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Hertha BSC und das Geschäftsmodell mit Lazaro, Selke, Maier

Hertha BSC und das Reservoir an above average playern: Hintergründe zur Rekordablöse von 22 Millionen Euro, die Inter Mailand zahlt.

Covic und Lazaro

Covic und Lazaro

Foto: Twitter

Berlin. Ein letztes Mal schaute Valentino Lazaro (23) auf dem Trainingsgelände bei Hertha BSC vorbei. Der österreichische Nationalspieler verabschiedete sich von seinen Mitspielern. „Mach’s gut Tino und viel Erfolg bei Inter. Vielen Dank für deinen Einsatz in den letzten beiden Jahren“, postete Trainer Ante Covic zu einem Foto, auf dem er und Lazaro sich umarmen.

Lazaro war am Montag als Zugang bei Inter Mailand vorgestellt worden. Er hat beim Champions-League-Starter einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben. Hertha ist mit dem Transfer in eine neue Dimension vorgestoßen.

Für etwas mehr als sechs Millionen Euro hatten die Berliner Lazaro 2017 von RB Salzburg verpflichtet. Nun bekommen sie 22 Millionen. Mit einigen Optionen kann dieser Betrag bis auf 25 Millionen steigen.

So viel Geld hat Hertha noch nie erlöst für einen Spieler. Bisher war John Brooks der Rekord-Verkauf, der 2017 für 18 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg gewechselt war.

Auch Stark und Duda stehen auf der Liste

Dieses Vorgehen entspricht dem Geschäftsmodell von Hertha BSC. In einer nur auf Englisch vorgelegten Gewinn- und Verlustrechnung zum 31. Dezember 2018 (Consolidated Income Statement) erklärt der Klub seine Strategie. Um im Wettbewerb zu bestehen, hat Hertha ein Reservoir versammelt an „überdurchschnittlichen Spielern (above average players) wie Davie Selke, Valentino Lazaro, Ondrej Duda, Niklas Stark und Arne Maier“. Daraus „können gegebenenfalls hohe Transfereinnahmen generiert werden.“ Genau das ist jetzt bei Lazaro eingetreten.

Den Umstand, international begehrt zu sein, hat Lazaro vor allem seinen Ex-Trainer Pal Dardai zu verdanken. Der hat den dynamischen Offensivspieler dazu gebracht, seine Rolle als rechter Außenverteidiger bei Hertha zu akzeptieren. „Damit haben wir einen zusätzlichen verkappten Spielmacher“, hatte Dardai gesagt. Das Schwierigste daran war, so Dardai, „Tino zu überzeugen, dass er seine Rolle annimmt.“

Lazaro bedankt sich bei Pal Dardai

Lazaro ließ sich auf das Experiment ein. Nun darf er sich über die Chance bei einem Topverein freuen – und Hertha BSC über 22 Milllionen Euro. Um ähnliche Qualität wieder zu haben, wird Hertha einen Teil der Einnahme für einen neuen Profis ausgeben müssen. Im aktuellen Kader gibt es niemanden, der Lazaro ersetzen kann.

Lazaro verabschiedete sich über den Fotodienst Instagram von den Hertha-Fans: „Mein Besonderer Dank gilt zum einen Pal Dardai, der bei meinem Transfer vor zwei Jahren an mich geglaubt hat. Zum zweiten ein Riesen Dankeschön an alle Fans, die diesem Verein in guten und schlechten Zeiten beistehen! Berlin ist in dieser kurzen Zeit zu einer Art zweiten Heimat für mich geworden. Meinen Jungs alles Gute für die Zukunft. Zeigt was ihr drauf habt!!“