Bundesliga

Hertha wirbt mit neuer Kampagne um Sympathiepunkte

Anlässlich des Mauerfall-Jubiläums legt der Fußball-Bundesligist eine neue Kampagne auf – und ein spezielles Trikot.

Herthas Profis vor der Ostkurve im Olympiastadion.

Herthas Profis vor der Ostkurve im Olympiastadion.

Foto: Thomas F. Starke / Bongarts/Getty Images

Berlin. Hertha BSC startet anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Berliner Mauerfalls eine neue Kampagne. Motto: „Wir sind ein Berliner.“ Gegen Ost-West-Mauern in den Köpfen, für ein ganzheitliches Berlin-Gefühl – und sicher auch in der Hoffnung auf ein paar neue Sympathiepunkte in der Hauptstadt.

In der Vergangenheit hatten die Kampagnen des Fußball-Bundesligisten nur bedingt gezündet. „We try. We fail. We win“ galt vielen Fans als zu gewollt, zu hip. Der Nachfolge-Versuch „In Berlin kannst Du alles sein – auch Herthaner“ schürte eher Irritation als Begeisterung.

Nun also „Wir sind ein Berliner“, wenngleich nicht als Saisonmotto, sondern eben als Sonderaktion zum Mauerfall-Jubiläum. Die Idee dahinter ist klar: Hertha will sich als Klub für ganz Berlin positionieren, was nicht neu ist, angesichts der neuen Bundesliga-Konkurrenz aus Köpenick aber sicher nicht schadet.

Profi-Team am Freitag an der East Side Gallery

Zur Strategie des Vereins passt die Kampagne allemal. Schon seit letzter Saison tingeln die Berliner Profis mit dem sogenannten „KIEZkicker-Training“ durch die Bezirke, um sich so fan- und volksnah wie möglich zu geben. Darüber hinaus zählen Bezirksspieltage und Merchandise-Produkte mit Bezirksnamen zu den Maßnahmen.

Dass Berlins Einwohner nicht automatisch Hertha-Fans sind, ist hinlänglich bekannt. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Schlussfolgerung indes eindeutig: Hertha muss sich strecken, um Zuschauer zu gewinnen, will Gesicht zeigen und anfassbar sein. Ein Ansatz, der auch bei der „Wir sind ein Berliner“-Kampagne sichtbar wird.

Am Freitag (11. Oktober) wird das Profi-Team gegen 18 Uhr an der Gedenkstätte der Berliner Mauer an der Bernauer Straße aufschlagen. Ab ca. 18.30 Uhr stoppen Vedad Ibisevic, Salomon Kalou, Davie Selke und Co. dann an der East Side Gallery, um drei originale Mauerteile zu enthüllen. Jene wurden „von Hertha mit Künstlern aus der aktiven Fanszene veredelt“ und sollen später an wechselnden Standorten in der Stadt positioniert werden. Zum Besichtigen. Und nicht zuletzt zum Selfies schießen. So geht wohl Social Media.

Historisches Sondertrikot gegen RB Leipzig

Viele weitere Kampagnen-Elemente sollen folgen. Die Fans dürften sich vor allem auf eins stürzen: Ein Sondertrikot, das das Team am 9. November beim Heimspiel gegen RB Leipzig tragen wird. Ohne Sponsorenlogo, dafür mit historischem Wert.

Man sei „weit in der Historie zurück“ gegangen und werde ein Trikot „von einem legendären Heimspiel neu auflegen“. Schon das aktuelle Trikot ist eine Reminiszenz an die Champions-League-Saison vor 20 Jahren, in der die Berliner dem FC Barcelona zu Hause in dichtem Nebel ein 1:1 abtrotzten.

Erstmals präsentiert wird das Sondertrikot am Freitag an der East Side Gallery, ehe es am 11. Oktober in den Verkauf geht.