Stadion-Debatte

Wohnungsbaugenossenschaft lehnt neue Gespräche mit Hertha ab

Hertha kämpft weiter für eine eigene Fußballarena – und für den Wunschstandort im Olympiapark. Doch daraus scheint nichts zu werden.

Die Simulation zeigt Herthas Wunschstandort für eine eigene Fußball-Arena.

Die Simulation zeigt Herthas Wunschstandort für eine eigene Fußball-Arena.

Foto: Hertha BSC / BM

Berlin. Nein, Hertha BSC will den Traum vom eigenen Fußballstadion noch nicht aufgeben. In einem am vergangenen Sonntag erschienenen Interview des „Tagesspiegel“ hat Klub-Präsident Werner Gegenbauer gerade erst betont, mit wie viel Nachdruck der Fußball-Bundesligist an seinem Herzensprojekt arbeitet – nicht zuletzt daran, den Weg für den Wunschstandort im Olympiapark freizumachen. Dafür bräuchte es jedoch zuerst eine Einigung mit der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892, die nahe des potenziellen Baulands sechs Wohnhäuser mit insgesamt 24 Mietparteien verwaltet.

Er könne „versichern, dass wir mit der Wohnungsbaugesellschaft weiterhin das Gespräch suchen werden“, hatte Gegenbauer gesagt. Nun, so wie es aussieht, dürfte es beim Versuch bleiben.

Auf Morgenpost-Nachfrage teilte die Wohnungsbaugenossenschaft mit, dass es derzeit keinen Dialog mit Hertha BSC gebe. Mehr noch: Vor einigen Wochen habe es eine Anfrage des Klubs gegeben, die Anfang April offiziell eingestellten Gespräche wieder aufzunehmen. Diese Bitte sei jedoch abgelehnt worden.

„Die Tür ist ein für alle Mal geschlossen“

Zur Erinnerung: Für einen Stadion-Neubau an Herthas Wunschstandort müssten zwei der besagten Gebäude in der Sportforumstraße abgerissen werden, alle der insgesamt knapp 90 Bewohner müssten weichen. Hertha hatte zwar Ausweichquartiere auf den benachbarten Baumannschen Wiesen in Aussicht gestellt, allerdings handelt es sich beim besagten Areal um eine geschützte Grünfläche. Eine Bebauung wäre nur mit entsprechender politischer Unterstützung möglich gewesen, doch jene blieb aus. Mit Ablauf des 31. März 2019 hatte die Wohnungsbaugenossenschaft daher bekanntgegeben, dass keine Bereitschaft mehr bestehe, die Häuser in der Sportforumstraße an Hertha veräußern zu wollen.

Herthas Beharrlichkeit hat daran bis heute nichts geändert – und wird es wohl auch in Zukunft nicht. Die Tür sei ein für alle Mal geschlossen, heißt es: Die Genossenschaft trage eine „große Verantwortung gegenüber den Bewohnern der Sporforumstraße“. Sie habe sich „positioniert und wird sich jetzt nicht wieder umentscheiden“.

Hertha gibt sich unbeeindruckt

Bei Hertha BSC gibt man sich davon unbeeindruckt. „Wir wissen um den derzeitigen Stand, werden aber nach den jüngsten Äußerungen von Innensenator Andreas Geisel weiterhin das lösungsorientierte Gespräch suchen“, heißt es von Klub-Seite.

Anfang der Woche hatte der SPD-Politiker gesagt, dass es „eine andere Situation“ gebe, „falls Hertha doch noch eine Lösung“ für die Gebäude in der Sportforumstraße finden sollte. Im gleichen Atemzug betonte Geisel aber auch: „Hertha kann den Standort, den sie wollen, nicht belegen, weil die Wohnungsbaugenossenschaft diesen Standort nicht zur Verfügung stellt. Sie haben kein Baugrundstück im Olympiapark, deshalb geht das nicht.“ Nach großer politischer Unterstützung klang das nicht.