Bundesliga

Hertha BSC stoppt seine Niederlagenserie – 2:2 in Frankfurt

Zweites Spiel unter Jürgen Klinsmann, erster Punkt: Hertha BSC ringt Eintracht Frankfurt ein 2:2 ab – doch es wäre mehr drin gewesen.

Herthas Dodi Lukebakio gelang in Frankfurt sein viertes Saisontor.

Herthas Dodi Lukebakio gelang in Frankfurt sein viertes Saisontor.

Foto: Jan Huebner via www.imago-images.de / imago images/Jan Huebner

Frankfurt/Berlin. Während sich seine Spieler erschöpft auf den Rücken fallen ließen, pustete Jürgen Klinsmann beim Schlusspfiff kräftig durch. So richtig freuen konnte sich Herthas neuer Cheftrainer zunächst nicht über den ersten Berliner Punktgewinn nach zuvor fünf Niederlagen. Der Schwabe wusste: Das 2:2 (1:0) bei Eintracht war am Freitagabend zwar nicht unverdient, aber zumindest schmeichelhaft. Acht Hertha-Torschüssen standen am Ende 27 Versuche der Eintracht gegenüber.

„Es war klar, dass Frankfurt in der zweiten Halbzeit kommt, und wir konnten nicht alles verteidigen“, sagte Hertha-Stürmer Davie Selke nach der hitzigen, hektischen und mitunter hart geführten Partie: „Trotzdem, wir nehmen einen Punkt mit, das ist enorm wichtig für uns.“

Lukebakio erzielt die Führung

Stürmer Dodi Lukebakio hatte die Berliner im ersten Durchgang in Führung gebracht (30. Minute), ehe Marko Grujic nach der Pause zum zwischenzeitlichen 2:0 traf (63.). Eine Zwei-Tore-Führung, die die Gäste jedoch nicht über die Zeit brachten, weil sie erneut zu anfällig bei Standards waren. Erst traf Frankfurts Martin Hinteregger nach einer Ecke (65.), dann Sebastian Rode (86.). Ein später Dämpfer für den Hauptstadtklub, der auf Rang 16 verbleibt.

Er wolle wenig umstellen, damit die Mannschaft einen Rhythmus finden kann, hatte Klinsmann vor seinem zweiten Spiel als Hertha-Coach angekündigt. Drei Änderungen nahm er trotzdem vor: Marius Wolf, Per Skjelbred und Maximilian Mittelstädt mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen, dafür rückten der schnelle Lukas Klünter, Marvin Plattenhardt und Ondrej Duda in die Startformation. Der Spielmacher, in der Vorsaison noch bester Scorer der Berliner, hatte gegen Dortmund nicht mal im 20er-Kader gestanden.

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Duda kehrt in die Startelf zurück

In Frankfurt war der Slowake auf Anhieb präsent, initiierte in einer hektischen Anfangsphase die erste gefährliche Aktion. Seinen cleveren Querpass schob Davie Selke jedoch knapp am Pfosten vorbei (13.). Das Schiedsrichtergespann hatte allerdings auf Abseits entschieden.

Das war’s dann aber auch zunächst mit der Berliner Offensive, spätestens ab der 20. Minute übernahm die Eintracht die Kontrolle. Das Team von Trainer Adi Hütter wirkte wacher als die Gäste, die zwar reichlich Elan und Härte mitgebracht hatten, in puncto Stellungsspiel aber mehrfach Defizite offenbarten.

Die Hessen kamen fast im Minutentakt zu Chancen: Hertha-Keeper Thomas Kraft musste gegen Almany Toure (20.) und Hinteregger (27.) klären, Djibril Sow (21.) und André Silva verfehlten ihr Ziel knapp (26.). Die Frankfurter Führung lag nur förmlich in der nass-kalten Luft, doch treffen sollte Hertha.

Grujic bereitet vor und trifft

Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte kombinierten die Berliner an der linken Seite schnurstracks nach vorn. Plattenhardt hebelte zwei Gegenspieler aus, Grujic aus dem Fußgelenk zwei weitere, schon war das Spielgerät bei Lukebakio. Der Belgier zog von links in den Sechzehner und bugsierte den Ball durch die Beine von Torhüter Frederik Rönnow in Netz – 1:0 (30.). Es war Herthas Torschuss des Spiels.

Die Eintracht reagierte trotzig, drängte auf die schnellen Antwort. Tatsächlich dauerte es nur acht Minuten, bis es im Gäste-Tor einschlug, doch der Frankfurter Jubel hielt nur kurz, weil sich der Video-Assistent einmischte: Foul von Vorbereiter Filip Kostic an Niklas Stark, kein Tor.

Durchgang zwei begann so hektisch, wie der erste aufgehört hatte. Der bereits verwarnte Duda hätte beinahe einen Platzverweis kassiert und wurde prompt gegen Eduard Löwen ausgewechselt.

Anschließend drückte weiter die Frankfurter, wurden aber erneut von Hertha geschockt. Freistoß Plattenhardt, Kopfballverlängerung Karim Rekik, Querablage Dedryck Boyata, Tor Marko Grujic – zum zweiten Mal schlugen die Berliner eiskalt zu (63.).

Zwölftes Gegentor nach Standards

Diesmal jedoch schlug die Eintracht postwendend zurück. Nach einer Ecke verlängerte Toure den Ball per Kopf, Hinteregger nickte ein – nur noch 2:1 (65.). Was folgte, war ein erbitterte Schlagabtausch, hier wurde Fußball verbissen gearbeitet, statt gespielt. Torchancen kamen trotzdem zustande. Selke verzog haarscharf (68.), es wäre wohl die Entscheidung gewesen.

Auf der anderen Seite musste Hertha-Keeper Thomas Kraft erneut hinter sich greifen, doch wieder wurde der Treffer von Schiedsrichter Christian Dingert nicht gegeben, weil der Berliner Schlussmann von Eintracht-Angreifer Goncalo Paciencia leicht geschubst wurde (71.). Der Rest war eine Mischung aus Kampf und Krampf – mit dem halbwegs versöhnlichen Ende für Frankfurt. Rode traf nach einer Ecke, es war das zwölfte Berliner Gegentor nach einem Standard.

„Auch wenn es am Ende nicht zum Sieg gereicht hat: Wir können trotzdem stolz sein“, meinte Hertha-Verteidiger Stark. Am Sonnabend haben die Berliner die Chance, das mit dem Siegen nachzuholen. Dann ist der SC Freiburg zu Gast im Olympiastadion.