BUNDESLIGA

Hertha BSC jongliert mit immer höheren Summen

Hertha weist zum 30. Juni mit 123 Millionen so viel Eigenkapital aus wie noch nie. Rekordhöhe auch bei den Verbindlichkeiten.

Mitgliederversammlung von Hertha BSC. Die Mitglieder verfolgen die Rede von Werner Gegenbauer, Präsident des Klubs.

Mitgliederversammlung von Hertha BSC. Die Mitglieder verfolgen die Rede von Werner Gegenbauer, Präsident des Klubs.

Foto: Andreas Gora/dpa

Berlin .  Sportlich kommt Hertha BSC nicht voran. Nach dem 2:4 gegen Leipzig liegt der Hauptstadt-Klub nur zwei Zähler vor der Abstiegszone. Doch die Zahlen, die Finanzchef Ingo Schiller auf Mitgliederversammlung an diesem Sonntag präsentierte, werden Jahr für Jahr größer.

So beschloss Hertha BSC das Geschäftsjahr 2018/19 mit einem Ertrag von 170,8 Millionen Euro. Den größten Anteil daran haben die Einnahmen aus den Medien-Rechten von 67,2 Millionen Euro. Aus Transfers nahmen die Berliner 22,2 Millionen Euro ein. Diese Summe ergab sich vor allen aus dem Verkauf von Valentino Lazaro an Inter Mailand (22 Mio.).

Auf der Ausgabenseite präsentierte Schiller den Betrag von 170,1 Millionen Euro. Der größte Posten sind hier die Aufwendungen für Personal, die mittlerweile auf 62,2 Millionen Euro gestiegen sind.

Lesen Sie auch: Herthas Mitgliederversammlung zum Nachlesen im Protokoll

Hertha entwickelt sich zu einem Konzern

In dieser Bilanz sind jedoch die großen Transaktionen, die im Geschäftsjahr 2018/19 stattgefunden haben, nicht vermerkt. So hat sich durch die Investition von 125 Millionen Euro der Tennor-Holding von Lars Windhorst das Eigenkapital zum Stichtag 30. Juni auf bisher nie gesehene 123,7 Millionen Euro erhöht.

Allerdings haben auch die Verbindlichkeiten Rekordhöhen erklommen: Die Hertha-Kommanditgesellschaft auf Aktien weist 87,4 Millionen Euro aus. Schaut man auf den Konzern Hertha mit seinen mittlerweile fünf Untergesellschaften (Rechte GmbH, Lizenz GmbH, Infrastruktur GmbH, Stadion GmbH und Medien GmbH) addieren sich die Verbindlichkeiten auf 91,62 Millionen Euro.

Das berichtet Hertha BSC in seinem „Bericht über den konsolidierten Finanzstatus 2018/19“, den der Verein in diesem Monat veröffentlicht hat. Dem ist auch zu entnehmen, dass Hertha allein in 2018/19 ein Minus von 26,03 Millionen Euro erwirtschaftet hat. Bedingt sind diese Zahlen wesentlich dadurch, dass der Klub die Anteile des ehemaligen Finanzinvestors KKR für 71 Millionen Euro zurückgekauft hat. Entsprechend konnte die Hertha-KGaA im Juni 37,5 Prozent seiner Aktienanteile an die Tennor-Holding verkaufen. Am Freitag dieser Woche hat der Investor für weitere 100 Millionen Euro seinen Anteil auf 49,9 Prozent aufgestockt.

Unternehmenswert hat sich mehr als verdoppelt

Bemerkenswert ist das Potenzial, dass dem Hauptstadt-Klub am Kapitalmarkt zugeschrieben wird. So hat Investor Windhorst seinen Einstieg bei dem Bundesligisten mit dem Ziel begründet, Hertha BSC solle ein „Big City Club“ in Europa, so rasch wie möglich ein regelmäßiger Champions-League-Teilnehmer, werden.

Die Zahlen zeigen dabei seit Jahren nur in eine Richtung: nach oben. So hat sich der Unternehmenswert von Hertha, ohne sportlich besonderes geleistet zu haben, von Januar 2014 (Einstieg KKR) von damals 220 Millionen auf nun 540 Millionen­ Euro entwickelt. Und alle Beteiligten sind überzeugt, dass die goldenen Zeiten noch vor Hertha liegen.