BUNDESLIGA

Hertha: Außer Rune Jarstein ist kaum ein Profi in Topform

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Uwe Bremer
Außer Torwart Rune Jarstein, hier vor den Fans der Ostkurve, ist kaum ein Berliner bei 100 Prozent seiner Leistungsfähigkeit.

Außer Torwart Rune Jarstein, hier vor den Fans der Ostkurve, ist kaum ein Berliner bei 100 Prozent seiner Leistungsfähigkeit.

Foto: Foto: Kern / Bongarts/Getty

Für einen Sieg Sonnabend im Kellerduell gegen Paderborn braucht der Tabellenletzte möglichst viele Spieler, die bei 100 Prozent sind.

Berlin. Dunkle Wolken schoben sich über dem Schenckendorff-Platz zusammen, der Wind frischte auf. Nach 20 Minuten­ hatte Hertha-Manager Michael Preetz genug gesehen beim ersten Wochentraining seiner Fußball-Profis. Das Wetter dürfte eher dem Herbst als der Tabellenlage der Berliner geschuldet sein. Der Eindruck, den Preetz in sein Büro mitgenommen hat: Ungeachtet des missglückten Saisonstarts­ ist die Stimmung beim Liga-Letzten ordentlich. Und es wird konzentriert gearbeitet.

Die Devise, die Trainer Ante Covic nach der dritten Niederlage (1:2 in Mainz) ausgegeben hat: „Der Schlüssel, um aus solchen Situationen herauszukommen, ist Zusammenhalt. Das wissen die Spieler. Sie sind erfahren genug. Der wichtigste Baustein ist, dass wir eine innere­ Geschlossenheit haben.“

Was ist mit Grujic los?

Damit am fünften Spieltag der erste Saisonsieg gelingt, braucht Hertha möglichst viele Profis in Topform. Es fällt auf, dass mit Ausnahme von Torwart Rune Jarstein praktisch kein Spieler sein bestes Niveau erreicht. Abwehrchef Niklas Stark hat ebenso mit sich zu tun wie Spielmacher Ondrej Duda. Innenverteidiger Karim Rekik hat seinen Platz an Dedryck Boyata verloren. Stareinkauf Dodi­ Lukebakio ist noch nicht richtig angekommen im Team und hat immer wieder mit erstaunlichen technischen Schwächen zu kämpfen. Im Sturm musste Kapitän Vedad Ibisevic­ zuletzt seinen Platz an Davie Selke abtreten.

Auch Marko Grujic (23), Leihgabe vom FC Liverpool, ist trotz seines Kopfball-Tores in Mainz noch lange nicht bei 100 Prozent. Die Dynamik, die Zweikampfstärke und Präsenz, die er an guten Tagen in der Vorsaison hatte, war in diesem Spieljahr noch nicht zu sehen.

Trainer Covic widerspricht nicht: „Marko tut sich leichter auf der Acht zu spielen als auf der Sechs. Weil Marko ein Spieler ist, der die torgefährlichen Räume beim Gegner beläuft. Wir schaffen es, ihn in diese Zone zu bringen. Aber ihm fehlt noch etwas das Glück oder die Konsequenz.“

Hoffnungsträger Arne Maier

Einer, auf den Hertha fest setzt, hat wegen einer Reizung am Knie zwar die gesamte Vorbereitung verpasst, trainiert aber in der zweiten Woche mit der Mannschaft: Arne Maier (20). Beim U21-Nationalspieler bremst Covic die Hoffnungen: „Arne wird noch einige Trainingstage brauchen­. Wir sind aber alle froh, dass sein Knie alles mitmacht.“