Bundesliga

Hertha in den USA: Fitness first, Fußball second

In Herthas Trainingslager in Florida findet nur eine Einheit pro Tag auf dem Platz statt. Dafür gibt es ein zusätzliches Testspiel.

Herthas Profis um Vedad Ibisevic (4.v.l.) auf dem Trainingsgelände in Florida.

Herthas Profis um Vedad Ibisevic (4.v.l.) auf dem Trainingsgelände in Florida.

Foto: Jörn Lange / BM

Orlando. Das Stürmertraining übernahm der Chef höchstselbst. An Tag zwei des Trainingslagers in Orlando versammelte Jürgen Klinsmann (55) seine Stürmer zu einer Spezialeinheit. Herthas Chefcoach war zu seiner aktiven Zeit schließlich Angreifer von Weltklasseformat, also nahm er die Berliner Offensivkräfte Davie Selke, Vedad Ibisevic, Pascal Köpke und Talent Daishawn Redan ganz genau unter die Lupe.

Abschlüsse mit rechts, mit links und per Kopf waren gefordert, aus der Drehung und dem Dribbling auch. Vor allem Routinier Ibisevic (35) erwies sich dabei als souverän, ansonsten blieb die Trefferquote trotz Abwesenheit von Gegenspielern ausbaufähig.

Genossen haben dürfte das Quartett das Sondertraining dennoch. Fußballer wollen nun mal am liebsten Fußball spielen, und Angreifer wollen Tore schießen.

Testspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Insgesamt bekommen die Berliner Bundesligaprofis in Florida wenig Gelegenheit dazu. Nur eine Einheit pro Tag findet auf dem Platz statt, am Nachmittag geht es in der Regel in den Kraftraum. „Wir wollen die Jungs physisch noch mal auf ein anderes Level bringen“, sagt Co-Trainer Alexander Nouri, „über diese physische Stärke können sie dann auch Selbstvertrauen gewinnen.“

Am Samstagvormittag dauerte es stattliche 45 Minuten, bis die Profis mit dem Ball arbeiten durften, bis dahin wurden sie von den Fitnesstrainern Werner Leuthard und Henrik Kuchno gedrillt, unter anderem mit Sprints.

Den Abschluss der Einheit bildeten weitere Intervallläufe, wobei jene Spieler, die zuletzt die Stammformation bildeten, zuschauen durften. Sie bestreiten am Sonntagnachmittag einen Test gegen die U19 des ortsansässigen MLS-Teams Orlando City, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird.

Co-Trainer Feldhoff: „Wir brauchen diese Intensität“

„Es geht um Automatismen, um Laufwege und mehr Feingefühl untereinander“, hatte Klinsmann zum Start der Wintervorbereitung angekündigt. In Florida steht indes die Fitness im Vordergrund, offensichtlich ist das Team noch nicht auf dem körperlichen Niveau, das dem Trainerteam vorschwebt.

„Wir brauchen diese Intensität“, betont Markus Feldhoff, der zweite Co-Trainer neben Nouri: „Ziel ist es, aktiver zu sein, höher zu pressen. Wenn man im Spiel höher angreift, braucht man eine höhere Intensität und die muss man dann auch aufrechterhalten können.“

Schon an Tag eins des Trainingslagers hatte das Trainerteam die Spieler mächtig gefordert. Allein an intensiven Intervallläufen spulten die Profis 1500 Meter ab, erklärte Feldhoff – ein Wert, den kaum ein Spieler in einem Bundesligaspiel zustande bringt. Trotz des zusätzlichen Testspiels bleibt Herthas Fokus in Florida also klar: Fitness first, Fußball second – erst die Fitness, dann der Fußball.