DFB-Pokal

Herthas Torunarigha auf Schalke offenbar Opfer von Rassismus

Herthas Jordan Torunarigha war beim 2:3 auf Schalke durch seinen Ausraster die tragische Figur. Nun wurden die Hintergründe bekannt.

Ausraster: Herthas Jordan Torunarigha (M.) wirft mit einer Getränkekiste, nachdem er rüde gefoult wurde. Schalke-Trainer David Wagner (l.) fasst nach den Schultern des Berliners. Beide wurden des Feldes verwiesen.

Ausraster: Herthas Jordan Torunarigha (M.) wirft mit einer Getränkekiste, nachdem er rüde gefoult wurde. Schalke-Trainer David Wagner (l.) fasst nach den Schultern des Berliners. Beide wurden des Feldes verwiesen.

Foto: Lars Baron / Bongarts/Getty Images

Gelsenkirchen. Darüber, wie sehr es in Jordan Torunarigha brodelte, lässt sich nur spekulieren. Der Innenverteidiger von Hertha BSC verschwand nach dem bitteren Pokal-Aus auf Schalke (2:3 n.V.) in den Katakomben, statt seiner Wut Luft zu machen.

Bis in die Nachspielzeit hatte das Eigengewächs des Berliner Fußball-Bundesligisten eine starke Leistung gezeigt, seine Mannschaft dann aber geschwächt – Gelb-Rot nach 102 Minuten. Der Grund war eine emotionale Entgleisung, nachdem er selbst an der Seitenaus-Linie hart gefoult worden war. Torunarigha griff daraufhin zu einer Getränkekiste von der Schalker Bank und schleuderte diese zu Boden. Schiedsrichter Harm Osmers (Hannover) stellte den Hertha-Profi vom Platz.

Beleidigungen von der Tribüne

Im Anschluss an das Spiel kam allerdings heraus: Torunarigha ist während der Partie offenbar Opfer von Rassismus geworden.

„Der Junge ist beleidigt worden und war aufgepusht“, sagte Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann, „da braucht man dann Fingerspitzengefühl und muss ihm nicht später in der Situation noch die zweite Gelbe Karte geben.“

Hertha-Kapitän Niklas Stark berichtete: „Es gab rassistische Beleidigungen von der Tribüne. Jordan ist ein emotionaler Spieler. Wenn so etwas passiert, wäre ich wahrscheinlich auch ausgerastet. Sowas geht nicht. Das ist abstoßend.“

Hertha-Coach Klinsmann wies die Schiedsrichter auf das Problem hin

Schalke-Coach David Wagner, der Torunarigha während der Getränkekisten-Szene an den Schultern festgehalten hatte („Ich wollte nur dafür sorgen, dass er die Balance wiederfindet“), wurde für diese Geste ebenfalls des Feldes verwiesen. „Ich habe die Rufe nicht gehört, aber ich möchte mich im Namen von Schalke 04 entschuldigen, so was gehört sich nicht“, sagte der Trainer.

Die rassistischen Beleidigungen gegen den Deutsch-Nigerianer sollen schon vor der Verlängerung gerufen worden sein. Klinsmann erklärte, man habe die Unparteiischen auf das Problem hingewiesen. „Wir haben ihnen gesagt, dass sie ihn schützen müssen“, sagte Klinsmann.

Schalkes Raman: „Torunarigha hat auf dem Platz geweint“

Wie genau Torunarigha beleidigt wurde, ist derzeit noch unklar; dass es zu Beleidigungen kam, scheint allerdings unstrittig. „Wenn so was aufkommt, ist da in der Regel auch was dran“, sagte Revierklub-Trainer Wagner.

Schalkes Siegtorschütze Benito Raman sagte der „Bild“: „Torunarigha hat auf dem Platz geweint und wollte aufhören. Ich habe die Rufe nicht gehört, habe ihm aber Mut zugesprochen und gesagt, dass er weitermachen soll.“