Nationalmannschaft

Niklas Stark und die Chance auf ein EM-Ticket

Fünf Neulinge hat Bundestrainer Joachim Löw eingeladen, vier kamen zum Einsatz - der Herthaner Stark war nur Debütant der Herzen.

Seit März dabei, aber immer noch ohne Länderspiel-Einsatz: Herthas Niklas Stark (l.) mit Bundestrainer Joachim Löw.

Seit März dabei, aber immer noch ohne Länderspiel-Einsatz: Herthas Niklas Stark (l.) mit Bundestrainer Joachim Löw.

Foto: Foto: Thissen / dpa

Tallinn. Die vielen Verletzten während der beiden vergangenen Länderspiel-Wochen hatten am Ende zu der ungewöhnlich hohen Zahl von gleich fünf Neulingen geführt, die Bundestrainer Joachim Löw für die Länderspiele gegen Argentinien (2:2) und Estland (3:0) eingeladen hatte: Suat Serdar vom FC Schalke, Robin Koch und Luca Waldschmidt vom SC Freiburg, Nadiem Amiri von Bayer Leverkusen und Niklas Stark von Hertha BSC.

Festgelegt hat sich Serdar. Der Mittelfeldspieler konnte zwischen der deutschen und türkischen Nationalmannschaft wählen. Mit seiner Einwechslung in der 86. Minute im EM-Qualifikationsspiel gegen Estland, einem Pflichtspiel, hat sich Serdar für die Karriere im DFB-Trikot entschieden. Auch die anderen Neulinge kamen zu ihrer Länderspiel-Premiere – bis auf einen.

Neben Serdar waren Waldschmidt, Koch und Amiri im Einsatz. „Es ist gut, dass sie ihre Chance individuell genutzt haben. Da können wir uns noch ein bisschen was erhoffen“, sagte Bundestrainer Löw.

Nur Niklas Stark war gleich doppelt im Pech: Gegen Argentinien verhinderte ein Magen-Darm-Infekt den Einsatz des Herthaners. Gegen Estland musste er passen, nachdem er mit einer Tischkante kollidiert war und sich eine Schnittwunde am Schienbein zugezogen hatte, die genäht werden musste.

Nichtsdestotrotz machen sich alle Neuen Hoffnungen, im kommenden Sommer, wenn der Bundestrainer sein Aufgebot für die EM 2020 bekanntgibt, ein EM-Ticket zu ergattern. Die Morgenpost beurteilt die EM-Chancen.


Suat Serdar (22 Jahre): Der Schalker muss sich im Mittelfeld gegen eine enorme Konkurrenz behaupten. Gegen Argentinien (2:2) patzte er vor dem Ausgleich, in Estland spielt er unauffällig. In der Liga beim FC Schalke gefällt der Offensivspieler. EM-Chancen: Mäßig.


Robin Koch (23): Gegen Argentinien verteidigte er erst souverän, unterschätzte dann eine Flanke. Der Freiburger weiß, dass er es schwer haben wird. EM-Chancen: Gering.


Luca Waldschmidt (23): In Estland sollte er Serge Gnabry ersetzen, was ein bisschen zu viel des Guten war. Aber Waldschmidt ist flink, seine Schüsse sind gefürchtet. EM-Chancen: Ganz gut.


Nadiem Amiri (22): Noch so ein Offensivspieler mit Potenzial, der in Leverkusen spielerischen Glanz mit Torgefahr paart. EM-Chancen: Gegeben.


Niklas Stark (24): Im Grunde der Debütant der Herzen. Der Abwehrchef von Hertha BSC kann nun den zweifelhaften Rekord verbuchen, mit acht Länderspielen in Folge so häufig eben nicht eingesetzt zu sein, wie noch nie eine Newcomer in der seit 2006 dauernden Ära von Bundestrainer Löw. EM-Chancen: Klingt kurios, aber sie sind dennoch hoch, weil Löw den Innenverteidiger schätzt.