BUNDESLIGA

Hertha BSC: Lukebakio macht Lust auf mehr

Hertha und die Lehren aus dem Pokalsieg für den Liga-Start gegen Meister FC Bayern: Der Königstransfer verfügt über großes Potenzial

Herthas Dodi Lukebakio (r.) tanzt nach Belieben durch die Abwehr des VfB Eichstätt.

Herthas Dodi Lukebakio (r.) tanzt nach Belieben durch die Abwehr des VfB Eichstätt.

Foto: Foto: Kaspar-Bartke / Bongarts/Getty

Berlin. Die wichtigste Aufgabe hat Ante Covic mit seiner Mannschaft erfüllt: „Wir liegen im Lostopf für die zweite Pokalrunde“, sagte der Trainer von Hertha BSC nach dem 5:1 der Berliner gegen Regionalligist VfB Eichstätt. Die zweite Runde im DFB-Pokal wird am Sonntag um 18 Uhr in der ARD-Sportschau ausgelost, gespielt wird am 29./30. Oktober.

Auch wenn der Viertligist vor 7000 Zuschauern in Ingolstadt nur phasenweise Paroli bieten konnte, hat Covic einige­ Erkenntnisse mitgenommen für den Bundesliga-Start am Freitag gegen den FC Bayern (20.30 Uhr).

Trainer Ante Covic lobt seine Mannschaft und Dodi Lukebakio

„Mir war wichtig zu sehen: Wie reagiert die Mannschaft nach dem Anschlusstor von Eichstätt zum 3:1: Verstecken sich die Spieler? Oder wollen sie den Ball haben, um dominant aufzutreten?“ Die Antwort gab Covic selbst: „Ich habe das zweite gesehen, darüber war ich erfreut.“

So sorgten Salomon Kalou (62. Minute) und Alexander Esswein (75.) mit ihren Toren dafür, dass sich bei den Hausherren erst gar keine Hoffnungen auf eine eventuelle Pokal-Sensation breit machen konnten.

Zufrieden konnte Dodi Lukebakio mit seinem Einstand bei Hertha sein. Der Königstransfer, für 20 Millionen Euro vom FC Watford verpflichtet, war nach 68 Minuten eingewechselt worden. „Dodi hat drei-, vier Mal angeruckt und gezeigt, welche individuelle Klasse er hat“, sagte Covic. Gleichzeitig will der Trainer vermeiden, dass der Angreifer es übertreibt: „Die Gefahr besteht darin, dass man verbrennt, wenn man zu viel will. Dodi soll die Abläufe kennenlernen und den Teamspirit, den wir haben.“

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Poker um Lukebakio-Einsatz gegen Bayern

Nach der U21-Europameisterschaft, die der Torjäger für Belgien bestritten hat, war er erst später ins Training eingestiegen. „Na klar, ich freue mich, dass ich gespielt habe“, sagte Lukebakio. „Für mich ist es immer noch die Saisonvorbereitung, es war mein erster Einsatz seit letzter Saison­.“

Viele Hertha-Fans hoffen, dass Lukebakio bereits am Freitag voll mitmischen kann. So hat er doch in der vergangenen Spielzeit, damals für Fortuna Düsseldorf, sein bestes Saisonspiel in der WM-Arena in München gezeigt. Und mit drei Toren dafür gesorgt, dass der FC Bayern gegen Düsseldorf nicht über ein 3:3 hinausgekommen war.

Sein Vorgesetzter wollte sich noch nicht festlegen, ob er den schnellen Angreifer bereits in der Startelf bringen werde. Jetzt werde in dieser Woche zunächst gearbeitet. Dann schaue das Trainerteam, wie Lukebakio die Belastung wegsteckt. „Und dann sehen wir, wer spielen wird.“ Der Profi verspricht: „Ich werde hart arbeiten, um fit genug zu werden, um der Mannschaft zu helfen. Aber ich mache mir keinen Druck.“

Hintergrund: Covic: „Lukebakio wird ein Unterschiedspieler für uns sein“

Trainer Covic lässt Hertha in München rotieren

Soviel ließ Covic aber durchblicken. Die alte Regel „never change a winning team“ gilt nicht für Freitag. Es werden dort andere Hertha-Spieler auf dem Platz stehen als im Pokalspiel. Der Hauptstadt-Klub wird beim deutschen Meister „sicher nicht 75 Prozent Ball­besitz haben“, so Covic, wie gegen den Viertligisten Eichstätt.

Zu erwarten ist, dass der überraschend nicht aufgebotene Lukas Klünter in München von Beginn an dabei ist. Gegen Eichstätt hatte Covic als rechten Verteidiger Mathew Leckie aufgeboten. Auf die Frage, wie er die Nachricht Klünter überbracht hatte – dieser hatte in der Vorbereitung einen guten Eindruck hinterlassen­ – antwortete Covic: Er habe zusammen mit Leckie und Klünter gesprochen. „Mathew hat gespielt, weil ich einen Spieler brauchte, der gegen einen tiefstehenden Gegner Akzente setzen kann.“ Wie wurde die Forderung umgesetzt? „Das hat Lecks phasenweise ordentlich gemacht“, sagte der Trainer. Hört sich an, als würden am Freitag gegen die Bayern Klünter und Leckie die Plätze zwischen Startelf und Bank tauschen­.

Torunarigha und das Problem Übermotivation

Covic erklärte zu den Gesprächen: „Ich erwarte da kein Verständnis vom Spieler, weil ein Stück weit jeder an sich denkt. Aber im Anfangsstadium finde ich, dass ich den Spielern schuldig bin, dass sie wissen, wie die Gedankengänge des Trainers sind.“

Einer, der sich um seine Startelf-Chance in München gebracht haben dürfte, ist Jordan Torunarigha. Den Linksverteidiger bewahrte der Trainer mit der Auswechslung zur Pause vor einem drohenden Platzverweis. „Er ist ein junger Spieler. Die neigen manchmal dazu zu überdrehen“, sagte Covic. Das Phänomen Übermotivation ist bei Torunarigha allerdings nicht ganz neu: „Wir wollen ihm in der Trainingswoche Anker geben, an denen er sich festhalten kann. Vom Potenzial ist Jordan ein Spieler, der uns in Zukunft weiterhelfen kann.“