Bundesliga

Hertha BSC: Dedryck Boyata verspricht Abwehr-Stabilität

Das Debüt von Zugang Dedryck Boyata zählt bei Hertha zu den Mutmachern. Nun will der Belgier den Berlinern zur Trendwende verhelfen.

Energisch: Hertha-Verteidiger Dedryck Boyata (vorn) klärt vor dem Mainzer Robin Quaison (r.).

Energisch: Hertha-Verteidiger Dedryck Boyata (vorn) klärt vor dem Mainzer Robin Quaison (r.).

Foto: Foto: Frey / dpa

Berlin. Nachdem Hertha BSC als Liga­-17. bei Schlusslicht FSV Mainz angetreten war (1:2), empfangen die Berliner am Sonnabend, nun als Letzter, den Vorletzten SC Paderborn (15.30 Uhr, Olympiastadion). Eine ungute Kontinuität, die der Hauptstadt-Klub unbedingt ändern will. Zehn Gegentore nach vier Bundesliga-Partien zeigen, wo die Probleme liegen. Immerhin: Beim Auswärtsspiel in Mainz gab es einen kleinen Hoffnungsstreif am derzeit düsteren Hertha-Himmel. Dedryck Boyata zeigte bei seinem Debüt eine ansprechende Partie als zentraler Innenverteidiger in einer Dreier-Abwehrkette zwischen Niklas Stark und Jordan Torunarigha.

„Dedryck ist ein Spieler, der hinten für eine gewisse Stabilität sorgt. Das konnte man in Mainz schon erkennen“, lobte Trainer Ante Covic. Der Coach hatte wegen des belgischen Nationalspielers (16 Länderspiele) sein System geändert. Wegen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel hatte Boyata seit März kein Pflichtspiel mehr bestritten. Die Verletzung hatte der 28-Jährige sich bei seinem vorigen Verein Celtic Glasgow zugezogen. Nach seinem ablösefreien Wechsel in Sommer nach Berlin hatte es Anfang August einen Rückschlag gegeben. Nach endlosen Reha-Terminen war Boyata erst seit zwei Wochen wieder im regulären Mannschaftstraining.

Covic ändert für Boyata das System

Trainer Covic verzichtete auf die zuletzt praktizierte Vierer-Abwehrkette. „Das wäre zu früh gewesen, weil Dedryck da Mann auf Mann kommt“, sagte Covic. „In der Dreier-Kette hat er gut performt und gezeigt, warum­ wir ihn nach so kurzer­ Zeit auf­gestellt haben.“

In der Tat beruhigte Boyata den zuvor manchmal hektischen Spielaufbau der Berliner. Er spielte 51 Pässe, von denen 94 Prozent beim Mitspieler an­kamen – eine exzellente Quote. Er begab sich in nicht allzu viele direkte Zweikämpfe. Seine Bilanz von 50 Prozent gewonnenen Duellen ist für einen Verteidiger mäßig – da ist noch Luft nach oben.

„Ich habe mich gefreut, wieder auf dem Platz zu stehen – mein letztes Spiel war im März“, sagte Boyata. „Dass es jetzt für 80 Minuten gereicht hat, ist gut für mich.“ Am Ende schwanden dem Verteidiger die Kräfte, ein erster Krampf kündigte sich an. „Bevor der Muskel ganz zumacht, habe ich Dedryck runtergenommen“, sagte Trainer Covic.

Boyata: „Wir müssen positiv bleiben“

Stattdessen kam Offensivspieler Javairo Dilrosun, der sogleich den 1:1-Ausgleich von Marko Grujic vorbereite (83.). Doch beim nächsten Mainzer Eckball fehlte im Gäste-Strafraum ein kopfballstarker Spieler wie der 1,88 Meter große Boyata. Prompt kassierte Hertha das spielentscheidende 1:2 vom Mainzer Jeremiah­ St. Juste (88.).

„Der Blick auf die Tabelle ist sehr frustrierend. Wir müssen jetzt eine Reaktion zeigen“, beschrieb Boyata seine Gefühlswelt nach seinem Hertha-Einstand. Der Vorschlag des Belgiers: Sein Team sollte sich nicht an der schwachen ersten Hälfte, sondern an der Leistung im zweiten Durchgang orientieren: „Nach der Pause waren wir hungrig, haben Charakter bewiesen. Wir müssen positiv bleiben.“

Gegner Paderborn kassiert fünf Tore auf Schalke

Nun wird auch Gegner Paderborn nicht mit großem Selbstbewusstsein in Berlin antreten. Mit 1:5 verlor der Aufsteiger seine Partie gegen den FC Schalke. Oliveira Souza, Paderborns Torschütze am Sonntag, sagte mit Blick auf die Partie in Berlin: „Wir haben etwa wieder gutzumachen. Wir hoffen, dass wir mit drei Punkten nach Hause fahren können.“ Hertha-Innenverteidiger Boyata wird alles tun, damit genau das nicht passiert.