3:5 gegen West Ham

Zwei Köpke-Tore und drei Führungen reichen Hertha nicht

Hertha geht im Test gegen West Ham dreimal in Führung, verliert aber dennoch. Auf viele positive Ansätze folgen noch mehr Fehler.

Doppeltorschütze: Pascal Köpke, hier bei Herthas Test gegen Eintracht Braunschweig.

Doppeltorschütze: Pascal Köpke, hier bei Herthas Test gegen Eintracht Braunschweig.

Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images

Ritzing/Berlin..  Drei Führungen und trotzdem kein Sieg: Hertha BSC hat den Test gegen Premier-League-Klub West Ham United am Dienstagabend mit 3:5 (2:2) verloren. In der Partie in Ritzing, die für den Fußball-Bundesligisten den Schlusspunkt des Trainingslagers in Stegersbach markierte, wussten die Berliner zwar offensiv zu überzeugen, in der Abwehr offenbarten sich jedoch diverse Probleme.

Hertha-Trainer Ante Covic startete mit einer bemerkenswert jungen Innenverteidigung aus Sidney Friede und Jordan Torunarigha (beide 21), die phasenweise überfordert wirkte. Die ersten Impulse setzte aber die Offensive der Berliner: Steilvorlage Lukas Klünter auf den rechten Flügel, Querpass Alexander Esswein, Abschluss Pascal Köpke, Tor – schon nach drei Minuten stand’s 1:0.

Torunarigha und Klünter mit Assists und Patzern

Die Antwort der Engländer ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Nach einem Pass in die Tiefe blieb Friede gegen den früheren Frankfurter Sébastien Haller zu passiv, ehe auch Torunarigha zu weit von seinem Gegenspieler weg stand. Pablo Fornals wuchtete den Ball von der rechten Strafraumkante in den Winkel, 1:1 (11.).

Die Freude über Herthas erneute Führung - Davie Selke hatte nach Vorarbeit von Torunarigha aus spitzem Winkel getroffen (21.) - hielt ähnlich kurz wie nach dem 1:0. Und wie schon beim ersten Gegentor bekam die hoch pressende Hauptstadt-Elf keinen Zugriff. Schlimmer noch: Weil sich Klünter ins Zentrum locken ließ, war die rechts Abwehrseite völlig verwaist. Manuel Lanzini hatte so leichtes Spiel - 2:2 (29.).

Covics Handschrift war in Hälfte eins klar zu erkennen. Hertha lief den Gegner früh an, verteidigte nach vorne und zeigte passable spielerische Ansätze. Auf der anderen Seite blieben die Berliner zu anfällig für Konter.

Covic scheitert, Köpke staubt ab

Nach der Pause würfelte Covic sein Team neu zusammen, wechselte sieben Mal. An den guten Ansätzen änderte das zunächst nichts. Nach einem Steilpass auf Trainer-Sohn Maurice Covic hätte jener eigentlich das 3:2 markieren müssen, scheiterte aber am Londoner Keeper, ehe Köpke abstaubte (61.).

Das Thema, das Hertha noch länger verfolgen wird, heißt Balance – das zeigten die Gegentore drei und vier. Nach einem Freistoß aus dem linken Halbfeld fand sich 40-Millionen-Euro-Angreifer Haller völlig frei am zweiten Pfosten wieder und schob trocken ein - 3:3 (70.).

Sieben Minuten später traf Grady Diangana nach einem feinen Steckpass, bei dem Herthas Hintermannschaft erneut nicht gut aussah. Michail Antonio stellte in der Schlussminute den 3:5-Endstand her. Die Berliner wirkten zu diesem Zeitpunkt längst entkräftet.

Am Sonnabend (15 Uhr) folgt für Hertha das letzte Testspiel bei Crystal Palace in London.

So spielte Hertha

1. Halbzeit: Kraft – Klünter, Friede, Torunarigha, Plattenhardt – Skjelbred – Esswein, Duda, Darida, Köpke – Duda.

2. Halbzeit: Jarstein - Leckie, Friede (59. Stark), Torunarigha, Mittelstädt - Essein, Löwen, Grujic, Covic - Köpke, Redan.