Bundesliga

Hertha gelingt ein Kantersieg in Köln

Hertha hat das Kellerduell gegen Köln klar für sich entschieden. Für die Berliner trafen Dilrosun, Ibisevic und Boyata.

Völlig losgelöst: Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic erzielt zwei Tore gegen den 1. FC Köln, hier feiert er das 2:0.

Völlig losgelöst: Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic erzielt zwei Tore gegen den 1. FC Köln, hier feiert er das 2:0.

Foto: Moritz Müller/Imago

Köln. Am Ende brauchte es eine liebevolle Umarmung der Pressesprecherin von Hertha BSC, um Vedad Ibisevic zum x-ten Interview nach dem Spiel zu überreden. Der Stürmer war der Matchwinner, hatte er doch beim 4:0 (1:0)-Sieg der Berliner beim 1. FC Köln innerhalb von fünf Minuten doppelt getroffen. Das erste Tor gelang Herthas Kapitän 53 Sekunden nach seiner Einwechslung. „Wahnsinn, super, ich freue mich“, sagte der 35-Jährige entkräftet. „Es fühlt sich gut an zu zeigen, dass ich es immer noch kann.“

Auch seine Mannschaft zeigte, dass sie es immer noch kann. Durch den zweiten Sieg in Folge kletterten die Berliner, die vor zwei Wochen noch Schlusslicht waren, auf Rang zehn. Wichtiger war noch, dass es spielerisch deutlich besser aussah als gegen Paderborn (2:1), zumindest nachdem die Kölner nach einer Roten Karte kurz vor der Halbzeit in Unterzahl spielten. „Der Sieg in Paderborn hat uns Selbstvertrauen gegeben“, erklärte Javairo Dilrosun, der erneut das 1:0 erzielte, die Leistungssteigerung. „Der Sieg ist nicht zu hoch ausgefallen, wir wollten den Fans ein gutes Spiel zeigen“, sagte der starke Spielmacher Vladimir Darida. „Wir wollen jetzt am Freitag gegen Düsseldorf­ so weitermachen.“

Auch wenn die Fortuna 1:2 gegen Freiburg verlor, dürfte es Düsseldorf Hertha nicht so einfach machen wie der FC. Der Aufsteiger zerlegte sich mit vielen vergebenen Chancen, dem Platzverweis und mangelhafter Defensivarbeit quasi selbst. „Dort sieht es jetzt duster aus“, sagte Hertha-Verteidiger Lukas Klünter über seinen Ex-Verein, der nun mit drei Punkten Tabellenvorletzter ist.

Dabei hatte der Aufsteiger sein Heimspiel noch farbenfroh begonnen, für Vielfalt und Gleichberechtigung leuchteten die Stadionpfeiler in Regenbogen-Farben. Trainer Ante Covic zeigte die Vielfalt in seinem Kader und brachte Vladimir Darida für den formschwachen Ondrej Duda und Maximilian Mittelstädt für den verletzten Marvin Plattenhardt (Probleme am Sprunggelenk).

Zu Beginn musste Hertha-Torwart Rune Jarstein an seinem 35. Geburtstag dreimal eingreifen. Doch ein präziser 20-Meter-Schuss von Herthas Dilrosun­ ins linke Eck des Kölner Tores drehte das Spiel, 1:0 für die Gäste (23.).

Bei den Kölnern, im sechsten Spiel zum sechsten Mal in Rückstand, griff nun Verunsicherung um sich. In der 36. Minute landete Dilrosuns Heber über Horn nur auf der Latte. Drei Minuten darauf wurde der umtriebige Darida an Mittellinie rüde von Jorge Meré ab­geräumt und überschlug sich. Schiedsrichter Sören Storks zeigte dem Kölner, nachdem der Videoassistent eingegriffen hatte, die Rote Karte.

Verdad Ibisevic benötigt keine fünf Minuten für seine beiden Treffer

„Es ist nicht selbstverständlich, eine Mannschaft mit zehn Spielern so zu dominieren“, sagte Ante Covic. Hertha gewann souverän, weil seine Einwechslung (Ibisevic kam für Davie Selke) griff. Der Hertha-Kapitän benötigte keine fünf Minuten, um seine Treffer 11 und 12 im 15. Bundesligaspiel in Köln zu erzielen­. „Ich habe die Statistik vorher gelesen, das hat mich motiviert“, sagte der Stürmer später.

Die Kölner agierten hingegen zusehends demotiviert. Bei einer Ecke des ebenfalls eingewechselten Dodi Lukebakio köpfte Dedryck Boyata wuchtig zum 4:0-Endstand ein (83.).

Trainer Covic freute sich nicht nur über den ersten Auswärtssieg, sondern auch darüber, dass die Stürmer getroffen und die Abwehr zu null gespielt hatte. „Dann muss ich mir nicht mehr vorrechnen lassen, welche Statistik nicht passt“, sagte Covic mit Blick auf die Kritik der letzten Wochen. Die dürfte verstummen