspiel. Mittelstädt warnt: „Wir müssen umso konzentrierter sein.“

Innenverteidiger zurück im Teamtraining

Mit der Konzentration hatten es Herthas Spieler zuletzt nicht so. Gegen Köln, Düsseldorf und Bremen lag die Mannschaft schnell zu zurück, was am Ende wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt kostete. „Wir müssen uns darauf konzentrieren, keine schnellen Gegentore mehr zu kassieren“, sagt Mittelstädt.

Dabei mithelfen könnte in Hoffenheim Dedryck Boyata (29), der erstmals nach mehrtägiger Verletzungspause wieder mit der Mannschaft trainierte. Der Belgier soll gegen Hoffenheim nach Möglichkeit ins Abwehrzentrum zurückkehren. Nach dem Training gab er sich gut gelaunt, unterhielt sich kurz mit einem Besucher, der am Rand stand. Herthas Spieler sollen so gut es geht Kontakt meiden, auf Selfies oder Autogramme verzichten. So lange, bis sich die Lage normalisiert hat.