Bundesliga

Ante Covic: „Ich bin der Letzte, der auf sich schaut“

Hertha BSC Profis schwören sich bei einem internen Mannschaftsabend ein. Trainer Ante Covic: „Ich bin der Letzte, der auf sich schaut.“

Richtungs­weisende Wochen­ liegen vor Hertha BSC und Trainer Ante Covic.

Richtungs­weisende Wochen­ liegen vor Hertha BSC und Trainer Ante Covic.

Foto: Maja Hitij / Bongarts/Getty Images

Berlin. Der Nachtisch wurde gemeinsam geteilt. Einige Spieler hatten ein alkoholfreies Bier vor sich stehen, andere beschlossen den Abend mit einem Espresso. Wichtiger war jedoch die übergeordnete Frage, zu der sich die Mannschaft am Donnerstag zu einem gemeinsamen Abend bei einem Italiener verabredet hatte.

Den Grund verriet David de Mel, Physiotherapeut von Hertha BSC auf einem Foto bei Instagram. Dort schauen Maximilian Mittelstädt, Niklas Stark, Davie Selke, Marvin Plattenhardt, Marius Wolf, Vladimir Darida, Rune Jarstein, Salomon Kalou und Vedad Ibisevic entschlossen zum Fotografen. Der Text zum Gruppen-Selfie lautet: „Diese Jungs werden am Sonntag gewinnen.“

Am Sonntag spielt Hertha BSC beim FC Augsburg (15.30 Uhr/Sky). Nach bisher nur elf Punkten aus elf Spielen würde ein Sieg sehr helfen. Allerdings hoffen auch die Gastgeber (10 Punkte) unbedingt auf ein Erfolgserlebnis. Nach dem 2:4 gegen Leipzig, der dritten Bundesliga-Niederlage in Folge, und einer Mitgliederversammlung mit vielen kritischen Fragen, was denn bei Hertha los sei, waren bei Hertha zwei intensive­ Trainingswochen angesagt. Allerdings unter erschwerten Bedingungen, weil viele Profis auf Länderspielreisen waren.

Hertha BSC hat keinen Stürmer in Topform

Hertha im Krisenmodus. Manager Michael Preetz hat die Führung übernommen. „Natürlich habe ich zwei, drei Trainingseinheiten mehr gesehen als sonst“, erklärte Preetz sein regelmäßiges Erscheinen am Schenckendorffplatz.

Dort ging es intensiv zur Sache, der interne Konkurrenzkampf ist groß. Die Einschätzung von Preetz: „Es ist Leben drin.“ Zudem seien viele Einzelgespräche geführt worden, sagte der Manager. Ohne Namen zu nenen, hatte er auf der Mitgliederversammlung gesagt: „Wir müssen uns auf zentralen Positionen steigern.“ So darf man von Neu-Nationalspieler Niklas Stark im Klub ebenso mehr erwarten wie von Marko Grujic und Ondrej Duda, die bisher unter ihren Möglichkeiten blieben. Im Sturm wurde viel probiert. Doch weder Vedad Ibisevic, noch Dodi Lukebakio (beide drei Saisontore) noch Davie Selke (ein Tor) spielen in Topform.

Preetz hatte sich vor den Mitgliedern verteidigt: Nein, er rede die Lage bei Hertha nicht schön. Es sei notwendig, „ab sofort zu punkten“, es gehe um den Zeitraum „bis zur Winterpause“, in dem ein ordentliches Polster nach unten erarbeitet werden solle.

Arne Maier kehrt nach acht Monaten zurück

Trainer Ante Covic wird die Worte verstehen. Für seine Arbeitsplatzsicherheit wäre ein Sieg in Augsburg hilfreich. Zumal die folgenden Aufgaben bis Weihnachten (Dortmund, Frankfurt, Freiburg, Leverkusen, Mönchengladbach­) anspruchsvoll sind. Hertha hat 21 Gegentore kassiert. Die Verbesserung der Defensive war ein Schwerpunkt der vergangenen zwölf Tage. „Wir wollen dem Gegner nicht so einfach Torgelegenheiten geben, wie wir das etwa gegen Leipzig gemacht haben“, sagte Trainer Covic. „Wir müssen kompakter stehen.“

Auf die Frage, ob er sich Sorgen um seine Position mache, antwortete Covic: „Ich bin der Letzte, der auf sich schaut. In diesem Moment geht es um uns alle. Wir wollen als Verein erfolgreich­ sein und schnellstmöglich viele Punkte sammeln.“

U21-Nationalspieler Arne Maier (20) war nicht nur beim Mannschaftsabend mittendrin. Der Mittelfeldspieler hat nach drei Verletzungen – sein letztes Hertha-Spiel datiert vom März – den Status als Rekonvaleszent endlich hinter sich gelassen. Er habe in den vergangenen zwei Wochen „voller Spielfreude“ trainiert, berichtet der Trainer. Maier werde in Augsburg nicht in der Startelf stehen, aber wohl im Kader.