Bundesliga

Auf Hertha wartet im Erzgebirge eine Mutprobe

Zu viel Angst, zu wenig spielerische Lösungen: Hertha-Coach Covic wünscht sich beim Test in Aue mehr Mut. Ein Zugang muss sich gedulden

Marvin Plattenhardt (l.) und Co. sollen sich vom Gegnerdruck nicht beeindrucken lassen.

Marvin Plattenhardt (l.) und Co. sollen sich vom Gegnerdruck nicht beeindrucken lassen.

Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images

Berlin. Die Richtung ist klar: Nach vorne soll es gehen bei Hertha BSC – als Klub insgesamt und konkret auch auf dem Feld. Seit der neue Trainer Ante Covic (43) Anfang des Monats seine Arbeit aufgenommen hat, schwebt ein neuer Offensivgeist über dem Klubgelände in Westend, doch noch sorgt jener für die eine oder andere Schrecksekunde.

„Wenn man sich die zweite Halbzeit vom Sonnabend anguckt, gibt es noch sehr viel zu tun“, mahnte Covic. Ihr 45-Minuten-Duell gegen den Zweitligisten Karlsruher SC hatten die Berliner zwar im Elfmeterschießen gewonnen, zuvor aber diverse Unsicherheiten in der Defensive offenbart. Ein Muster, das sich am Mittwoch (18 Uhr) im Test bei Erzgebirge Aue nicht wiederholen soll.

Hertha BSC gegen Erzgebirge Aue: Doppelspitze Ibisevic/Selke als Option

„Sobald der Gegner uns höher angelaufen hat, hat uns der Mut gefehlt, Fußball zu spielen“, bemängelte Covic, „ich hätte mir gewünscht, dass wir mehr spielerische Lösungen suchen.“ Noch agieren die Berliner unter Druck zu rückwärtsgewandt, suchen eher den vermeintlich sicheren Rückpass, der jedoch noch mehr in die Bredouille führen kann.

Covic hingegen möchte das Spiel über die zentralen Mittelfeldspieler forcieren, gefolgt von der Fortsetzung über die Flügel. „Das werden die Jungs schon noch verinnerlichen“, sagte er, „aber das braucht Zeit. Im Moment geht es mir vor allem um den Mut.“

Jener wird nun also in Aue auf die Probe gestellt. Der Zweitligist kommt frisch aus dem Trainingslager auf Rügen, testete dort erfolgreich gegen den Berliner Regionalligisten FC Viktoria (3:1) und empfängt am Sonnabend (16 Uhr) den 1. FC Union als Generalprobe für den Zweitliga-Start am 28. Juli. Herthas erstes Pflichtspiel (11. August, DFB-Pokal beim Regionalligisten VfB Eichstätt) liegt indes weit entfernt. Noch kann Covic experimentieren. Zur Halbzeit will er seine Elf komplett tauschen.

Dedryck Boyata soll gegen den VfL Bochum zum Einsatz kommen

Ob er dabei erneut auf die Doppelspitze aus Vedad Ibisevic und Davie Selke setzt? Das bleibt abzuwarten, ausschließen will Covic diese Variante aber keineswegs. Gegen Karlsruhe sei Selke zu oft auf den Flügel ausgewichen, weil über die Außenbahnen zu wenig kam. „Das dürfte er eigentlich nicht“, sagte der Trainer, „aber wenn das Drumherum stimmt, können beide gemeinsam spielen.“

Weiter auf einen Einsatz warten muss Dedryck Boyata (28). Nach auskurierter Muskelblessur trainierte der Sommerzugang zuletzt zwar voll mit, doch Verletzungsprävention zählt zu den wenigen Feldern, in denen Covic auf Vorsicht statt Attacke setzt. „Es wäre noch einen Tick zu früh“, gab er zu bedenken. Wahrscheinlicher sei ein Debüt des Verteidigers am Sonnabend (18 Uhr), wenn Hertha beim VfL Bochum zu Gast ist.