Bundesliga

Hertha-Neuzugang Piatek verpasst Siegtreffer gegen Schalke

Hertha BSC trotzt Schalke 04 im Olympiastadion ein 0:0 ab. Zugang Krzysztof Piatek gibt sein Debüt – und macht Lust auf mehr.

Hertha-Zugang Krzysztof Piatek (l.) bewies bei seinem Debüt gleich seine Torgefahr.

Hertha-Zugang Krzysztof Piatek (l.) bewies bei seinem Debüt gleich seine Torgefahr.

Foto: Imago

Was wäre das für ein Einstand gewesen? Hertha-Zugang Krzysztof Piatek, erst am Donnerstag in Berlin angekommen, stand im Bundesliga-Duell gegen Schalke 04 erst zehn Minuten auf dem Platz, da hätte er sich schon zum Helden machen können. Nach einer Ecke schraubte sich der polnische Stürmer im Strafraum in die Luft, köpfte den Ball aber knapp über die Querlatte. Dennoch: Der 23-Millionen-Euro-Einkauf machte bei seinem Debüt Lust auf mehr.

Für Hertha endete die kostspieligste Einkaufswoche der Klubhistorie am Freitagabend mit einem verdienten 0:0. Ein respektables Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die Gäste als Tabellensechster angereist waren und Hertha gegen den Abstieg kämpft. „Wir müssen kämpfen, wichtig ist der Punkt“, sagte Per Skjelbred kurz nach dem Abpfiff.

Niklas Stark sitzt gegen Schalke 04 auf der Bank

Im Vergleich zur Vorwoche hatte Trainer Jürgen Klinsmann seine Startelf nur auf einer Position verändert. Nationalspieler Niklas Stark musste auf der Bank Platz nehmen, für ihn kehrte Dedryck Boyata nach abgesessener Gelbsperre in die Innenverteidigung zurück. Allzu viel bekam die Berliner Defensive in Durchgang eins jedoch nicht zu tun. Den Schalkern fehlte es meist an Ideen und Präzision, zudem stand Hertha gewohnt kompakt. Die Folge war ein zunächst recht zäher Kick, geprägt von reichlich Stückwerk.

Fahrt nahm das Geschehen nur sporadisch auf. Schalkes Suat Serdar (18. Minute) und Michael Gregoritsch (20.) probierten es aus der Distanz, verfehlten ihr Ziel aber klar. Und die Berliner? Beließen es erstmal bei jener minderkomplexen Art Fußball, die ihnen in den sieben Spielen unter Trainer Klinsmann immerhin elf Punkte beschert hatte.

Das Gute daran: Die Verteidigungsmechanismen sitzen, Herthas Abwehr lässt sich von normalsterblichen Gegnern derzeit kaum knacken. Die zweite Konstante ist hingegen weniger erfreulich: Im Spiel nach vorn bleibt Hertha unter Klinsmann meist blass und vielen ein Rätsel. Nicht wenige Beobachter stellen sich die Frage, ob das Team nicht in der Lage ist, seinen Offensiv-Plan umzusetzen, oder ob es womöglich gar keinen Plan gibt.

Phasenweise zeigte Hertha Lust aufs Fußballspielen

Wenn Herthas Profis die Bälle nicht schon vorher in die Schalker Füße gespielt hatten, dribbelten sich die Einzelkönner Javairo Dilrosun und Dodi Lukebakio mit ihren Pirouetten zuverlässig fest. Werbung für einen Besuch im Olympiastadion machte die Klinsmann-Elf damit nicht.

Zumindest phasenweise zeigten die Berliner dann aber doch so etwas wie Lust aufs Fußballspielen. Anders als zuletzt ließen sie sich nicht am eigenen Sechzehner einschnüren, sondern trauten sich in die gegnerische Hälfte. Viel mehr als eine Direktabnahme von Marius Wolf kam dabei allerdings nicht heraus. Sein Versuch rauschte am linken Pfosten vorbei (24.). So gehörte die beste Gelegenheit der ersten Hälfte den Gästen. Weston Mc Kennies satter Schuss wurde kurz vor der Pause abgefälscht und rauschte knapp über die Querlatte (45.+1).

Der Seitenwechsel änderte zunächst wenig an der Qualität des Spiels. Nach gut einer Stunde versuchte Klinsmann, frischen Wind ins Spiel zu bringen, brachte den zuletzt unzufriedenen Arne Maier und Zugang Piatek, der erst ein einziges Mal mit der Mannschaft trainiert hatte. Von Gros der 47.863 Zuschauer wurde der Pole mit tosendem Applaus begrüßt.

Nur zehn Minuten später köpfte er übers Schalker Tor. Robust, spritzig, zielstrebig und abgeklärt – Piatek deutete auf Anhieb an, dass er Hertha helfen kann. Überhaupt waren die Hausherren jetzt aktiver, doch die Krönung blieb Piatek bei seinem Einstand verwehrt. Nach einem Konter setzte er seinen Schuss zu hoch an (81.). Weil danach auch Schalkes Gregoritsch (86.) und Herthas Maximilian Mittelstädt den Siegtreffer knapp verpassten (90.+5), blieb es beim Remis. Schon am Dienstagabend setzten die beiden Teams ihr Duell fort. Dann im DFB-Pokal in Gelsenkirchen – und mit einem Sieger.