Kommentar

Ein blau-weißes Wochenende zum Genießen

Drei Siege in drei Spielen vertreiben die Zweifel, die es an Hertha BSC und dem neuen Trainer Ante Covic gegeben haben mag

Strahlende Gesichter bei Hertha BSC: Trainer Ante Covic (r.) bedankt sich bei Javairo Dilrosun.

Strahlende Gesichter bei Hertha BSC: Trainer Ante Covic (r.) bedankt sich bei Javairo Dilrosun.

Foto: Foto: Starke / Bongarts/Getty

So kann man ins Wochenende starten. Das war das Schlussstatement von Ante Covic nach dem 3:1-Sieg am Freitagabend gegen Fortuna Düsseldorf - der Trainer von Hertha BSC hat Recht. Einige Berliner bleiben bei so einem Schmuddelwetter lieber zuhause, kuscheln sich unter der Decke ein. Andere Hauptstädter ziehen durch die Partykieze, als würden sie den Regen gar nicht merken. Die gut 37.000 hartgesottenen Hertha-Fans, die den Weg ins Olympiastadion gewagt hatten, haben wohl den vergnügtesten Start ins Wochenende erwischt.

Drei Siege in Folge waren Hertha seit dem Saisonstart 2016/17 nicht mehr gelungen, gegen Düsseldorf hatten die Berliner seit 1979 nicht mehr gewinnen können. „Echt? Geil“, lautete der Kommentar von Kapitän Vedad Ibisesvic, der ebenso wenig wusste, dass er erstmals gegen die Fortuna getroffen hatte. Im Erfolg fliegt einem eben vieles einfach zu.

Novize Covic schlägt Routinier Funkel

Nun klappt plötzlich alles, was zu Saisonbeginn noch schiefgegangen war, als die Berliner nach einem Auftaktpunkt in München dreimal in Folge verloren hatten. Warum? „Selbstvertrauen“, sagte Ibisevic. Selbst nach dem 0:1-Rückstand spielte Hertha weiter, als sei nichts gewesen.

Als wären nach vier Spieltagen nicht schon Fragezeichen aufgeploppt, ob Covic der Aufgabe als Cheftrainer gewachsen sei. Nun schlägt der Novize in seinem siebten Erstliga-Auftritt mal eben den 500maligen Bundesliga-Trainer Friedhelm Funkel. Erfahrung hilft eben nicht immer, Momentum dagegen schon.

Schade, dass Länderspielpause ist

Das ist es aus Hertha-Sicht fast schon schade, dass nun zwei Wochen Länderspielpause kommen. Für die Spiele danach, in Bremen und gegen Hoffenheim, gegen die man sich traditionell schwer tut, im DFB-Pokal gegen Dresden und im Derby gegen Union, könnte es helfen, den Schwung ungebremst mitzunehmen, den Ibisevic, Dilrosun, Darida, Wolf und Lukebakio derzeit verbreiten.

Trainer Covic gab seinen Spielern spontan trainingsfrei für Sonnabend, sie hatten es sich verdient. Sonntag war ohnehin kein Training angesetzt. Freie Fahrt für ein blau-weißes Wochenende also, für freudige Feierei oder stilles Genießen zuhause.