E-Sport

Familienministerin Giffey besucht E-Sportler von Hertha

Familienministerin Franziska Giffey setzt sich bei den E-Sportlern von Hertha BSC an die Konsole.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (r.) besucht die E-Sportler von Hertha BSC um Elias Nerlich.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (r.) besucht die E-Sportler von Hertha BSC um Elias Nerlich.

Foto: Foto: Hilse / Reuters

Berlin. Am Ende war Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zufrieden mit ihrem Besuch bei der E-Sport-Akademie von Hertha BSC. „Meine Schussgenauigkeit liegt bei 66 Prozent!“, teilte die Politikerin stolz mit, nachdem sie vor dem Bildschirm von jungen Computerspielprofis eine Einweisung in den virtuellen Fußball bekommen hatte. Giffey war am Mittwoch aber nicht nur auf die Geschäftsstelle des Berliner Bundesligisten gekommen, um in der Videospiel-Sparte des Vereins neue Tricks und Tastenkombinationen zu lernen.

„Wir beobachten beim E-Sport eine große Entwicklung und dass dort viele junge Leute aktiv sind“, sagte Giffey, „da gehört es dazu, mir das als Bundesjugendministerin vor Ort anzusehen und mit jungen Leuten zu reden, was das für sie bedeutet.“

Ganz in Hertha-Blau gekleidet, hatte Giffey nach einer Veranstaltung des Lernort Stadion e.V. sogleich das Gespräch mit den drei E-Sportlern gesucht, die in Herthas Akademie wohnen und trainieren. „Spielt ihr auch offline Fußball? Geht ihr noch zur Schule? Unterstützen eure Eltern das?“, fragte sie die 17- bis 21-Jährigen interessiert. Der Verein hatte 2018 wie andere Bundesligisten eine eigene E-Sport-Abteilung gegründet, die in der Computerspiel-Bundesliga mitspielt. „Ich finde das klasse, dass auch auf diesem Wege Jugendarbeit gemacht wird“, lobte Giffey.

Bei Hertha wird E-Sport als Sport gesehen

Die Anfrage aus dem Ministerium und der Besuch von Giffey „zeigen ihr großes Interesse an dem Thema und dass wir mit unserem Ansatz, eigene Spieler in unserer Akademie auszubilden, goldrichtig liegen“, freute sich Ingo Schiller, Herthas Geschäftsführer für Finanzen. Auch er hat die Wachstumsraten im E-Sport gerade bei Teenagern registriert: „E-Sport ist auch eine Möglichkeit, neue Zielgruppen anzusprechen und für Hertha BSC zu begeistern.“

Dabei war zuletzt ein vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) aufgegebenes Rechtsgutachten zu dem Ergebnis gekommen: E-Sport sei kein Sport im Sinne des geltenden Rechts. „Im Ausland ist E-Sport längst anerkannt, ich glaube dass es da auch bei uns noch eine Entwicklung geben wird“, sagte Giffey. „Wenn man das Programm ansieht, das unsere Spieler absolvieren, kann man E-Sport schon zurecht als Sport bezeichnen“, sagte Schiller.