BUNDESLIGA

Hertha BSC: Trainer Ante Covic startet mit einem Sieg

Hertha BSC: Beim Einstand von Trainer Ante Covic erzielt Sohn Maurice Covic den ersten Treffer beim 4:1 gegen Eintracht Braunschweig.

Herthas Youngster Maurice Covic und Sidney Friede (v.r.) jubeln mit Kapitän Vedad Ibisevic (Mitte).

Herthas Youngster Maurice Covic und Sidney Friede (v.r.) jubeln mit Kapitän Vedad Ibisevic (Mitte).

Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images

Neuruppin. Erstes Spiel, erster Sieg: Ante Covic hat bei seiner Premiere als Hertha-Chefcoach einen 4:1 (3:1)-Erfolg gegen Drittligist Eintracht Braunschweig gefeiert. „Das Engagement der Jungs hat mir gefallen“, sagte der 43-Jährige nach dem Testspiel im Neuruppiner Volksparkstadion am Sonntag, „man konnte schon einiges von dem erkennen, was wir uns vorgenommen haben.“

Dass das erste Tor unter seiner Führung ausgerechnet Sohn Maurice gelang, wollte Covic nicht überbewerten. „Er hat die Woche über ordentlich trainiert und sich belohnt“, sagte der Trainer, „aber er muss dranbleiben – es war nur ein Freundschaftsspiel.“

Die weiteren Treffer gelangen vor 2742 Zuschauern Sidney Friede, Ondrej Duda und Alexander Esswein. Für die Braunschweiger, die über die ungewöhnliche Spieldauer von drei Mal 35 Minuten blass blieben, traf Robin Becker.

Ante Covic probt drei Systeme

Er wolle seine jungen Spieler von der Leine lassen und offensiv Fußball spielen lassen, hatte Covic bei seiner Vorstellung angekündigt. Worte, denen er bei seinem Debüt Taten folgen ließ. Die erste Startformation seiner Cheftrainer-Laufbahn strotzte nicht nur vor Jugend, sondern auch vor Angriffswillen.

Vedad Ibisevic und Davie Selke bildeten in einem 3-5-2-System das Sturm-Duo, dahinter agierte Spielmacher Duda, flankiert von den Youngstern Covic und Friede (beide 21). Nicht die schlechteste Wahl, wie sich herausstellen sollte.

Bis zum ersten Tor durch Covic dauerte es nur zehn Minuten. Lob vom Papa gab es jedoch zunächst nur für Vorbereiter Selke und das Team. „Wir haben vor dem Treffer nach vorne verteidigt und so einen Ballgewinn erzwungen“, betonte der Coach.

Starkes Solo von Dilrosun

Die Berliner fanden gut in die Partie, wirkten wach und kombinationsfreudig, setzten erste einstudierte Varianten der Spielverlagerung um. Covic, schwarz-blauer Trainingsanzug, weiße Sneaker, verfolgte das Geschehen meist im Stehen, dirigierte viel, wies immer wieder auf Details hin. Eines davon: das frühe und weite Aufrücken der Außenbahnakteure im Spielaufbau.

Nach 18 Minuten klatschte der Coach seinem Team Applaus. Ibisevic hatte nach einer Duda-Flanke per Fallrückzier den Pfosten getroffen, Friede staubte ab – 2:0 (18.).

Noch spektakulärer der dritte Treffer. Javairo Dilrosun zündete auf dem linken Flügel den Turbo, ließ diverse Braunschweiger stehen und bediente am zweiten Pfosten Duda (23.). Covic blickte ungläubig zu Manager Michael Preetz auf die Tribüne. Von Spielern dieser Qualität hatte er als U23-Coach nur träumen können.

Torwart Rune Jarstein pariert

Weniger gut gefiel dem Deutsch-Kroaten der Rest des ersten Abschnitts. Hertha verlor an Zielstrebigkeit, die bis dahin schwachen Braunschweiger legten zu. Die Folge: Das 3:1 durch Robin Becker (31.) nach einem Konter. Dass die Niedersachsen nicht nachlegten, war vier Minuten später einer Glanztat von Hertha-Keeper Rune Jarstein zu verdanken.

Dass die frischen Impulse durch Covic vorerst nur sporadisch aufblitzten, war nach nur einer Trainingswoche wenig verwunderlich. Mehrfach nahm der Trainer („Spielt Fußball! Schiebt vor!“) Kontakt zu Herthas Video-Analysten Dominik Wohlert auf, der prägnante Situationen einfangen sollte. Davon abgesehen verteilte er viel Lob für einzelne Aktionen, nur wurden jene zusehends seltener.

Nach Friede und Duda trifft auch Esswein

In Durchgang zwei erprobte Covic ein 3-4-2-1-System, in dem neben Marko Grujic der erst 17 Jahre alte Julian Albrecht im defensiven Mittelfeld auflief. Eine Variante, in der nur wenig funktionierte – auch, weil die jungen Offensivkräfte Muhammed Kiprit und Dennis Jastrzembski (beide 19) deutlich weniger Bindung zum Spiel fanden als ihre prominenteren Kollegen im ersten Abschnitt.

Die Schlussrunde bestritt Hertha mit einem weiteren neuen System, einem 4-3-3 mit den Innenverteidigern Niklas Stark und Karim Rekik sowie Salomon Kalou als linkem Außenstürmer. Ein Beleg der taktischen Flexibilität, die sich Covic beim früheren Bayern-Coach Pep Guardiola abgeschaut hat. Und so blieb es – wenngleich das Spiel abgesehen von einem Latten-Treffer durch Palko Dardai und dem Schlusspunkt durch Esswein verflachte – eine Premiere mit einer anständigen Prise Pep.

Hertha BSC - Eintracht Braunschweig 4:1 (3:1)

So spielten die Berliner:

1. Drittel: Jarstein – Klünter, Baak, Torunarigha – Leckie, Covic, Friede, Dilrosun – Duda – Ibisevic, Selke.

2. Drittel: Smarsch – Baak, Friede, Torunarigha – Pekarik, Albrecht, Grujic, Jastrzembski – Covic, Duda – Kiprit.

3. Drittel: Klatte – Esswein, Stark, Rekik, Plattenhardt – Grujic, Skjelbred, Darida – Dardai, Köpke, Kalou.

Tore: 1:0 (11.) Covic, 2:0 (18.) Friede, 3:0 (23.) Duda, 3:1 (31.) Becker, 4:1 (100.) Esswein. – Zuschauer: 2742.