Fussball

Geringe Chancen für Köpke-Verbleib bei Hertha

Hertha-Coach Klinsmann würde gern mit dem Torwarttrainer weitermachen, doch die Absprache mit dem DFB ist wohl nicht verlängerbar.

Torwarttrainer Andreas Köpke auf der Hertha-Bank gegen Frankfurt.

Torwarttrainer Andreas Köpke auf der Hertha-Bank gegen Frankfurt.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Berlin. Die Dämmerung hatte schon eingesetzt, als Andreas Köpke (57) den Trainingsplatz verließ. Hinter dem Torwarttrainer lang ein recht kurzer Arbeitstag, zumindest was die aktive Trainingsgestaltung anging. Köpke verzog sich mit dem restlichen Trainerteam nach drinnen, wo die Spieler am Montag Schnelligkeitstests zu absolvieren hatten.

Nur noch zwei Wochen, dann endet die kurze Zusammenarbeit zwischen dem Bundestorwart-Trainer und Hertha BSC schon wieder. Köpke ist vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) nur leihweise in die Hauptstadt entsandt worden, ab Januar soll er sich dann wieder ganz in den Dienst der Nationalmannschaft begeben. Herthas neuer Trainer Jürgen Klinsmann bemüht sich zwar gerade um einen längeren Verbleib seines Vertrauensmanns, die Chancen dafür seien aber gering.

Klinsmann will auf jeden Fall im Austausch bleiben mit Köpke

„Die Absprache ist ganz klar so, dass er bis zum Jahresende bei uns ist. Danach geht für die Nationalmannschaft die heiße Phase der Vorbereitung los. Es ist ja nicht so, dass es nur bei den Länderspielen der Fall ist, dass sie zusammenkommen, sondern sie sind vorher unterwegs, müssen die Gegner analysieren Richtung Europameisterschaft. Da kommt viel auf den Andi zu“, sagt Klinsmann. Ganz so einfach dürfte Klinsmann seinen langjährigen Weggefährten Köpke aber nicht aufgeben. Es ist nicht komplett auszuschließen, dass sich Hertha und der DFB doch auf eine längere Abstellung Köpkes einigen.

Sollte dies nicht gelingen, gebe es für die Zeit nach dem Jahreswechsel einen Plan B. Eine Rückkehr des langjährigen Torwarttrainers Zsolt Petry schloss Klinsmann aber konsequent aus. Petry spiele in den Überlegungen keine Rolle. Andreas Köpke soll mindestens in beratender Funktion erhalten bleiben. „Wir werden mit ihm im Austausch bleiben. Seine Eindrücke, die er hier sammelt in den wenigen Wochen, sind klasse für uns“, sagt Klinsmann.

Torwart Jarstein hat seinen Posten gegen Freiburg sicher

Zu Köpkes Einschätzungen gehört auch, dass Rune Jarstein weiter die unumstrittene Nummer eins im Tor ist. Der Norweger hatte die vergangenen zwei Spiele wegen einer Sperre verpasst und wurde von Ersatzmann Thomas Kraft gut vertreten. Gegen Freiburg wird Jarstein aber wieder ins Tor zurückkehren. „Wir wollen nichts über den Haufen schmeißen. Es hat sich über die Jahre jetzt so eingespielt, dass Rune diese Position hat. Ihm ist gegen Augsburg dieser Ausrutscher passiert, aber jetzt kommt er wieder zurück“, sagt Klinsmann.

Jarstein hatte in Augsburg nach einem rüden Foul die Rote Karte gesehen. Hertha verlor 0:4, wenige Tage später wurde der damalige Trainer Ante Covic durch Klinsmann ersetzt. Herthas neuer Trainer wartet nach einer Niederlage gegen Dortmund (1:2) und dem Remis gegen Frankfurt (2:2) auf den ersten Sieg. Am Sonnabend soll der gegen Freiburg gelingen. Dann mit Jarstein im Tor.