Bundesliga

Pekarik ist bei Hertha endlich wieder wichtig

Die Personalie Pekarik zeigt, dass der neue Hertha-Coach Alexander Nouri sich von seinem Vorgänger Jürgen Klinsmann emanzipiert hat.

Peter Pekarik (r.) ist bei Hertha BSC wieder obenauf.

Peter Pekarik (r.) ist bei Hertha BSC wieder obenauf.

Foto: Christof Koepsel / Bongarts/Getty Images

Berlin. Seinen freien Tag verbrachte Peter Pekarik (33) mit ungewohnten Gefühlen. Die Muskeln zwickten hier und da, der Körper fühlte sich etwas müder an, aber es war ein schöner Zustand, den der Defensivspieler von Hertha BSC da erlebte.

Körperliche Erschöpfung hatte der Slowake im Anschluss an ein Bundesliga-Wochenende schon länger nicht mehr gespürt. Um genau zu sein, seit zehn Monaten nicht. Es war am 14. April 2019 beim 0:2 in Hoffenheim, als Pekarik zum letzten Mal in der Startelf von Hertha BSC gestanden hatte. Damals hieß der Trainer noch Pal Dardai.

Seitdem ist eine Menge passiert beim Berliner Bundesligisten, zwischen Dardai und dem aktuellen Trainer Alexander Nouri (40) liegen zwei Amtsinhaber (Ante Covic, Jürgen Klinsmann) und ein Investoren-Einstieg (Lars Windhorst). Unter Covic und Klinsmann spielte Pekarik überhaupt keine Rolle mehr und kam keine einzige Minute zum Einsatz, meist saß er auf der Tribüne. Das lag zum Teil auch daran, dass er aufgrund von Verletzungen die komplette Vorbereitung im Sommer verpasst hatte. Als er sich wieder fit meldete, waren Lukas Klünter und Zugang Marius Wolf in der Hierarchie an ihm vorbeigezogen.

Pekarik ist erfahren und stressresistent

Nouri nutzte seinen Aufstieg zum Chef auch, um sich auch ein Stück weit von seinem ehemaligen Vorgesetzten Klinsmann zu emanzipieren. Dass er sportliche Belange und Personalien anders einschätzt als sein Vorgänger, verdeutlichte er durch Personalien wie Pekarik oder Javairo Dilrosun. Der Niederländer, unter Klinsmann noch Stammkraft, stand in Paderborn nicht einmal im Kader.

Peter Pekarik machte aus Sicht von Nouri unter mehreren Aspekten Sinn. Der Slowake ist mit seinen 33 Jahren und 72 Länderspielen ein sehr erfahrener Fußballer und absolut stressresistent. Abstiegskampf schlägt sich genau so wenig auf sein Gemüt nieder wie überstürzte Trainerabgänge.

Das zeigte er beim 2:1 in Paderborn. Die rechte Seite beackerte er im 3-5-2-System sehr solide, ließ defensiv so gut wie nichts zu und strahlte viel Souveränität aus.

Pekarik kommt die Sperre von Wolf entgegen

„Er hat sich extrem professionell verhalten und sich durch Trainingsfleiß das Spiel erarbeitet“, sagte Nouri über Pekarik. Schon im Trainingslager in Florida hätte der Verteidiger im Testspiel gegen Eintracht Frankfurt überzeugt. Der Startelfeinsatz jetzt sei die verspätete, aber logische Konsequenz gewesen.

Pekarik zugute kam, dass Marius Wolf nach seinem Platzverweis aus der Vorwoche gesperrt war, aber er nutzte die Gelegenheit, um nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Wolf ist im kommenden Spiel am Sonnabend gegen den 1. FC Köln (15.30 Uhr, Olympiastadion) zwar wieder spielberechtigt, aber ob er tatsächlich wieder in die Mannschaft zurückkehrt, ist offen. Dass Alexander Nouri seine eigene Sicht der Dinge hat, weiß jetzt nicht nur Peter Pekarik.

Über Pekarik geht es auch in der neuen Folge des „Immer Hertha“-Podcasts. Morgenpost-Redakteur Michael Färber spricht mit Hertha-Reporter Sebastian Stier über den Slowaken, den neuen Chefcoach Alexander Nouri sowie die Stadionfrage. Zu hören bei morgenpost.de/podcast, Apple Podcasts, Spotify und Deezer.