Bundesliga

Hertha-Trainer Covic zieht den Hut vor Rivale Funkel

Herthas Covic würdigt Karriere von Funkel vor dessen 500. Spiel als Bundesligacoach. Freitag gastiert Funkel mit Düsseldorf in Berlin.

Hertha-Trainer Ante Covic hofft gegen Fortuna Düsseldorf am Freitag im Olympiastadion auf den nächsten Sieg.

Hertha-Trainer Ante Covic hofft gegen Fortuna Düsseldorf am Freitag im Olympiastadion auf den nächsten Sieg.

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin. Ante Covic war gerade 16 Jahre alt, der Bosnien-Krieg hatte ihn und seine Familie frisch nach Berlin getrieben, als auf der anderen Seite Deutschlands ein langjähriger Profifußballer namens Friedhelm Funkel seinen Einstand als Trainer von Bayer 05 Uerdingen gab. Das war 1991, genauer gesagt am 8. Juni, und der Gegner hieß Hertha BSC. Funkel erlebte eine grauenvolles Debüt, seine Mannschaft verschoss zwei Elfmeter und verlor gegen den damaligen Tabellenletzten 1:2. Lange her.

Funkels 500. Spiel als Bundesliga-Trainer

Inzwischen ist Covic selbst Trainer eines Bundesligisten, Bayer 05 Uerdingen existiert in dieser Form nicht mehr, und Friedhelm Funkel, der ist immer noch da. Am Freitag kommt er mit Fortuna Düsseldorf ins Olympiastadion (20.30 Uhr, DAZN), es wird sein 500. Spiel als Trainer in der Bundesliga sein. Wieder gegen Hertha, so schließt sich für Funkel der Kreis.

Das Lebenswerk seines Kollegen betrachtet Covic anerkennend. „Ich habe höchsten Respekt vor seiner Arbeit. Ich glaube, dass er aus der Mannschaft einen Bundesligisten gemacht hat. Alle Ziele, die sich der Verein gesteckt hat, hat er eindrucksvoll erreicht. Man kann nur den Hut ziehen vor solch einer Karriere“, sagt Covic. Funkel war vom späten Herbst 2009 bis 2010 auch kurz Hertha-Trainer.

Ob er selbst einmal solch ein Jubiläum wird feiern können, vermag Herthas Trainer so früh noch nicht zu sagen. Muss er auch nicht, die Gegenwart allein ist angenehm genug für ihn.

Hertha hat seinen Fehlstart korrigiert

Hertha hat die vergangenen zwei Spiele gegen Paderborn (2:1) und Köln (4:0) gewonnen, der Fehlstart ist korrigiert. Nun soll mit einem weiteren Sieg der Anschluss ans obere Tabellendrittel hergestellt werden, auch wenn es sich bei Fortuna Düsseldorf um eine „sehr unangenehme Mannschaft“ handelt, wie Covic betont. In der vergangenen Saison verlor Hertha beide Spiele gegen diesen Gegner.

Das Selbstvertrauen ist bei Hertha gestiegen

Seitdem hat sich einiges geändert bei beiden Mannschaften, nicht nur was die personelle Besetzung angeht. „Man wird am Freitagabend sehen, dass das Selbstvertrauen gestiegen ist“, sagt Covic. Der überzeugende Sieg in Köln habe seinen Spielern gut getan und zugleich einen möglichen Trumpf in diesem Jahr sichtbar werden lassen. In Person von Vedad Ibisevic brachte ein Eingewechselter die Begegnung auf den richtigen Weg aus Berliner Sicht. „Vedo hat allen gezeigt, dass Einwechselspieler ein Spiel entscheiden können. Es ist nicht das erste Mal, dass jemand von der Bank ein Spiel entscheidet. So was wünscht man sich als Trainer Woche für Woche“, sagt Covic.

Ibisevic soll gegen Düsseldorf von Beginn an spielen

Ibisevic wird gegen Düsseldorf mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht mehr als Joker eingesetzt, er soll von der ersten Minute an für Tore sorgen. Dafür könnte Davie Selke nun zuerst zusehen müssen. Und Dodi Lukebakio, Herthas Rekordeinkauf, der in der vergangenen Spielzeit noch für Düsseldorf traf. Der Belgier mache laut Covic zwar Fortschritte, wird wohl aber auch gegen seinen Ex-Klub nur begrenzt Spielzeit erhalten.

Vor allem in der Offensive sind Herthas Möglichkeiten größer geworden, das bekommt nicht nur Lukebakio zu spüren. Auch Ondrej Duda, vor einem Jahr noch eine der effektivsten Offensivkräfte, saß zuletzt in Köln draußen.

Trainer Covic hat freie Auswahl beim Personal

Ohnehin kann Covic aktuell frei wählen, was das Personal angeht. Außer dem langzeitverletzten Arne Maier und Marvin Plattenhardt sind alle einsatzbereit. Bei Plattenhardt wird sich erst am Donnerstag entscheiden, ob er gegen Düsseldorf mitwirken kann. Am Mittwoch trainierte er abseits der Mannschaft individuell. Weil die aufgrund der kurzen Woche eher dosierte Umfänge absolvierte, wurde Plattenhardt einzeln gedrillt. Stichwort Hauptbelastungstag. „Wenn er Donnerstag zur Mannschaft zurückkehrt, wird er ein Thema sein. Wenn sein Körper auf die Belastung reagiert, werden wir kein Risiko eingehen und Marvin raus nehmen“, sagt Covic.

Anders als sein Gegenüber Funkel, der auf Jean Zimmer und Dawid Kownacki verzichten muss, darf sich Covic über einen Kader freuen, auf dem viele Positionen doppelt besetzt sind. Was die Möglichkeiten angeht, führt Trainer-Neuling Covic im Vergleich zu seinem erfahrenen Kollegen ein deutlich entspannteres Dasein.