NATIONALMANNSCHAFT

Süle fällt für EM aus, Chance für Herthas Abwehrchef Stark

Bayern-Präsident Uli Hoeneß sagt, dass sich Süle auf 2020/21 konzentrieren solle. Herthas Abwehrchef Niklas Stark hofft auf EM-Ticket.

Herthas Niklas Stark (r.) bei der Nationalelf mit Luca Waldschmidt (l.) und Robin Koch.

Herthas Niklas Stark (r.) bei der Nationalelf mit Luca Waldschmidt (l.) und Robin Koch.

Foto: Foto: Gambarini / dpa

Berlin.  Bundestrainer Joachim Löw muss bei der Fußball-EM 2020 aller Voraussicht nach auf seinen verletzten Abwehrchef Niklas Süle verzichten. Das zumindest behauptet Uli Hoeneß. „So wie es ausschaut, kann Süle die Europameisterschaft vergessen. Das ist alles Käse. Er soll sich auf die neue Saison konzentrieren“, sagte der Präsident von Bayern München am Montag vor dem Abflug des Rekordmeisters zum Champions-League-Spiel bei Olympiakos Piräus (Dienstag, 21 Uhr/Sky).

Süle hatte sich am Sonnabend im Bundesliga-Spiel der Bayern beim FC Augsburg (2:2) zum zweiten Mal nach 2014 das Kreuzband im linken Knie gerissen. Am Sonntag war er in Innsbruck operiert worden.

Löw: Ganz bittere Nachricht

Bundestrainer Löw hatte den Ausfall des 24-Jährigen als „ganz bittere Nachricht“ bezeichnet und Süle einen „Fixpunkt in unseren Planungen“ genannt. Für die EM gilt das laut Hoeneß nicht mehr. „Er muss zur neuen Saison wieder fit sein“, sagte der Bayern-Patriarch, „so eine Verletzung ist die totale Katastrophe, ein Drama, die schwierigste Verletzung, die man haben kann.“ Der FC Bayern werde nach Süles Ausfall allerdings nicht im Winter auf dem Transfermarkt tätig werden, sagte Hoeneß: „Wir holen niemanden.“

Die schlechte Nachricht für Süle ist jedoch für Niklas Stark (24), den Abwehrchef von Hertha BSC, eine große Chance, endlich Fuß zu fassen in der Nationalelf und sich ein Ticket für die EM 2020 (12. Juni bis 12. Juli) zu sichern.

Stark kuriert eine Schnittwunde aus

Bekanntlich hat der Bundestrainer mit Jerome Boateng und Mats Hummels zwei Weltmeister von 2014 aussortiert. Seither läuft das Casting: Wer bildet die deutsche Innenverteidigung. Stark war seit März dieses Jahres vier Mal vom Joachim Löw eingeladen worden, allerdings hat es bisher nicht zur Länderspiel-Premiere gereicht.

Als Anfang Oktober Löw Stark das Debüt versprochen hatte, musste sich der Herthaner gegen Argentinien mit einer Magen-Darm-Grippe abmelden. Vor dem Spiel drei Tage später gegen Estland zog sich Stark eine Schnittwunde am Schienbein kurz unterhalb des Knies zu. Sie musste genäht werden.

Deshalb kann der Berliner Innenverteidiger derzeit nicht trainieren. Er soll am Dienstag wieder individuell auf dem Platz arbeiten. „Wir müssen schauen, ob die Wunde reagiert, wenn Niklas mit dem Knie mit Beugen und Strecken in die Belastung geht“, sagte Hertha-Trainer Ante Covic.

Sechs Kandidaten für vier Plätze

Stark sollte schleunigst gesund werden und gesund bleiben – und eine starke Restsaison in der Bundesliga spielen. Es ist bekannt, dass Löw Niklas Stark schätzt und seinen Werdegang seit Jahren verfolgt.

Weitere Kandidaten, die in der deutschen Innenverteidigung spielen können: Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Robin Koch (SC Freiburg) und Thilo Kehrer (Paris St. Germain).