Bundesliga

Herthas Stadionpläne: Eröffnung 2025 wohl nicht zu halten

Sportsenator Geisel schließt einen Neubau im Olympiapark aus und bringt Tegel ins Gespräch. Der Klub bewertet das „als Einzelmeinung“.

Hertha BSC träumt von einem reinen Fußball-Stadion im Olympiapark, ähnlich wie auf dieser Simulation.

Hertha BSC träumt von einem reinen Fußball-Stadion im Olympiapark, ähnlich wie auf dieser Simulation.

Foto: Hertha BSC / BM

Stegersbach . Die Situation um die Pläne von Hertha BSC, ab 2025 in einem eigenen Fußball-Stadion zu spielen, wird immer verfahrener. So schloss Innen- und Sportsenator Andreas Geisel (SPD) im „Tagesspiegel“ den Bau einer neuen Arena im Olympiapark kategorisch aus:

„Der Olympiapark zeichnet sich durch ein Gesamtbild mit einer entsprechenden Geschichte aus, das wir nicht der Beliebigkeit preisgeben können.“ Auch Vorschlägen von Hertha, neben dem vom Verein gewünschten Standort an der Rominter Allee weitere Optionen im Olympiapark zu prüfen, erteilte Geisel eine Absage. Als „absurd“ bezeichnete es der Sportsenator, über das denkmalgeschützte Maifeld nachzudenken. Hertha will bekanntlich eine Arena mit 55.000 Plätzen errichten und selbst finanzieren.

Aussage des Innensenators erstaunt

Stattdessen brachte Geisel (wie Anfang Juni) den Flughafen Tegel ins Gespräch. Dort wäre eine Fläche vorhanden und eine gute Anbindung möglich.

Das ist deshalb erstaunlich, weil sich Anfang Juni nach diesen Geisel-Äußerungen beide Koalitionspartner der SPD, die Linken und die Grünen, scharf ablehnend geäußert hatten. Es gäbe schon viele andere Pläne für das Areal in Tegel. Mit Blick auf die Vorlaufzeiten für Projekte dieser Größenordnung sei es illusorisch, ein solches Vorhaben bis 2025 umzusetzen. Ganz abgesehen davon weiß heute niemand, wann der Großflughafen BER eröffnet. Und bis dahin wird Tegel weiter als Flughafen in Betrieb bleiben.

Geisels Vorschlag vom Standort Tegel ist als Synonym zu verstehen, Herthas Stadionpläne in eine Zukunft zu verlegen, von der heute niemand weiß, wann sie beginnen kann.

Seitenhieb gegen Geisel

Hertha hat die Äußerungen als unfreundlichen Akt verstanden. In einer offiziellen Stellungnahme antwortete der Bundesligist: „Wir haben die Äußerungen von Herrn Geisel zur Kenntnis genommen­.­ Aufgrund der parlamentarischen Sommerpause gehen wir davon aus, dass es sich dabei um seine Einzelmeinung handelt.“

Die Meinung des zuständigen Sportsenators als „Einzelmeinung“ abzutun, ist nun auch keine vertrauensbildende Maßnahme von Hertha. Stattdessen hofft der Klub, dass seine Kommunikation, die in der seit mehr als zwei Jahren andauernden Stadion-Diskussion nicht zum gewünschten Ergebnis geführt hat, nun doch die gewünschten Resultate hervorbringen möge – eben im Olympiapark.

Die Klub-Verantwortlichen geben nicht auf

„Aus unserer Sicht gibt es durchaus noch Möglichkeiten, den Neubau an dem von uns favorisierten Standort zu realisieren. Dazu ist guter Wille auf beiden Seiten die beste Voraussetzung. Wir sind dazu unverändert bereit“, heißt es in der Hertha-Mitteilung.

Tatsächlich läuft dem Verein jedoch die Zeit weg. Hertha hatte eine Zustimmung des Senats zunächst für Ende 2018 erhofft und dann in jedem Fall im Jahr 2019. Begründung: Nur so könne sichergestellt werden, dass der Bau bis 2025 beendet ist. Da der aktuelle Senat, dessen Amtszeit bis 2021 läuft, nicht den Eindruck erweckt, Herthas Vorschlägen nachzukommen, bedeuten die Äußerungen von Geisel: Hertha wird den Termin 2025 nicht halten können.