Bundesliga

Aufmunterung für Hertha-Trainer Ante Covic

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Trainer Ante Covic beim Kieztraining von Hertha in Neukölln.

Trainer Ante Covic beim Kieztraining von Hertha in Neukölln.

Foto: Moritz Eden / City-Press GmbH

250 Anhänger haben das Kieztraining von Hertha BSC auf dem Hertzbergplatz in Neukölln besucht. Aufmunternde Worte gab es für Ante Covic

Berlin. Als das Showtraining von Hertha BSC in Neukölln beendet war und die gut 250 Fans den Rasen im Stadion Hertzbergplatz an der Sonnenallee stürmten, nahm ein Anhänger Ante Covic in den Arm. Um ein Selfie mit dem Hertha-Trainer zu machen, aber auch um ihm zu sagen: „Du warst früher mein Lieblingsspieler.“ Covic lächelte.

Der Zuspruch tat dem umstrittenen Übungsleiter sichtlich gut. „Die Leute hier auf dem Platz freuen sich, dass Hertha BSC in die Bezirke reingeht“, sagte der 44-Jährige danach. „Trotz dieser ganzen Lage, die wir haben, ist es schön, wieder aufmunternde Worte zu bekommen.“ Nach nur elf Punkten aus elf Bundesligaspielen waren der Tabellenzwölfte und sein Coach in die Kritik geraten. Was er vom Anhang gehört habe, wurde Covic gefragt: „Dass wir weiterarbeiten sollen, dass der Glaube immer noch da ist, dass wir den Bock umstoßen.“

Es waren aber weniger Fans als zuletzt, die Hertha beim Bock umstoßen zuschauen wollten. Zum ersten Kieztraining der Saison im Stadion Hakenfelde im September waren 1000 Spandauer gekommen, im Oktober auf das Gelände von Concordia Wittenau immerhin noch 500 Zuschauer. Nun, bei zugigen sieben Grad, kam erneut nur die Hälfte auf die Anlage des Neuköllner Kreisligisten BSV Hürtürkel.

Kapitän Vedad Ibisevic schreibt Autogramme

„Ich kam gerade von der Arbeit und war ganz überrascht“, sagte eine spontane Besucherin, stellte aber auch fest: „Ist ja nicht so viel los.“ Am Programm selbst kann es nicht gelegen haben. Das war liebevoll gestaltet wie gewohnt. Bierwagen, Imbiss und mobiler Fanshop waren aufgebaut, einen Tag nach Sankt Martin wurden Stutenkerle verteilt. Stadionsprecher Udo Knierim kommentierte humorvoll das Training der 14 einsatzbereiten Feldspieler auf dem Rasen, Kapitän Vedad Ibisevic, der wegen Sprunggelenkproblemen einige Tage aussetzen muss, kam wie Maurice Covic in Zivil dazu. Dann durften einige der Kinder auch mitkicken, die Hertha-Profis ließen sie bei ihren Torschüssen weitgehend gewähren.

Aber auch über die sportliche Situation wurde unter den Zuschauern diskutiert. „Man geht ja durch dünn und dick, man hofft ja immer“, sagte ein Dauerkarteninhaber aus Neukölln, seit Jahrzehnten Mitglied. Aber der Mannschaft fehle die Kampfbereitschaft, bemängelte er, „das müssen wir schnellstmöglich abstellen, wir haben jetzt einen Sponsor, der will was sehen. Aber es kann auch nicht Herthas Anspruch sein, mit elf Punkten in die Winterpause zu gehen.“

Leckie ist Vater geworden

Um das zu verhindern, will Ante Covic, wie er sagte, die zweiwöchige Länderspielpause zwar nicht für Testspiele nutzen, aber vor allem für Einzelgespräche, „für die Köpfe der Spieler, um zu sehen, wo es beim ein oder anderen drückt“. Dabei fehlen allerdings die Nationalspieler Rune Jarstein (Norwegen), Dedryck Boyata (Belgien), Vladimir Darida (Tschechien), Ondrej Duda, Peter Pekarik (beide Slowakei), Javairo Dilrosun und Daishawn Redan (beide U21 Niederlande) sowie Mathew Leckie, der am Montag Vater geworden war.

Und Niklas Stark, der trotz Nasenbeinbruch zur deutschen Nationalelf reiste und dort am Nachmittag mittrainierte. „Die Ärzte sind im Austausch, es wird sich zeigen, ob Nik mit Maske beschwerdefrei ist“, sagte Covic, der seinen Vize-Kapitän natürlich auch gerne in Berlin hätte. „Er setzt alles daran, sich zum Nationalspieler zu küren, das ist normal. Aber er wird nicht seine Gesundheit riskieren.“ Dafür hat Stark die Aufmunterung der Fans in Neukölln verpasst.

( Dominik Bardow )