FUSSBALL

Hertha-Talent Redan: Sein Vorbild ist Patrick Kluivert

Hertha BSC: Die neue Sturmhoffnung heißt Daishawn Redan. Der Niederländer ist 18 Jahre jung – und sehr ehrgeizig

In vollem Tempo: Daishawn Redan bei seinem Hertha-Debüt im Test gegen Fenerbahce Istanbul

In vollem Tempo: Daishawn Redan bei seinem Hertha-Debüt im Test gegen Fenerbahce Istanbul

Foto: Foto: Burmann / City-Press

Stegersbach .  Daishawn Redan bereitet vor, Redan trifft, Redan jubelt. Die Gegner heißen Dinamo Zagreb, Montpellier, FC Arsenal oder FC Barcelona. Im Mittelpunkt der Zusammenschnitte steht stets Daishawn Redan, ein schneller, wendiger Stürmer mit der Trikotnummer 9 vom FC Chelsea. So prominent die Gegner sind – die Rede ist von der Euro Youth League. Dort schaffte es Chelsea mit Redan bis ins Finale (1:3 gegen FC Porto). Am Donnerstagabend war eine Menge los auf dem Smartphone von Redan. „Es haben sich viele Freunde und Kumpels gemeldet“, erzählt der neue Stürmer von Hertha BSC.

Im ersten Hertha-Spiel der erste Treffer

18 Jahre ist er jung. Am Vorabend hatte Redan bei seiner Premiere im Hertha-Trikot gleich getroffen. Es war zwar „nur“ ein Vorbereitungsspiel, immerhin hieß der Gegner Fenerbahce Istanbul.

Und Redan krönte den schönsten Spielzug. Trainer Ante Covic freute sich für seinen Neuen, wies aber auf die Entstehung hin. „Wie das in der Entstehung herausgespielt war.“ Über Eduard Löwen, Vladimir Darida, Vedad Ibisevic, der Lukas Klünter freispielte. Eigentlich hätte der Rechtsverteidiger allein vor dem türkischen Tor selbst schießen können, legte aber uneigennützig quer auf Redan, der den Ball ins leere Tor schubsen­ konnte. „Da geht das Trainerherz auf“, sagte Covic.

„Ich bin Stürmer. Ein Stürmer braucht Tore“

Redan stellte sich am Tag danach erstmals den Berliner Medien. Sein Debüt wollte nicht überbewerten: „Es war ein Vorbereitungsspiel. Ich habe auf Einsatzminuten gehofft. Uns helfen diese Spiele im Moment, um die Fitness zu verbessern.“ Aber klar, da machte er kein Hehl, hat ihn der Premieren-Treffer gefreut. „Ob Training oder Spiel, ich will immer Tore schießen. Ich bin Stürmer. Und ein Stürmer­ braucht Tore.“

Redan ist Niederländer, geboren in Amsterdam. Nach sieben Jahren in der Ajax-Schule wurde er seit 2017 beim FC Chelsea ausgebildet. Er sagt, er verstehe ein wenig Deutsch, vieles ähnlich sei wie im Holländischen. Die Kommunikation mit ihm läuft aber auf Englisch.

Redan ist eine interessante Mischung. Er verfügt über Eigenschaften, die Hertha aktuell so nicht im Kader hat. Er sagt über sich: „Ich bin stark am Ball, schnell und ich kann Toreschießen.“ In der Tat ist Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor eine Qualität, die immer begehrt ist. Und rar gesäet. Hertha hat mit Salomon Kalou und Vedad Ibisevic zwei Stürmer, die gefürchtet sind, weil sie nicht viele Chance brauchen. Doch wenn die Bundesliga-Saison im August beginnt, wird Kalou 34 Jahre sein, Ibisevic 35 – dass Jüngere in Sachen Schnelligkeit Vorteile haben, liegt in der Natur der Sache.

Trainer Covic will Redan langsam aufbauen

Die Rollen sind im Moment klar verteilt. Daishawn Redan hat in der zweite Hälfte an der Seite von Ibisevic gespielt, der gegen Fenerbahce den Siegtreffer erzielte. „Ich kann von Vedad eine Menge lernen­.“

Redan steht bei Hertha bis 2024 unter Vertrag. Vor der Unterschrift hat er sich auch mit Ante Covic getroffen. „Der Trainer hat gesagt, dass er mich Schritt für Schritt aufbauen will.“

Covic war deshalb daran gelegen, trotz des gelungenen Einstandes keinen Hype um den Stürmer entstehen zu lassen. „Ich hatte ihm vorher gesagt, er soll einfach sein Spiel machen. Nach dem Abpfiff sind wir uns begegnet. Er hat gelächel­t, ich habe gelächelt. Aber gebt dem Jungen Zeit.“

Welche Position ist die passende für Redan?

Spannend wird sein zu sehen, welche Position die passende für Redan ist. In den niederländischen Junioren-Nationalteams, die er alle durchlaufen hat und bei Chelsea, hat er als zentraler Stürmer gespielt. Mit 1,76 Meter ist er nun nicht der größte. „Aber er ist stabil“, sagt Covic. Darauf angesprochen wirbt Redan um Verständnis: „Das ist die Position, die ich bisher gespielt habe. Ich mag das. Aber ich fange jetzt gerade meine erste Saison im Männerbereich an.“

Beim Ankommen in Berlin hilft ihm Javairo Dilrosun. Die beiden kennen sich aus Ajax-Tagen und sind seither befreundet. Mit diesem Duo verfügt Hertha über zwei antrittsstarke, technisch versierte Offensivspieler, die dem Trainer diverse Optionen eröffnen.

Über seine Ziele in der ersten Hertha-Saison sagt Redan: „Ich möchte möglichst viel Einsatzminuten bekommen und einige Tore schießen.“ Und er ist ehrgeizig. Auf die Frage, ob für ihn auch Einsätze in Herthas U23, die in der Regionalliga spielt, eine Option seien, antwortete er: „Ich möchte beweisen, dass ich Profifußball spielen kann.“

Misst man ihm am Vorbild, hat Redan die Latte hoch gehängt. „Mein Vorbild ist Patrick Kluivert.“ Mit dem sind seine Eltern gut bekannt. Und als Stürmer „fand ich ihn immer gut“. Die Referenzen von Kluivert: Champions League-Sieger mit Ajax Amsterdam und spanischer Meister mit dem FC Barcelona.