Rekordtransfer

Mit Lukebakio nimmt Hertha Fahrt auf

Herthas Rekordtransfer Lukebakio ist für den Erstligisten in doppelter Hinsicht ein Fingerzeig. Weitere Transfers nicht ausgeschlossen.

Dodi Lukebakio (l.) beim ersten Hertha-Training mit Daishawn Redan und Niklas Stark.

Dodi Lukebakio (l.) beim ersten Hertha-Training mit Daishawn Redan und Niklas Stark.

Foto: Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH

Berlin. An seine ersten Begegnung mit Hertha BSC will sich Dodi Lukebakio am liebsten nicht mehr erinnern. Zwar ging seine damalige Mannschaft Fortuna Düsseldorf zweimal als Sieger vom Platz. Nur ein Treffer wollte dem Offensivmann, mit zehn Toren Düsseldorfs bester Torschütze in 2018/19, nicht gelingen.

„Woran ich mich erinnern kann“, sagt Lukebakio bei seiner offiziellen Vorstellung mit einem Grinsen im Gesicht, „ist, dass es nicht so einfach war.“ Hertha habe gut gespielt, fügt der 21 Jahre alte Belgier flugs hinzu.

An seine erste Begegnung, die er in der bevorstehenden Saison für seinen neuen Arbeitgeber bestreiten dürfte, mag er schon viel eher denken. Was dem Gegner geschuldet ist: Hertha eröffnet die Spielzeit am Freitag, 16. August, beim deutschen Meister Bayern München. Und Lukebakio war es, der dem Rekordmeister in München beim 3:3 drei Tore einschenkte.

Preetz lobt Lukebakios Liga-Premiere

„Es war ein spezieller Moment“, sagt der neue Herthaner: „Ich möchte in meiner Karriere mehr solcher Momente kreieren. Und Hertha hat große Ambitionen.“ Mit einem Vertrag bis 2024 stattete Hertha seinen neuen Angreifer aus und zahlte dafür die klubinterne Rekordablöse von 20 Millionen Euro an den FC Watford, bei dem Lukebakio unter Vertrag stand.

Dieses Investment soll sich nun für beide Seiten auszahlen. Michael Preetz wies deshalb auch sogleich darauf hin, Lukebakios Leistungen aus der vergangenen Spielzeit nicht nur am diesem einen Auftritt in München festzumachen.

„Jeder, der die Bundesliga verfolgt hat, hat gesehen, dass Dodi einen entscheidenden Anteil am Düsseldorfer Erfolg hatte“, erklärte Herthas Manager: „Für seine erste Saison in der höchsten deutschen Spielklasse war es eine bemerkenswerte Leistung, das gelingt nicht jedem Spieler.“

Lukebakio fühlt sich auf dem Flügel wohl

Die Verpflichtung des U21-EM-Teilnehmers für Belgien offenbart zwei Dinge. Zum einen wollen die Berliner offensiv das Tempo erhöhen, Lukebakio soll dafür ein wichtiger Baustein sein. Herthas neuer Trainer Ante Covic sieht in Lukebakio folglich einen „hochtalentierten Spieler, der noch nicht am Limit ist. Er passt überragend zu unserem Anforderungsprofil, ist auch in der Lage, zwischen den Räumen und den Ketten zu spielen.“

Mit dem Belgier habe Hertha einen Profi, der sowohl als Sturmspitze, aber auch auf beiden Flügeln spielen könnte. Lukebakio selbst ließ wissen: „Ich fühle mich auf dem Flügel wohl, aber wenn mich der Trainer als Spitze aufstellt, ist das auch okay. Für mich ist wichtig, auf dem Platz zu stehen.“

Zum anderen zeigt die Summe, die Hertha in die Hand genommen hat, was nach dem 125-Millionen-Euro-Einstieg von Investor Lutz Windhorst inzwischen möglich ist für die Berliner. Neben der Ablösesumme dürfte Hertha mit Unterzeichnungsbonus, Grundgehalt und Leistungsprämien ein Paket geschnürt haben, das bei 35 Millionen Euro liegen dürfte.

Rund 30 Millionen Euro an Ablöse

„Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir einen ordentlichen Transfererlös erzielt haben“, verwies Preetz sofort auf den Abgang von Valentino Lazaro. Der Mittelfeldspieler war für 22 Millionen Euro zu Inter Mailand gewechselt.

Dennoch hat Hertha zusammen mit den drei weiteren Zugängen Eduard Löwen (1. FC Nürnberg), Daishawn Redan (FC Chelsea) und Dedryck Boyata (Celtic Glasgow) allein an Ablösesummen rund 30 Millionen Euro investiert.

„Die Preise auf dem internationalen Markt gehen immer weiter nach oben. Wir sind sicher ein Stück mehr in der Lage, in diesem Segment Transfers zu realisieren als vorher“, sagte Preetz.

Philipp-Transfer kein Thema – derzeit

Der Hertha-Manager schloss dementsprechend auch weitere Transfers nicht aus. „Wir haben bis zum 2. September (Ende der Transferperiode, d.Red.) Zeit und werden bis dahin auch die Augen offen halten. Wenn eine Verpflichtung Sinn macht, werden wir auch zugreifen.“

Keinen Sinn macht ein Transfer von Maximilian Philipp von Borussia Dortmund zu Hertha – zumindest nicht derzeit. „Philipp ist ein guter Spieler, ein Berliner Junge, der bei Hertha groß geworden ist. Ein Transfer ist für uns aber nicht zu realisieren“, verdeutlichte Preetz.

Dem Vernehmen nach steht eine Ablösesumme von 26 Millionen Euro für den Stürmer im Raum. Doch wer sagt, dass diese Summe in Stein gemeißelt ist?

Lukebakio freut sich aufs Olympiastadion

Lukebakio jedenfalls macht sich keine großen Gedanken darüber, Herthas Rekordeinkauf zu sein. „Ich kann gar nicht erklären, wir froh ich bin, hier zu sein. Ich will zeigen, was ich kann und mit Leistung zurückzahlen, weil Hertha an mich glaubt.“

Hertha sei ein großer Verein und hat „eine große Historie“. Auch habe er schon viel über das Olympiastadion gehört, „hier wurde das Finale der Champions League gespielt“, erinnert sich Lukebakio an 2015.

Ob er bei Herthas letztem Testspiel am Sonnabend bei Crystal Palace (15 Uhr) schon das Hertha-Trikot tragen wird. ist jedoch fraglich. Am Freitag absolvierte Lukebakio am Nachmittag die erste Trainingseinheit mit den neuen Kollegen, am Vormittag gab es einen individuellen Fitnesstest. „Aufgrund dieser Werte werden wir entscheiden, wie es für ihn weitergeht“, sagte Trainer Covic.